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Ein Tablet für jeden Schüler?

Bis Ende 2024 will der Landkreis Bautzen seine Schulen digitalisieren. Vize-Landrat Udo Witschas erklärt, wie das gehen soll.

Tablet statt Schulbuch: Die Schulen im Landkreis Bautzen werden in den nächsten Jahren mit digitaler Technik ausgestattet.
Tablet statt Schulbuch: Die Schulen im Landkreis Bautzen werden in den nächsten Jahren mit digitaler Technik ausgestattet. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Die Corona-Pandemie hat es einmal mehr gezeigt: Die Digitalisierung der Schulen wird immer wichtiger. Nicht alle Schüler konnten in der Zeit der Schulschließungen von zu Hause aus richtig lernen. Und auch an den Schulen war die Umsetzung der Lehraufgaben auf digitalem Weg nicht immer einfach. Wie geht es mit der Digitalisierung an den Schulen im Landkreis Bautzen weiter? Das hat Sächsische.de Vize-Landrat Udo Witschas (CDU) gefragt.

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Vize-Landrat Udo Witschas (CDU) erklärt, wie es mit der Digitalisierung der Schulen im Landkreis Bautzen weitergeht.
Vize-Landrat Udo Witschas (CDU) erklärt, wie es mit der Digitalisierung der Schulen im Landkreis Bautzen weitergeht. © SZ/Uwe Soeder

Herr Witschas, in den nächsten Wochen startet der Landkreis mit der Digitalisierung der Schulen. Bekommt also bald jeder Schüler einen Laptop oder ein Tablet vom Landratsamt geschenkt?

Nein. Diese Endgeräte werden für jede Schule angeschafft, nicht für jeden Schüler. Das heißt, sie gehören der Schule und bleiben dort auch in den Klassenzimmern. Die Schüler können die Laptops oder Tablets in den Unterrichtsstunden nutzen, in denen das der Lehrstoff vorsieht. Aber die Beschaffung dieser Geräte ist auch erst der letzte Schritt.

Welche folgen vorher?

Da muss ich etwas ausholen. Bund und Länder haben einen Digitalpakt Schule beschlossen. Dafür stellen sie insgesamt fünf Milliarden Euro zur Verfügung, wir als Landkreis steuern einen vergleichsweise geringen Eigenanteil bei. Im Berufsleben, aber auch im Alltag läuft immer mehr digital, das müssen die Schüler von heute dann meistern. Gleichzeitig erleichtert digitale Technik auch im Unterricht selbst ganz viel. 

Eine mathematische Formel zum Beispiel kann der Lehrer natürlich Schritt für Schritt an der Tafel herleiten, was viel Zeit kostet. Oder er speichert die einzelnen Schritte als Datei ab, die er dann nur noch aufrufen und mit den Schülern durchgehen muss.

Aber zurück zum Digitalpakt. 80 Prozent der Gelder sind für Infrastruktur vorgesehen, also für Schaltschränke, Kabel und ähnliches. Und natürlich muss das Internet so leistungsfähig anliegen, dass mehrere hundert Schüler gleichzeitig online sein können. Damit fangen wir in diesem Sommer an.

Das soll in drei Musterschulen geschehen. Warum gerade in diesen drei?

Richtig, wir starten mit der baulichen Umsetzung des Digitalpaktes in diesen Sommerferien an der Lindenschule Bautzen (das ist die Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung im Stadtteil Gesundbrunnen, d. Red.) sowie den Oberschulen in Lohsa und Lauta. Diese Schulen haben wir ausgewählt, weil die Gebäude ganz unterschiedliche Voraussetzungen aufweisen und wir dort für die nächsten Schritte viel lernen können. In den Herbstferien werden diese drei Schulen dann mit Endgeräten ausgestattet. 

Gleichzeitig beginnen spätestens nach den Sommerferien die Vorplanungen für die nächsten sieben Schulen, welche in den Sommerferien 2021 umgebaut werden sollen. Weitere Schulen folgen Schritt für Schritt in den nächsten Jahren. Bis Ende 2024, so sieht es der Digitalpakt vor, soll das Ganze abgeschlossen sein.

Wir sprechen bisher nur von den Schulen in Trägerschaft des Landkreises. Was ist mit allen anderen?

Auch dort läuft der Digitalpakt bis Ende 2024. Um die Umsetzung müssen sich die jeweiligen Schulträger kümmern, also zum Beispiel Städte und Gemeinden oder auch Kirchen. Insgesamt gibt es im Landkreis Bautzen 136 allgemeinbildende Schulen und 17 Berufsschulen mit insgesamt rund 34.000 Schülern. Davon befinden sich 30 Schulen mit insgesamt 12.000 Schülern in der Trägerschaft des Landkreises. Für die Technik gibt es einen Verteilungsschlüssel. Dieser sieht für unsere 30 Schulen vor, dass für jeweils 100 Schüler 28 Endgeräte und zwei digitale Wandtafeln angeschafft werden sollen.

Die werden nicht ausreichen, um alle Klassenzimmer auszustatten. Also wird es auch nach 2024 noch die altbekannten Wandtafeln mit Kreide und Lappen geben?

Natürlich. Und um das mal klarzustellen, weil ich oft darauf angesprochen werde: Es wird auch nicht so sein, dass die Schüler dann nur noch mit Laptop oder Tablet arbeiten. Diese Technik gehört zum Unterricht, aber nicht nur. Jede Schule muss das für sich in ihrem Medienbildungskonzept festlegen. Und nach diesem Konzept richtet sich dann auch, ob der Landkreis beziehungsweise ein anderer Schulträger für die jeweilige Bildungseinrichtung nun Laptops oder Tablets kauft.

Dürfen die Schüler auch private Geräte nutzen, wie Smartphones?

Die Nutzung von privaten Endgeräten muss ganz klar von jeder Schule in ihrem Medienbildungskonzept definiert werden. Technisch gesehen wird es eine Möglichkeit geben, für die Schüler einen Gästezugang bereitzustellen.

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- Wann? Die Befragung findet bis zum Beginn der Sommerferien statt.

- Wie kann ich mitmachen? Den Fragebogen finden Sie unter www.sächsische.de/familienkompass.

- Was passiert mit meinen Daten? Die Daten der Befragung werden streng vertraulich behandelt und ohne Personenzuordnung wissenschaftlich ausgewertet. Und als Dankeschön für die Zeit wartet ein tolles Gewinnspiel. 

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