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Ein Taler für die Höckendorfer Orgel

Damit die Königin der Instrumente bald wieder erklingen kann, wird Geld gebraucht. Eine süße Idee soll helfen.

Von Annett Kschieschan

Ein bisschen traurig wirkt es schon, so ein leeres Orgelgehäuse. Verlassen und verstummt eben. In der Orgel der Höckendorfer Kirche gibt es zurzeit keine einzige Pfeife mehr. Allesamt wurden ausgebaut. Das hat natürlich einen Grund. Und der ist kein bisschen traurig. Denn die Höckendorfer Orgel wird saniert. Und dazu müssen die Pfeifen eben ausgebaut werden. Orgelbauer Frank Peiter aus Lengefeld im Erzgebirge kennt sich mit den Besonderheiten der alten Orgeln aus. Er hat unter anderem schon an der Orgel der Friedenskapelle in Kleinnaundorf bei Dresden gearbeitet.

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25 000 Euro für die Restaurierung

Nun wird er das Instrument aus Höckendorf behutsam und Schritt für Schritt wieder auf Vordermann bringen. Die Höckendorfer Orgel gilt als historisch wertvoll. Sie stammt aus der Zeit um 1754/55 und wurde von den Pulsnitzer Orgelbauern Andreas Mager und Johann Christoph Pfützner gebaut. Sie hatten beispielsweise auch das Instrument für das Gotteshaus in Großharthau gefertigt.

Die Höckendorfer Orgel hat lange ihren Dienst getan. Nun aber ist die Restaurierung dringend notwendig geworden. Dauern wird sie voraussichtlich bis Mai nächsten Jahres, informiert der Höckendorfer Kirchenmusiker Tobias Eisner. Ein halbes Jahr lang müssen die Höckendorfer nun ohne ihre ganz eigene Königin der Instrumente auskommen. Kirchenmusik wird es in dieser Zeit natürlich trotzdem geben, verspricht Tobias Eisner. „Damit die Musik im Gottesdienst weiterhin gewährleistet werden kann, wurde ein neues E-Piano angeschafft“, berichtet er.

Im Laußnitzer Ortsteil Höckendorf freut man sich darüber, dass die Orgelsanierung nun starten konnte. Möglich wurde das durch Zuschüsse von der Landeskirche und dem Denkmalamt. Die Arbeiten kosten insgesamt 25 000 Euro. 8 500 Euro davon muss die Kirchgemeinde aus eigener Kraft aufbringen. Eine durchaus beachtliche Summe. Im Kirchenvorstand hat man überlegt, wie man sie am besten schultern kann. Am Ende stand eine im wahrsten Sinne des Wortes süße Idee. „Einer der Höckendorfer Kirchvorsteher hat Kontakt zur Pulsnitzer Pfefferküchlerei Löschner und kam auf die Idee, Orgeltaler herstellen zu lassen, um Spenden für die Restaurierung zu sammeln“, so Tobias Eisner. Der Rest ist Geschichte. In der Pfefferküchlerei fand man den Vorschlag gut, in Höckendorf sowieso. Deshalb gibt hier nun eine ganz besondere Leckerei, die noch dazu perfekt in die Vorweihnachtszeit passt. Die Höckendorfer Orgeltaler bestehen nämlich aus Pfefferkuchenteig. Sie können in der Höckendorfer Kirche vor und nach den Gottesdiensten, im Pfarramt Höckendorf und bei der Bäckerei Haase gekauft werden. Für zwei Euro bekommen die Kunden nicht nur ein süßes Gebäck, sondern auch das gute Gefühl, selber einen kleinen Beitrag zur Orgelsanierung beigetragen zu haben. „Der Erlös kommt zu einhundert Prozent der Orgel zugute“, so Tobias Eisner.

Pfefferküchler helfen

Dass die Idee funktionieren kann, zeigt das Beispiel aus der Kirchgemeinde Neukirch-Schmorkau. Um Geld für Sanierung der Neukircher Kirche zu sammeln, wurde 2011 eigens ein Kirchenmotiv aus Mürbeteig, gefüllt mit weißer, verziert mit dunkler Schokolade entworfen und in der Bäckerei Heydn verkauft.

Nun gibt‘s Süßes für die Höckendorfer und natürlich auch alle Anderen, die den Orgeltaler einmal probieren und die Sanierung des wertvollen Instrumentes unterstützen wollen.