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Ein Traumhaus hoch in den Bäumen

Dieter Kroschke errichtet ein Baumhaus ganz nach seinen Vorstellungen. Dafür geht er ungewöhnliche Wege.

© Dietmar Thomas

Von Eric Mittmann

Großweitzschen. Eine Milchkanne sowie mehrere Holzdocken laden am Boden dazu ein, den Aufstieg zu wagen. 14 Stufen geht es von da aus nach oben. Dort hängt es, in drei Metern Höhe zwischen drei Bäumen: Das Baumhaus von Dieter Kroschke.

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„Es war damals mein Wunsch gewesen, ein Baumhaus zu bauen. Nicht für mich, sondern natürlich für meine Enkelkinder. In der DDR-Zeit hatten wir so etwas doch noch gar nicht“, sagt Kroschke über den Entstehungsprozess des Hauses. Es gäbe zahlreiche Angebote in Baumärkten. Diese hätten ihm jedoch nicht zugesagt. „Ich wollte etwas Eigenes, also habe ich 2012 selbst angefangen.“ Er übernahm die Planung. „Die Treppe, der Balkon, das war alles in meinem Kopf. Der Balkon war mir auch sehr wichtig, den wollte ich von Anfang an. Er hätte etwas größer sein können, aber das ist schon in Ordnung“, so Kroschke.

Heute sitze er hin und wieder mit seinen Schwiegersöhnen auf ein Bier oder auch zu Kaffee und Kuchen im Baumhaus. „Zusammen mit einem Bekannten haben sie mir zu Ostern 2012 geholfen, die Grundplatte zu bauen. Den Rest habe ich dann selbst gemacht. Zu dieser Zeit war ich noch auf Montage, konnte also nur an den Wochenenden am Haus arbeiten, wenn nicht gerade andere Dinge anstanden. Bis zum Ende des Jahres war trotzdem alles fertig“, erzählt Kroschke.

Die Farbe des Hauses, die Kombination aus Lila und Weiß, sei an sogenannte Schwedenhäuser angelehnt. „Die beiden Fenster waren eigentlich mal ein großes. Das habe ich von einem Kameraden der Freiweilligen Feuerwehr bekommen. Es hat zwei Stunden gedauert, bis ich es mit einem Fuchsschwanz auseinandergesägt hatte“, so der Gallschützer Ortschronist. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Bis zur Ortskirche reicht der Blick aus dem Haus. Möglich wird dies auch dadurch, dass Kroschke zuletzt einige Bäume auf seinem Grundstück fällte. Seitdem habe er auch einige Komplimente von seinen Nachbarn erhalten. „Den Leuten gefällt es. Erst haben sie es gar nicht gesehen, weil alles zugewachsen war. Nun fällt es ihnen jedoch auf.“

Ein Grund für die Begeisterung könnte laut Kroschke auch der Fakt sein, dass sein Haus einzigartig in der Region sei. „Es gibt noch ein bis zwei Häuser in der Umgebung, allerdings nicht in dieser Größenordnung. Und schließlich war das hier alles meine Idee“, so der Baumaschinist.

Zusätzlich zu den umstehenden Bäumen nahm Kroschke Anfang des Jahres auch die Kronen der tragenden Bäume ab. Der Grund dafür: Die heftigen Winde, die auch in Gallschütz zuletzt immer wieder wüteten. „Es war jetzt keine Gefahr, aber das Haus hatte schon ganz schön gewackelt“, sagt er. Durch die Abholzung habe sich eine neue Möglichkeit ergeben. „Vielleicht baue ich noch eine zweite Etage drauf. Im Moment habe ich aber erstmal andere Sachen zu erledigen.“

Einzig bei seinen Enkelkindern kommt das Baumhaus momentan nicht so gut an. „Sie wollen lieber in den Pool. Vielleicht ändert sich das aber noch, wenn sie dann Ferien haben und im Haus auch übernachten können“, sagt Kroschke.