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Ein tragischer Totschlag

Der 80-jährige Angeklagte hat seine Frau erlösen wollen – er war aber wohl auch mit der Betreuung überfordert.

Von Alexander Schneider
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Wachtmeister führen Siegfried M. am Landgericht Dresden in den Gerichtssaal.
Wachtmeister führen Siegfried M. am Landgericht Dresden in den Gerichtssaal. © Sven Ellger

Drei Tage hat sich das Landgericht Dresden mit dem tragischen Fall des Rentners Siegfried M. und seiner Ehefrau beschäftigt. Der 80-Jährige hat im August vergangenen Jahres seine schwerkranke Frau Dagmar M. getötet und wollte unmittelbar danach auch seinem eigenen Leben ein Ende setzen. Als er jedoch im zehnten Stock seines Wohnhauses in der Gerokstraße mit der Hilfe einer Trittleiter über das Balkongeländer geklettert war, hatten ihn Mut und Kraft für diesen letzten Schritt verlassen. „Ich habe sie erlöst“, sagte der Angeklagte vergangene Woche zum Auftakt seines Prozesses vor der Schwurgerichtskammer. Er habe gespürt, dass seine Frau nicht mehr haben leben wollen.

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