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Ein Teil des alten Betonstegs ist schon weg

Die Sanierung des Naturbads Jahnteich in Weißwasser ist in vollem Gange. Jetzt vergab der Bauausschuss des Stadtrats den Auftrag für das letzte Los.

Die Arbeiten zum Rückbau des Betonstegs im Jahnbad sind in vollem Gange. Spannend wird, was passiert, wenn auch die alten Holzbohlen gezogen werden.
Die Arbeiten zum Rückbau des Betonstegs im Jahnbad sind in vollem Gange. Spannend wird, was passiert, wenn auch die alten Holzbohlen gezogen werden. © Constanze Knappe

Der Bau- und Wirtschaftsausschuss (BWA) des Stadtrats Weißwasser beschäftigte sich am Dienstag erneut mit dem Naturbad Jahnteich. Bereits im Mai hatte der BWA den Auftrag zum Rückbau der Steganlagen und zum Bau der Volleyballplätze vergeben. Jetzt ging es um die Gestaltung eines neuen Spielplatzes und um den barrierefreien Zugang zum Wasser. Zehn Firmen hatten die Ausschreibungsunterlagen abgefordert, fünf von ihnen ein Angebot abgegeben. Das mit 98.585 Euro wirtschaftlichste kam von der Firma Bohr Garten- und Landschaftsbau aus dem Weißenberger Ortsteil Särka. Mit einer Enthaltung erhielt sie den Zuschlag.
Weil es sich um verschiedene Leistungsspektren handelt, waren die Leistungen für die Außenanlagen in getrennten Losen öffentlich ausgeschrieben worden. Mit dem jetzigen Beschluss sei das Bauvorhaben Naturbad Jahnteich zumindest vergabeseitig beendet, erklärte der Baureferatsleiter. Das Baugeschehen ist in vollem Gange. Nach Aussage von Thomas Böse sind die Gebäude weitgehend saniert, derzeit die Maler und Fliesenleger zugange. „Die Steganlage ist zur Hälfte abgerissen“, fügte er hinzu.

AfD stellt Bad infrage

Alles in allem wird die Sanierung des Jahnbads 602.000 Euro kosten, wofür es einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent aus dem europäischen Efre-Fördertopf gibt. Wie AfD-Stadtrat Hermann Holdt sagte, sei ein Bad immer ein Zuschussgeschäft. Insofern bleibe in Weißwasser zu hoffen, dass es irgendwann einen Gönner dafür gibt. Offenbar hat man bei der AfD grundsätzliche Bedenken, was das Bad angeht. „Die Leute werden zum Baden an den Bärwalder See oder nach Krauschwitz fahren und nicht in diesen Tümpel gehen“, so Hermann Holdt.

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Es sei ihr gutes Recht, wenn Leute nach Spremberg fahren oder an den Bärwalder See, räumte auch Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) ein. „Das Schlimme in unserer Stadt ist, dass das, was wir haben, von vielen einfach negiert wird“, erklärte er. Der OB verwies auf die Tradition des 1935 gebauten Jahnbads. „Wir sollten uns darauf besinnen. Unsere Vorfahren, die die Stadt aufgebaut haben, haben sich ja was dabei gedacht“, sagte er. Auch werde es eine solche Chance mit Förderung in dieser Höhe nie wieder geben. Das Bad sei ein Stück Lebensqualität für Weißwasser. Familien mit Kindern würden gerne hingehen. Jetzt sei es wichtig, die Voraussetzungen für einen Betreibervertrag zu schaffen.

Kritik am Baufortschritt

Timo Schutza (Klartext) hatte bei all den für die Baumaßnahmen notwendigen Beschlüssen „keine Bauchschmerzen“. Es sei eine Aufwertung des Jahnbads. Im Zusammenhang mit der Gestaltung des Grünzugs wären viele Städte neidisch, so etwas zu besitzen. Wenn man bedenkt, wie viele Firmen mit den Aufträgen Geld verdient haben, das sei nicht vom Tisch zu wischen.

Am Tag nach dem Beschluss sah sich Hermann Holdt im Jahnbad um, so wie er sich alle 14 Tage dort vom Stand der Dinge überzeuge. Er fand, dass der Betonsteg erst zu einem Viertel weg ist. Die Elektriker müssten noch ran und auch an der Fassade gebe es noch so Einiges zu tun. „Ich bin enttäuscht, weil die Informationen im Ausschuss ganz andere waren. Da klang es ja fast so, als sei das Bad bald fertig“, sagte er.

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Dass er im BWA für die Vergabe des Auftrags stimmte, sieht er nicht im Widerspruch zu seiner generellen Kritik. Als das Gesamtpaket beschlossen wurde, sei die AfD noch nicht im Stadtrat vertreten gewesen. Es mache keinen Sinn, womöglich die Fertigstellung zu blockieren. Grundsätzlich aber frage er sich nach wie vor, wer angesichts der „Verwaldung des Teichs“ und der weiteren Ausbreitung der Wasserpest überhaupt noch in dem Jahnteich baden will.

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