merken
PLUS

Ein weiterer Seenland-Kanal entsteht

Gebaut wird jetzt die Verbindung zwischen Blunoer Südsee und Sabrodter See.

Der Blunoer Südsee (links) hat derzeit keine richtige Verbindung zu einem der Nachbarseen. Jetzt wird der Durchstich zum Sabrodter See vorgenommen.
Der Blunoer Südsee (links) hat derzeit keine richtige Verbindung zu einem der Nachbarseen. Jetzt wird der Durchstich zum Sabrodter See vorgenommen. © LMBV / Peter Radke

Die meisten Überleiter im Lausitzer Seenland, die auch als schiffbare Verbindungen ausgelegt sind, wurden bereits gebaut. Bis Ende April 2020 soll nun die Verbindung zwischen dem Blunoer Südsee und dem Sabrodter See geschaffen werden. Wie die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH gestern mitteilte, wurde der Auftrag für das Errichten des sogenannten Überleiters 3 an die Strabag AG vergeben.

Gut 500 Meter südlich von Bluno soll der Blunodamm geöffnet und ein Brückenbauwerk errichtet werden. Bislang wurden die Differenzen bei den Wasserständen beider Seen mithilfe einer Leitung ausgeglichen. Die kann nun zurückgebaut werden. Der künftige Einschnitt im Damm soll laut LMBV 77 Meter lang sein. Da alle schiffbaren Verbindungen im Lausitzer Seenland so ausgelegt sind, dass ein Schiff von ganz bestimmten Ausmaßen, das sogenannte Bemessungsschiff, sie passieren kann, ergeben sich bestimmte Abmessungen. Das Profil des Überleiters in der Sohle ist ca. 17,45 Meter breit und wird im Anfangs- und Endbereich an die lichte Weite des vorhandenen Geländes mit 19,40 bis 20,65 Meter angepasst. Die Fahrrinnenbreite beträgt mindestens 13,50 Meter. Die Brücke, die für den obligatorischen Wirtschaftsweg über den Überleiter gebaut wird, soll insgesamt rund 57 Meter lang sein. Die lichte Weite soll rund 24 Meter betragen. Die lichte Durchfahrtshöhe von 3,60 Meter soll auch beim maximalen Endwasserspiegel gegeben sein. Dann hat man auch 3,70 Meter Wassertiefe. Der gesamte Baustellenverkehr soll von Norden aus Richtung B 156 erfolgen.

Anzeige
Schon eine Geschenkidee für Weihnachten?
Schon eine Geschenkidee für Weihnachten?

Gibt es ein besseres Geschenk als Zeit? Verschenken Sie sie doch einfach mit spannenden gemeinsamen Erlebnissen. Die Erlebnisfabrik hat viele Ideen.

Mit dem Überleiter 3 wird die Seenkette des Lausitzer Seenlandes weiter ausgebaut. Um Anschluss an den westlichen Teil zu bekommen, muss aber auch der Überleiter 3 a zwischen Blunoer Südsee und Neuwieser See gebaut werden. Wie das Hoyerswerdaer Tageblatt vor gut drei Wochen berichtete, hat die Landesdirektion Sachsen den Änderungsplanfeststellungsbeschluss erlassen. Damit besteht Baurecht. Der Kanal soll einschließlich der Fahrrinnen eine Länge von rund 420 Metern und eine Breite von 6 bis 25 Metern haben. Aufgrund eines großflächigen Grundbruches im Tagebaufeld Spreetal im Herbst 2010 konnte das schon fertig geplante Vorhaben nicht realisiert werden. Der gesamte Bereich wurde zum Sperrgebiet erklärt. Die LMBV hat das Projekt überarbeitet und an die veränderten Bedingungen angepasst. Es wurde insbesondere die Standsicherheit der Kanalbrücke und des Absperrbauwerkes erhöht. Die überarbeiteten Planungen bedurften einer erneuten Genehmigung. Diese wurde mit dem Änderungsplanfeststellungsbeschluss erteilt.

Gleich nebenan am Nordwestufer des Neuwieser Sees beginnen in dieser Woche im Bereich der Innenkippenflächen am Restloch „Leichterungsplatz“, der zum ehemaligen Tagebau Bluno gehört, zweiwöchige Belastungstests im Auftrag der LMBV. Dazu wurde die Fläche südlich von Klein Partwitz in der Nähe der Staatsstraße 234 zunächst gerodet. Anfänglich finden in abgestufter Weise Belastungen mit Walzen sowie mit beladenen Dumpern statt. Es erfolgt ein aufwendiges Begleitmonitoring, wobei unter anderem Porenwasserdrücke als auch Schwingungseinträge im Boden gemessen werden. Die Testfelder befinden sich im geotechnischen Sperrbereich der LMBV, es gilt striktes Betretungsverbot. Innerhalb dieser Testreihe, so kündigte die LMBV gestern an, werden am 22. Februar und am 8. März zwei Belastungssprengungen durchgeführt.

Doch in der Seenkette geht es nicht nur darum, dass zwischen den Seen das Wasser ausgetauscht wird, es soll auch wieder an Flüsse abgegeben werden können. Derzeit laufen im Auftrag der LMBV Arbeiten in Vorbereitung eines Ableitersystems vom Sedlitzer See zur Schwarzen Elster praktisch direkt neben dem LMBV-Verwaltungssitz in Senftenberg. Die Trasse muss nämlich erst einmal hergerichtet werden, da sie zum Teil über eine Tagebaukippe, also Untergrund verläuft, der nicht tragfähig ist bzw. zum Verflüssigen neigt. Eingesetzt werden dabei die seit Jahrzehnten bewährte Rütteldruck- (RDV) bzw. Rüttelstopfverfahren (RSV). Gearbeitet wird vom LMBV-Gebäude in Richtung Sedlitzer See. Die RDV-Lanze ist einschließlich Rüttler etwa 41 Meter lang und 16 Tonnen schwer. Als Trägergerät kommt ein Raupenkran mit einem etwa 80 Meter langen Ausleger und einem Gesamtgewicht von rund 400 Tonnen zum Einsatz. Das Gerät wurde in den letzten Tagen einsatzfertig montiert. Jetzt werden noch Erdmassen auf das Gelände aufgetragen. Die Trasse ist insgesamt 1,5 Kilometer lang. Die Verdichtungsarbeiten sollen bis Ende 2020 abgeschlossen sein.