merken
PLUS Sachsen

Ein weiteres Jahr voller Extremwetter in Sachsen

Hitze, Dürre und ein heftiger Orkan prägen 2019 – nun setzt die Jahreszeiten-Vorhersage da noch etwas drauf.

Das Elbufer in Dresden war fast das gesamte Jahr über großflächig trocken.
Das Elbufer in Dresden war fast das gesamte Jahr über großflächig trocken. © Sven Ellger

Dresden/Leipzig/Offenbach. Die Folge von extremen Jahren reißt nicht ab. 2019 wird für Sachsen wie auch für Deutschland das drittwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Das geht aus den Daten des Deutschen Wetterdienstes hervor. Stand Sonntagmittag haben die DWD-Meteorologen die Jahresdaten schon mal für die SZ zusammengefasst. Beim Blick auf die Extremwerte in Sachsen fallen zwei Städte besonders auf.

Nossen wird von Orkan, Hitze und Dürren am härtesten getroffen. Görlitz indes ist 2019 der hellste Ort. Mehr Sonne gab es nirgends. 2.094 Stunden lang schien sie hier und damit anderthalb Mal so oft wie normal, sagt der Leipziger DWD-Meteorologe Thomas Hain. Aber auch sonst sei Sachsen beim Thema Licht gut dabei. 25 Prozent mehr Sonnenstunden wurden gemessen, 400 Stunden mehr als im Durchschnitt der Vergleichsjahre 1961-90.

Anzeige
Premierenmarathon in der Semperoper
Premierenmarathon in der Semperoper

Der Spielplan der Semperoper hält für den Oktober einen Premierenmarathon von vier Neuproduktionen bereit.

Viel Sonne, hohe Temperaturen und fehlender Niederschlag, das bringt Dürren. Zwar seien bundesweit durch den November und Dezember die Wasserspeicher wieder aufgefüllt. Übers Jahr betrachtet fehle in ganz Deutschland fast nichts mehr an Niederschlag.

Für Sachsen gelte das aber so nicht, sagt Hain. Nur 85 Prozent vom üblichen Niederschlag gab es hier. In Dresden fehlt ein Fünftel, in Nossen sogar ein Drittel des Niederschlags. Und Nossen fällt noch einmal auf: Als am 10. März Orkan Eberhard übers Land fegt, tobt er dort mit 108,7 Stundenkilometern besonders stark. Das ist Windstärke 11 kurz vor 12, was nur sehr selten an Land vorkommt. In Görlitz indes herrscht da lediglich Sturm mit 89 Stundenkilometern.

Dass es bereits im Juni zwei Hitzewellen gibt, nennt Meteorologe Hain als sehr auffällig. „Einen solchen Zeitpunkt mit den höchsten Temperaturen, hat es in dieser Form noch nicht gegeben.“ Dresden-Hosterwitz erreicht am letzten Junitag 38,1 Grad im Elbtal. Und überhaupt ist dort übers ganze Jahr betrachtet die wärmste Region Sachsens. Den Hitzerekord für 2019 bekommt indes Bad Muskau mit 38,6 Grad.

„Neun der zehn wärmsten Jahre seit 1881 liegen in der letzten Dekade“, sagt DWD-Sprecher Uwe Kirsche. „Dies lediglich als markant zu bezeichnen, wäre zu freundlich. Das ist schon ein Knaller. Der Klimawandel bleibt auf der Überholspur.“

Weiterführende Artikel

Sächsische Forscher enträtseln Dürre-Phänomen

Sächsische Forscher enträtseln Dürre-Phänomen

Auch im Mittelalter gab es extreme Hitzewellen und Dürren. Sie hatten den gleichen Auslöser wie die Extremwetter der letzten Jahre.

Kommt der Schnee erst im März?

Kommt der Schnee erst im März?

Die Wetterfachleute wagen sich noch nicht, den Winter im Elbtal ganz abzuschreiben. Doch mehrere Fakten sprechen gegen ihn.

Die Weltmeere sind so warm wie nie zuvor

Die Weltmeere sind so warm wie nie zuvor

Die Meereserwärmung löst Wirbelstürme aus und kann auch hinter Waldbränden wie in Australien stecken. Forscher schlagen mit neuen Daten Alarm.

Alle Wetter, da braut sich was zusammen

Alle Wetter, da braut sich was zusammen

Neue Extreme verderben den Spaß am Wetter. Doch solche Extreme werden nicht mehr lange Extreme sein. Ein Kommentar von Stephan Schön.

Und auch mit den ersten Tagen im neuen Jahr scheinen die Sonnenstunden in Sachsen gleich auf neue Januarrekorde zuzusteuern. Und bis dahin bleibt es bei den Temperaturen eine etwas verkehrte Welt: Die wärmsten Gegenden dieser Tage sind die Gipfel der Mittelgebirge. Inversion nennen das die Meteorologen, die nun auch an den allerletzten Resten Schnee noch nagt.

Mehr zum Thema Sachsen