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Ein Tag ohne Hausschuh-Pflicht

Die Ebersbacher Oberschule präsentierte am Sonnabend der neuen Schülergeneration ihr kreatives Potenzial.

Von Manfred Müller

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Es waren nicht nur Viertklässler mit ihren Eltern, die am Samstagvormittag die Gänge der Ebersbacher Schule bevölkerten. Für die Grundschüler, die ab September zur Oberschule wechseln wollen, ist der Tag der offenen Tür zwar eigentlich gedacht, aber es kamen auch scharenweise junge Leute, die hier einmal die Schulbank gedrückt haben. „Wenn man ausgelernt hat und in seinem Beruf arbeitet, merkt man erst so richtig, wie schön es hier war“, sagt Monique Hoffmann aus Ebersbach. Die junge Einzelhandelskauffrau nutzte die Gelegenheit, um mit ihren Lehrern zu plaudern, Freunde zu treffen und zu schauen, was sich in den vergangenen Jahren im Schulhaus alles verändert hat. Das ist eine ganze Menge, weil Lehrer, Schüler und Förderverein ständig daran arbeiten, eine ebenso kreative wie familiäre Atmosphäre herzustellen. Zum Beispiel im Musikkabinett, wo es keine Schulbänke gibt, sondern Stühle mit kleinen Klapptischen. „Die können wir ganz schnell beiseiteschieben, wenn im Unterricht getanzt wird“, erklärt Musiklehrerin Roswitha Müller.

Auf einer interaktiven Tafel wird dann das neueste Video von Youtube eingespielt, und los geht´s. Ab der 6. Klasse bekommt in Ebersbach jedes Kind Flötenunterricht, und oft finden sich dabei Talente, die später sogar in der Musikschule mit ihrem Können auffallen. Wer glaubt, dass die Jungs dabei nicht so recht mitspielen, der wird im Kurs der 10. Klassen eines Besseren belehrt. Nur zwei von den 13 Schülern, die Musik als Wahlfach belegen, sind Mädchen. Natürlich gibt es auch eine Schulband und Gitarrenunterricht als Ganztagsangebot. „Was mir an unserer Schule am besten gefällt, ist die freundliche Atmosphäre“, sagt Theo Kirschner. „Lehrer und Schüler verstehen sich einfach gut.“ So gut, dass der 15-Jährige selbst einmal im Pädagogen-Beruf arbeiten möchte. Am liebsten als Bio- und Geschichtslehrer. Theo zeigt den Gästen beim Tag der offenen Tür das Freizeitzimmer, in dem sich die Schüler die Wartezeit bis zur Busabfahrt oder die Freistunden verkürzen können. Hier gibt es eine Sitzgarnitur, eine Teeküche, einen Bastel- und einen Spieleschrank. Wenn jemandem im Unterricht mal schlecht wird, kann er sich ebenfalls ins Freizeitzimmer zurückziehen.

Wer in Ruhe seine Schularbeiten erledigen will, geht hingegen ins dafür eingerichtete Hausaufgabenzimmer. Dort ist immer ein Lehrer da, der helfen kann. Eine Bibliothek hilft, wenn Nachschlagewerke notwendig sind. Außerdem stehen vier Computer bereit, mit denen man sich Infos holen kann. In der Ebersbacher Oberschule lernen 290 Kinder, die von 24 Lehrern unterrichtet werden. In jeder Altersstufe gibt es zwei Klassen, in der Neunten drei, sodass die Klassen mit durchschnittlich 22 Schülern nicht allzu stark belegt sind. Die Neigungskurse und Ganztagsangebote werden fantasievoll auf Ökologie, Kunst und Naturwissenschaften ausgerichtet, wobei die Schule immer darauf achtet, dass etwas Bleibendes geschaffen wird. So haben die Schüler einen Solarbrunnen gebaut und eine „Kräuterspirale“, aus deren Pflänzchen in der warmen Jahreszeit Kräutersalz und Kräuteressig hergestellt werden. Selbst alte Handarbeits-Traditionen wie das Stricken und Häkeln werden hier gepflegt. Die Resultate des kreativen Tuns konnte man am Sonnabend in kleinen Ausstellungen bewundern. Auch die Wandgestaltung in Treppenhäusern, Gängen und Klassenzimmern obliegt ganz der Schülerschaft. „Als kleinere Landschule haben wir eine spezielle Kultur zwischen Lehrern und Schülern“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Ute Müller. „Bei uns geht es ziemlich familiär zu.“ Alle kennen einander beim Namen, und im Schulgebäude gilt Hausschuh-Pflicht. Beim Tag der offenen Tür aber durften die künftigen Fünftklässler noch einmal mit schmuddeligen Sneakers durch die Klassenzimmer schlappen.

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