merken
PLUS

Zittau

Ein Toter nach Explosion in Müllanlage

Der Vorfall auf der Giftmülldeponie bei Ceska Lipa hat nun einen Mann das Leben gekostet. Doch wer trägt Schuld an dem Unglück?

Ärztliche Hilfe brauchten wegen der Schadstoffe in der Luft auch zehn Feuerwehrleute, die bei der Explosion im Einsatz waren.
Ärztliche Hilfe brauchten wegen der Schadstoffe in der Luft auch zehn Feuerwehrleute, die bei der Explosion im Einsatz waren. © HZSLK

Zwei Tage nach der Explosion in einem Entsorgungsbetrieb für gefährliche Abfälle in Hamr na Jezere (Hammer am See) bei Česká Lípa (Böhmisch Leipa) ist ein Betroffener gestorben. "Er erlag am Donnerstag seinen Verletzungen", teilt Vaclav Ricar als Sprecher des Krankenhauses in Liberec (Reichenberg) mit. Dort war der Mann nach dem Vorfall in Behandlung. Ein zweiter schwer verletzter Mitarbeiter kam ins Krankenhaus nach Vinohrady, einem Stadtteil von Prag. Er soll inzwischen außer Lebensgefahr sein. 

Am Dienstag kam es in der nordböhmischen Giftmülldeponie der Firma Purum zu einer Explosion. Insgesamt acht Mitarbeiter erlitten Verletzungen. Auch zehn Feuerwehrleute mussten wegen der Schadstoffe in der Luft ärztlich behandelt werden. Das Unternehmen ist seit 2002 in Hamr na Jezere tätig. Der Betrieb verlief bislang problemlos. Eine chemische Reaktion soll die Explosion ausgelöst haben. Die Polizei ermittelt. Sollte sie einen Tatverdächtigen finden, drohen ihm bis zu acht Jahre Gefängnis.

Firma könnte Geldstrafe drohen

Mit dem Unglück befassen sich seit Mittwoch auch staatliche Spezialisten für Arbeitsschutz. Sollte die Firma die Sicherheitsvorschriften verletzt haben, könnte sie mit zwei Millionen Kronen (fast 80.000 Euro) bestraft werden. Diese wiederum will sich mit der Umweltinspektion in Tschechien auseinandersetzen, obwohl diese den Betrieb dieses Jahr schon geprüft hat.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Giftmüll-Explosion: Helfer sind kontaminiert

Seit dem Einsatz auf der Deponie bei Ceska Lipa leiden Betroffene an Atemproblemen oder Ausschlag. Und noch immer laufen die Ermittlungen.

"An der Stelle der Explosion wurde Schwefelsäure gefunden", berichtet Lucie Hložková von der Feuerwehr. "Es handelte sich aber um eine Kombination mehrerer chemischer Stoffe", so die Sprecherin. Wie sie mitteilt, werden derzeit Stoffproben im chemischen Labor in Kamenice (Kamnitz) untersucht. "Die Messergebnisse bekommt die Polizei."

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.