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Ein Traum in Gold aus Radeberg

Schneidermeisterin Ines Günnel näht die Kleider der Debütantinnen des 10. Semperopernballs.

Von Jens Fritzsche

Die gesunde Drittelstunde

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Ein bisschen wie Aschenbrödel auf dem Ball des Prinzen fühlen? Ein klein wenig wird es alljährlich den Debütantinnen auf dem Semperopernball in Dresden so gehen – und einen großen Anteil hat Ines Günnel aus Radeberg. Denn die Schneidermeisterin, die ihr Geschäft direkt am Markt hat, schneidert die Ballkleider, die der bekannte Dresdner Modedesigner Uwe Herrmann jedes Jahr aufs Neue entwirft.

Etliche Jahre war es ja eines der am besten gehüteten Geheimnisse des Semperopernballs, welche Farbe und welches Design die Kleider haben. „Aber seit dem vorigen Ball wird das Geheimnis immer ein wenig eher gelüftet“, sagt Ines Günnel – und so lässt sich nun auch schon mal ein Blick in die Werkstatt hinter dem Ladengeschäft werfen. Hier werden seit zehn Jahren die Kleider für die 90 Debütantinnen geschneidert.

„Allerdings werden mehr als nur die benötigten 90 Kleider geschneidert“, sagt Modeschöpfer Uwe Herrmann. „Da wir ja erst wenige Wochen vor dem Ball die genauen Größen der jungen Frauen kennen, müssen wir vorbereitet sein und ein bestimmtes Spektrum verschiedener Größen auf Vorrat nähen“, erläutert er. Diese Kleider werden dann für jede der letztlich ausgewählten Tänzerinnen passend gemacht. Die Kleider können nach dem Ball von Debütantinnen zu einem Sonderpreis gekauft werden – „etwa 30 Prozent machen das“, sagt Herrmann. Die restlichen Kleider gehen in den Einzelhandel. Zwischen 600 und 700 Euro kostet ein Kleid dann. Ein stolzer Preis? „Im Vergleich zu München ist das preiswert, dort würde es um die 1 000 Euro kosten“, weiß Uwe Herrmann.

Meisterin ihres Faches

Und wenn der Dresdner auf die Radebergerin Ines Günnel zu sprechen kommt, gerät er ins Schwärmen. „Sie ist eine der wenigen Fachschneiderinnen, der man diese Aufgabe anvertrauen kann – dazu braucht es Können, Geschick und Geduld“, freut er sich, dass die Zusammenarbeit seit zehn Jahren währt. „Wir reden hier über rund 500 Arbeitsstunden für jede Ball-Kollektion“, sagt Uwe Herrmann.

Wobei die Zusammenarbeit der beiden über den Semperopernball hinausgeht: „Ines Günnel und Team ändern für uns auch gut einhundert Brautkleider pro Jahr, hinzu kommen etwa einhundert Abendkleider – ich bin von der Qualität hier absolut überzeugt. Bei den Kleidern für die Debütantinnen können wir uns einfach keine Fehler leisten“, ist der Dresdner voll des Lobes. Und schiebt nach: „Ines Günnel gehört wirklich zu den Besten“ Ein Lob, in das der Dresdner dabei unbedingt auch die jungen Mitarbeiterinnen der Radeberger Schneidermeisterin einschließt, wie er klarstellt. „Sie bildet ja auch immer wieder junge Leute aus, das begeistert mich – ich habe in meinem Unternehmen in Dresden leider keine Möglichkeit dazu, deshalb unterstütze ich sie voll und ganz!“ Auch in den Tagen kurz vor dem Opernball setzt Uwe Herrmann auf die tatkräftige Unterstützung aus Radeberg. „Ines Günnel ist so etwas wie meine Erste Hilfe“, sagt er schmunzelnd. „All die Arbeit mit den Kleidern wäre ohne sie einfach nicht zu schaffen!“

Beim Semperopernball selbst war die Radebergerin noch nie dabei. „Weder drinnen in der Semperoper noch draußen bei der Party davor“, sagt sie. Und verrät auch den Grund: „Ich bin eine Frostmemme, bei der Party vor der Oper wäre es mir einfach zu kalt …“ Aber vielleicht macht Ines Günnel ja diesmal eine Ausnahme? Immerhin ist es der Jubiläums-Ball, der am 30. Januar gefeiert wird.

Gefeiert wird beim Semperopernball am 30. Januar nicht nur drinnen, sondern ab 19 Uhr auch draußen, beim Semper-Open-Air-Ball www.semperopernball.de

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