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Ein Spitzdach für Bernstädter Schule

Die Stadt investiert über eine Million Euro in ihre Oberschule. Im nächsten Jahr soll innen modernisiert werden.

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Von Steffen Gerhardt

Die Oberschule Bernstadt wird für zwei Jahre wieder zu einer Baustelle. Betroffen ist das Haus 2. An dem 1977 eingeweihten der DDR-Schulbau werden die Sanierungsarbeiten kontinuierlich fortgesetzt. Auf die rund 330 Schüler und 25 Lehrer kommen damit zwar wieder räumliche Einschränkungen, Lärm und Staub zu. Aber will die Schule für die Zukunft gerüstet sein, dann sind diese Arbeiten notwendig. Aber auch, um das Gebäude zu erhalten. „Das Dach steht schon lange auf unserer Vorhabensliste“, sagt Bürgermeister Gunter Lange (parteilos). In diesem Jahr soll es nun erneuert werden.

Am Donnerstag vergab der Stadtrat den Bauauftrag für die umfangreiche Dachsanierung. „Acht Firmen hatten sich beworben und fast alle lagen auf einem annähernd gleichen Preisniveau“, erläuterte der Bürgermeister den Beschluss. Schließlich konnte der Auftrag an ein Bernstädter Unternehmen gegeben werden. Die Bau Neumann GmbH aus dem Ortsteil Kemnitz hat mit 240 315 Euro den günstigsten Preis von allen Bietern. Für die Stadtkasse ist diese Summe nicht so günstig, denn sie liegt rund 20 000 Euro über den geplanten Kosten für dieses Vorhaben.

Dafür erhält das Schulhaus ein komplett neues Spitzdach. Dieses wird mit einer Photovoltaikanlage versehen. „Die Anlage wird durch die Bürger-Energie Görlitz/Zittau aufgebaut. Die Stadt erhält dadurch einen günstigeren Strombezug, der für 20 Jahre festgeschrieben wird“, sagt Gunter Lange. Die Stadt stellt dafür sozusagen nur das Dach zur Verfügung und kann den erzeugten Strom mit nutzen. Das zahlt sich aus, denn der Strom von der Sonne kommt der Stadt einen Cent pro Kilowattstunde günstiger als vom jetzigen Energieversorger. „Bei einem Verbrauch der Schule von 40 000 Kilowattstunden im Jahr kommt da langfristig betrachtet schon was zusammen“, rechnet der Bürgermeister die rund 400 Euro an jährlich eingesparten Stromkosten aus.

Was die Baukosten betrifft, sind es nicht nur die rund 240 000 Euro, die in Rechnung gestellt werden. Dazu kommen die Planungskosten von über 25 000 Euro. Mit der Planung beauftragt ist die Firma Steffen Gläsel Hochbau Bernstadt. Bevor mit dem Dach begonnen wird, muss noch eine Tragwerksplanung für knapp 9 000 Euro erstellt werden, das Dach braucht einen Energiepass, der rund 3 500 Euro kostet, sowie ein Brandschutzkonzept für über 3 700 Euro. Alle diese geforderten „Zutaten“ treiben den Preis weiter in die Höhe, sodass das neue Dach am Ende 281 622 Euro kosten wird. 40 Prozent der Summe wird aus dem sächsischen Schulbauprogramm gefördert. Bleiben rund 169 000 Euro, die die Stadt aus ihrer Kasse allein für das Dach bezahlen muss.

Damit ist es aber nicht getan, im kommenden Jahr wird die Modernisierung im Inneren des Gebäudes fortgesetzt. Das heiß, die Elektrik und Wasserleitungen werden erneuert, ebenso die Heizung und die Sanitärräume. Am Donnerstag hat der Stadtrat bereits das Reichenbacher Ingenieurbüro Laban damit beauftragt, die ersten Planungen zu erstellen. Knapp 61 000 Euro kostet das. Dafür sind die Bauarbeiten auch sehr umfangreich. Rund eine Million Euro sollen in die neuen gebäudetechnischen Anlagen fließen. „Damit investieren wir in den beiden Jahren rund 1,2 Millionen Euro in unserer Oberschule“, fasst der Bürgermeister die Ausgaben zusammen. Die Innenarbeiten sollen dabei im nächsten Jahr nicht nur beginnen, sondern auch abgeschlossen werden.

Ist das erfolgt, hat die Stadt ein weiteres modernes Schulgebäude. Gut zehn Jahre ist es nun schon her, dass die Fassade der damaligen Mittelschule komplett saniert wurde. Außerdem erhielt das Gebäude eine eine Nottreppe, und umfangreiche Maßnahmen für den Brandschutz erfolgten.

Das Haus 2 war und ist aber nicht die einzige Schulbaustelle. Die Alte Schule, das Haus 1, wurde in den Jahren 2011 und 2012 grundlegend saniert. Dafür gab die Stadt insgesamt rund 1,4 Millionen Euro aus.