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Ein Stück lebendige DDR-Geschichte

Der Friseur „Elegant Bannewitz“ hatte einst rund 70 Haupt- und Nebenfilialen. Jetzt feiert die Firma runden Geburtstag.

Ramona Freyer, Annett Thiemt und Katja Sporbert (v. l.) arbeiten im Haus der Schönheit in Tharandt – einer von heute neun Filialen der Friseurgenossenschaft Elegant Bannewitz.
Ramona Freyer, Annett Thiemt und Katja Sporbert (v. l.) arbeiten im Haus der Schönheit in Tharandt – einer von heute neun Filialen der Friseurgenossenschaft Elegant Bannewitz. © Foto: Andreas Weihs

Es war das Jahr, in dem die Dederon-Strümpfe aufkamen. Auch weite Röcke und Petticoats waren beliebt, als sich die PGH „Elegant Bannewitz“ am 16. Februar 1959 gründete. Mode und Haartrends haben sich seitdem oft geändert. Die einstmalige Produktionsgenossenschaft des Handwerks ist immer noch da. Nach der Wende wurde sie zur Genossenschaft. Sie feiert nun den 60. Firmengeburtstag.

„Eine Woche lang empfangen wir unsere Kunden mit einer Tombola“, sagt Carola Lotzmann, die mit Gabi Lehmann die Geschäfte der Friseur- und Kosmetikgenossenschaft „Elegant Bannewitz“ leitet. Neun Standorte in Freital und Umgebung sowie Dresden gehören dazu. Ihren Sitz hat die Genossenschaft auf der Winckelmannstraße 5 in Bannewitz. Dort befindet sich auch einer der ersten beiden Salons. „Für ihn haben wir dieses Jahr wieder eine Modernisierung geplant“, so Carola Lotzmann.

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Dann blickt sie zurück: „Die Anzahl der Salons wuchs rasch. 1970 hatte die PGH einen Umsatz von etwa 262 000 DDR-Mark. Ein Jahr später waren es bereits 480 000 DDR-Mark.“ Bis zu 20 Hauptstellen gab es, dazu rund 45 Nebenstellen. Letztere befanden sich in volkseigenen Betrieben, wie dem Kompressorenbau Bannewitz oder den Dresdner Süßwarenfabriken Elbflorenz. Aber auch bei der Handelsorganisation (HO) oder der Bezirksverwaltung des Gewerkschaftsbundes FDGB.

In der DDR-Zeit war der wöchentliche Friseurbesuch keine Seltenheit. „Ich hatte jahrelang freitags dieselben Kunden“, erinnert sich Carola Lotzmann. Die Friseurmeisterin fing 1981 als Lehrling in der PGH an. Nach der Wende mussten sich die Kunden erst an die neuen Preise gewöhnen. So mancher kam seltener oder blieb weg. Das bedeutete für viele Mitarbeiter Kurzarbeit.

Heute hat die Genossenschaft etwa 40 Mitarbeiter und drei Auszubildende. Weitere werden gesucht. Wie anderswo im Handwerk hat die Genossenschaft mit Arbeitskräftemangel zu kämpfen.

„Es ist uns aber gelungen, die Standorte zu erhalten. Am Haus der Schönheit in Tharandt mussten wir die Öffnungszeiten verringern. Wir sind froh, dass die Kunden Verständnis zeigen.“ Im Haus Am Markt sind Friseur, Kosmetik und Wellness über drei Etagen verteilt. Es sei sogar freier Platz vorhanden, der sinnvoll genutzt werden soll, sagt Carola Lotzmann. „Pläne für das Vorhaben existieren schon, doch wir entwickeln sie noch. Deshalb können wir nicht mehr dazu sagen.“

Weil das Standesamt der Forststadt in der Nähe ist, werden Brautfrisuren vorzugsweise in Tharandt angeboten. „Dieses Jahr wollen wir auch gern wieder in Freital an der Hochzeitsmesse auf Schloss Burgk teilnehmen.“ Ihre Vorlieben und Fähigkeiten können die Mitarbeiter einbringen. „Eine Friseurin und Kosmetikerin legt älteren Kundinnen im Seniorenwohnpark in Kurort Hartha nach dem Frisieren gern etwas Make-up auf.“ In vier Seniorenheimen ist die Genossenschaft „Elegant Bannewitz“ aktiv, zwei davon sind in Dresden.

Zur Stammkundschaft gehören auch Familien. „Kinder haben oft schon genaue Vorstellungen von ihrer Frisur. Manche Jungen wünschen sich die gleiche wie ihr Papa.“ „Mit dem Herzen dabei“ heißt das jetzige Motto der Genossenschaft. Die Wünsche der Mitarbeiter sollen noch stärker berücksichtigt werden. Wichtig sei, dass in den Teams ein gutes Klima herrsche. „Denn das strahlt auf den Kunden ab“, sagt Friseurmeisterin Lotzmann.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/freital und www.sächsische.de/dippoldiswalde vorbei.

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.