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Ein Warnschuss als Startschuss?

Die deutschen Hockey-Männer schneiden bei einer WM so schlecht ab wie zuletzt 1971. Nun soll sich einiges ändern.

Erstmals seit der Premiere im Jahr 1971 findet das Herren-Halbfinale einer Hockey-WM ohne die Titelsammler aus Deutschland statt. Zwar gewann die erfolgsverwöhnte Auswahl von Bundestrainer Markus Weise gestern ihr letztes Vorrundenmatch souverän gegen Südkorea 6:1. Doch Rivale Argentinien hatte dem Olympiasieger durch ein 5:1 über Südafrika die letzten vagen Hoffnungen aufs Erreichen des Mindestziels genommen.

„Was das deutsche Hockey in den letzten zehn, zwölf Jahren erreicht hat, war einzigartig. Vielleicht ist es da sogar ganz hilfreich, wenn es auch mal anders als erhofft läuft“, erklärte DHB-Präsident Stephan Abel. Man werde „vieles auf den Prüfstand stellen“, um dem Auswahlteam und ihrem nicht zur Disposition stehenden Trainer „mehr Freiräume“ für eine angemessene Vorbereitung auf Top-Events zu verschaffen. „Wenn wir bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllen, kann das immer in einer Enttäuschung enden“, so Abel.

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Dass die deutschen Männer in den Niederlanden Schiffbruch erleiden würden, war befürchtet worden. Stammspieler waren entweder verletzt oder nicht in Form. Weise hatte zudem immer wieder die sehr kurze Vorbereitung beklagt: „Um reinzukommen, hatten wir drei Spiele in Düsseldorf und die ersten WM-Spiele hier. Uns fehlten mindestens vier Wochen.“ Angemahnt hatte er das bereits 2012, passiert ist seitdem nichts. Erst für die kommende Saison hat sich der Verband mit der Liga auf Veränderungen geeinigt, um dem Nationalteam mehr Trainingsmöglichkeiten an den zentralen Stützpunkten zu ermöglichen. Ein wichtiger Schritt, für die WM kommt er aber zu spät. „Wenn man alles gewinnt, glaubt einem ja niemand. Wenn man dann ins Klo greift, hören wohl ein paar Leute mehr zu“, hofft Weise. (dpa/sid)