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Ein Tritt in den Hintern der Wähler

über Keuerlebers Rücktritt

Jens Ostrowski

Von außen betrachtet scheint Hannes Keuerleber ein unsauberes Spiel zu spielen. Denn ohne die SPD im Rücken – und ohne den Listenplatz 1 bei der Kommunalwahl, ist es nur schwer vorstellbar, dass der Ex-SPD-Ortsvereinschef überhaupt in den Stadtrat gewählt worden wäre. Denn: Wer sozialdemokratisch wählen möchte, aber die Kandidaten nicht kennt, stimmt oft für die erste Person auf der Liste – genau deshalb ist dieser Platz bei Politikern auch so beliebt. Er bringt Extrastimmen. Dass Keuerleber trotz dieser exponierten Stellung auf der Wahlliste nur die drittmeisten Stimmen bei den Sozialdemokraten bekommen hat, spricht für die These, dass er ohne Unterstützung der SPD wohl eher nicht in den Stadtrat eingezogen wäre. Und nun fällt er der Partei, die ihm trotz aller Vorbehalte aus den eigenen Reihen das Vertrauen aussprach und ihn zum Spitzenkandidaten ernannte, in den Rücken. Niemand kann ihm verübeln, dass er nach allen Querelen im Ortsverein die SPD verlässt – dass er sein Mandat behält, aber schon. Das ist zwar nicht rechtlich zu beanstanden, doch moralisch allemal. Diese Entscheidung hinterlässt einen bitteren Beigeschmack, nicht nur bei den Genossen, sondern auch bei Bürgern, die der SPD ihre Stimme gegeben haben.

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