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Ein Stück Oberlausitz im Erzgebirge

Idee. In der Miniwelt Lichtensteinwerden große und berühmteBauwerke aus der ganzen Weltgezeigt. Dank des Engagements des Bautzeners Herbert Flügel soll dort bald ein Umgebindehaus stehen.

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Von Christiane Ernek

Als Herbert Flügel im Juli 2002 zum ersten Mal die Miniwelt in Lichtenstein in der Nähe von Zwickau besuchte war er sofort begeistert. Den Landschaftsgarten mit den gut 100 Modellen der berühmtesten Gebäude der Welt, beschreibt der rüstige 96-Jährige als „sehr schön und beeindruckend“. Inzwischen ist er fast jedes Jahr in den Miniaturenpark gepilgert. Nur ein kleines Detail trübte seine Freude. „Gleich bei meinem ersten Besuch ist mir aufgefallen, da steht ein norddeutsches Bauernhaus, aber ein Oberlausitzer Umgebindehaus gibt es nicht.“ Noch nicht - denn die Erklärung eines Miniwelt-Angestellten, dass nur wirklich wichtige Bauwerke aufgestellt werden, animierte den ehemaligen Lehrer, die Bedeutung des Umgebindehauses zu beweisen. Große Hilfe war ihm dabei ein Artikel in der SZ, in dem berichtet wurde, dass das Umgebindeland in das Weltkulturerbe der Unesco aufgenommen werden soll. Nun war man auch in der Miniwelt von der Bedeutung des Umgebindehauses überzeugt, so dass heute mit dem Bau des Modells begonnen werden kann. „Ich rechne damit, in ungefähr zwei Wochen fertig zu sein“, so Rainer Müller von Modellbau Müller. Wenn es bei dem Zeitplan bleibt, könnte das Umgebindehaus schon am 24. März, wenn sich die Tore der Miniwelt wieder für die Besucher öffnen, zu besichtigen sein.

Als Vorlage für das Miniaturgebäude diente die alte Schmiede im Kubschützer Ortsteil Waditz. Das 1661 erbaute Umgebindehaus ist das älteste seiner Art im Landkreis Bautzen. „Es wurde ausgewählt, weil bei ihm die besondere Umgebindekonstruktion auch in dem kleinen Modell sehr gut sichtbar wird“, sagt Arnd Matthes, Beauftragter der Stiftung Umgebindehaus. Das Gebäude ist Teil eines alten Bauernhofes. „Wir hoffen, dass dieser einmal ganz nachgebaut wird“, so Matthes. Das hätte einen weiteren Vorteil. Durch den Maßstab von 1:25 fällt das Modell nämlich recht klein aus, gerade im Vergleich zur Dresdner Frauenkirche, die 3,27 Meter misst und ganz in der Nähe stehen wird.

Sind es aber mehrere Gebäude, so dürfte die Wirkung der Oberlausitzer Architektur weitaus größer sein. Allerdings ist die Finanzierung des ersten Modells noch nicht gesichert. Für die Kosten von 500 Euro müssen Sponsoren gefunden werden. Die SZ spendet 100 Euro.

Wer sich ebenfalls an den Baukosten beteiligen möchte, kann sich bei Arnd Matthes melden: (03591) 32 56 19.