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Ein steinreiches Dorf

Das Granitdorf Demitz-Thumitz ist einen Rundgang wert. Nicht nur Steinbrüche sind auf der Zweistunden-Tour zu sehen.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Seit September vergangenen Jahres ist die „Alte Steinsäge“ der zentrale Anlaufpunkt für alle, die sich für die Geschichte des Granitabbaus in Demitz-Thumitz interessieren. Das Erlebnis-Museum zeigt im Originalzustand eine Steinschleiferei, die noch bis in die 1990er Jahre in Betrieb war. Besucher können hier das noch voll funktionsfähige Sägegatter besichtigen und bekommen mithilfe von historischen Kurzfilmen einen Einblick in die Historie der Steinbearbeitung. Kinder, aber nicht nur diese, können auf Arbeitstischen aus kleinen Pflastersteinen Mosaike legen. Dabei verschaffen sie sich eine Vorstellung darüber, wie Fußwege gepflastert werden.

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Die „Alte Steinsäge“ entstand im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und wurde zunächst von einem Wasserrad angetrieben. Um 1900 rüstete man auf Elektroantrieb um. Da das Sägegatter aber ein Stromfresser ist, ersetzte man bald den Elektromotor durch einen Dieselantrieb. In der „Alten Steinsäge“ wurden unter anderem aus dem Rohmaterial der heimischen Granitbrüche Zaunsäulen und Grabsteine geschnitten und bei Bedarf auch poliert.

Am wenige Meter entfernten Dorfplatz beginnt ein rund vier Kilometer langer Rundweg durch das Granitdorf Demitz-Thumitz, der in ungefähr zwei Stunden zu bewältigen ist. Der Rundweg wird durch Granitsäulen markiert. An einigen Stellen gibt es Erläuterungen auf Schautafeln. Die Route umfasst 15 Stationen. An einigen Stationen kann man sich auch selbst betätigen. So befindet sich beispielsweise an der Schule eine Sonnenuhr, die erst dann funktionsfähig wird, wenn man sich selbst zum Schattenstab macht, indem man sich mit den Fersen an das entsprechende Datum auf der Bodenplatte stellt.

Viel Spaß bringt auch der 2011 eingerichtete Spielplatz am Schwarzwasser. Dort kann man auf Klangsteinen, die einem Xylophon nachempfunden sind, einfache Melodien erzeugen. Wenn man seinen Kopf in das Loch der Granitstele steckt und dabei eine Melodie summt, staunt man, wie der Granit die Töne verstärkt und verändert. Zu sehen sind weiterhin verschiedene Denkmale, eine Betriebsbahnlok mit Anhängern und natürlich der „Große Bruch“, ein Steinbruch, der aus zwei Brüchen entstanden ist, die 1874 und 1886 angelegt wurden. Die beiden Schautafeln am Aussichtspunkt auf den größten Granit-Kesselbruch Deutschlands informieren mit historischen Abbildungen über dessen Geschichte. Unbedingt besichtigen sollte man auch die beiden Demitz-Thumitzer Kirchen, die aus dem einheimischen Rohstoff Granit zu DDR-Zeiten errichtet wurden. Kirchenbauten waren in der DDR eine Ausnahme. Daher stellen die beiden in den 50er Jahren errichteten Kirchen-Neubauten schon eine Besonderheit dar.

Anreise und Parken

Demitz-Thumitz ist über die S 111, die frühere B 6, leicht zu erreichen. In Wölkau biegt man, von Bautzen kommend, an der Ampelkreuzung nach links ab. Parkplätze sind im Ortszentrum ausreichend vorhanden, so vor der Schule, am Stadtcafé, entlang der Bahnhofstraße und am Viadukt.

Essen und Trinken

In Demitz-Thumitz kann man sich im Gasthof Kmoch stärken. Zu empfehlen sind außerdem die beiden in der Nähe gelegenen Gaststätten Buckan im Ortsteil Medewitz oder der Mühlenhof in Cannewitz.

Das Erlebnis-Museum „Alte Steinsäge“ ist von Mai bis Oktober jeden Sonntag von 9.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 2,50 Euro. Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt.

Der Gasthof Kmoch an der Hauptstraße 12 ist freitags und sonnabends von 11 bis 14 Uhr und ab 16 Uhr sowie sonntags ab 9.30 Uhr geöffnet.