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Ein Zaun an der Grenze zu Russland

In der Ukraine halten Konflikte und Gespräche an. Ein reicher Gouverneur will die Grenze zum großen Nachbarn dichtmachen.

Kiew. Überschattet vom Gasstreit und dem Konflikt in der Ostukraine haben die Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, erstmals miteinander telefoniert. Zuletzt waren Verhandlungen über ein Ende des milliardenschweren Gasstreits mehrfach ergebnislos vertagt worden. Die ukrainische Führung warf Russland vor, trotz aller Zusagen die Versorgung der Separatisten mit Waffen nicht zu verhindern. Mindestens drei Panzer für die militanten Aufständischen seien illegal über die Grenze gelangt, teilte Poroschenko in Kiew mit. Moskau ließ den Vorwurf unkommentiert im Raum stehen.

Entprechend besorgt zeigte man sich in Berlin. Wenn sich bestätige, dass die Separatisten in der Ostukraine Panzer und weitere schwere Waffen aus Russland erhalten hätten, dann wäre das eine schwerwiegende und sehr besorgniserregende Entwicklung“, sagte Regierungssprecher Seibert. Positiv bewertete er die Fortsetzung des russischen Truppenabzugs von der ukrainischen Grenze, die Planung „humanitärer Korridore“ für Hilfstransporte in die Ostukraine und die Ankündigung Moskaus, die Grenze besser kontrollieren zu wollen.

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Just diese Grenze zu Russland auf der kompletten Länge von 1 920 Kilometern möchte der ukrainische Milliardär Igor Kolomojski künftig mit einem Elektrozaun absichern. Eine solche zusätzlich mit Stacheldraht verstärkte Absperrung sei notwendig, um die Ukraine vor Eindringlingen aus einem Nachbarland zu schützen, „das eine aggressive Politik gegenüber der Ukraine verfolgt“, sagte er. Vor dem Zaun sollten außerdem Gräben ausgehoben und ferngesteuerte Minen verlegt werden. Das rund 100 Millionen Euro teure Projekt könne innerhalb von sechs Monaten fertiggestellt werden, hieß es.

Der russlandkritische Oligarch Kolomojski zählt zu den reichsten Männern der Ukraine und war im März von der prowestlichen Führung in Kiew als Gouverneur der Region Dnepropetrowsk eingesetzt worden. Der Vorschlag wurde bereits an Präsident Poroschenko weitergeleitet, der sich dazu bislang aber nicht äußerte, Moskau jedoch immer wieder vorwirft, den Aufstand der Milizen zu unterstützen. (dpa/SZ)