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Einblick ins gesperrte Hallenbad

Seit Monaten ist die Riesaer Anlage dicht. Die Arbeiten gehen voran - werden aber teurer.

Zwei von der Schwimmhalle: Reiner Striegler ist Geschäftsführer des Bad-Betreibers Magnet, Katja Sieber vertritt die Stadtwerke Riesa, denen das Gebäude gehört.
Zwei von der Schwimmhalle: Reiner Striegler ist Geschäftsführer des Bad-Betreibers Magnet, Katja Sieber vertritt die Stadtwerke Riesa, denen das Gebäude gehört. © Sebastian Schultz

Riesa. Gut verpackt schwebt der schwere Kasten ein: Am Dienstag hat ein Autokran die Lüftungsanlage für das Sprungbecken im Riesaer Hallenbad angeliefert. Seit mittlerweile vier Monaten ist der markante Bau neben der Sachsenarena gesperrt, weil nach mehr als 20 Jahren Dauerbetrieb eine Sanierung der Technik überfällig war. Der Kran setzt seine Last direkt neben der Halle ab. 

Eigentlich sollten alle Lüftungsanlagen wieder ins Kellergeschoss. Aber der Umbau-Aufwand dafür wäre zu groß geworden. Zu große Löcher hätte man in Decken und Wände reißen müssen, um alle Anlagen wieder ins Untergeschoss bekommen zu müssen. So wird die Lüftungsanlage für die Sprunghalle nun ihren Platz dauerhaft vor der Ostfassade finden.

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Bauherr sind die Stadtwerke Riesa, denen die Schwimmhalle in der Pausitzer Delle gehört. Kalkuliert hatte das städtische Unternehmen ursprünglich mit Umbaukosten von 4,5 Millionen Euro, wovon 1,8 Millionen als Fördermittel vom Freistaat bewilligt wurden. "Aber die Summe wird nicht ganz reichen", sagt Katja Sieber von den Stadtwerken. Es sei davon auszugehen, dass die Sanierung teurer wird als gedacht. "Eine genaue Summe können wir aber noch nicht nennen. Es fallen noch Kosten für ungeplante Zusatzleistungen an."

Ein Grund für die Teuerung, so sagt es Reiner Striegler vom Badbetreiber Magnet, sei die Verschiebung der Sanierungsmaßnahme von 2019 auf 2020. "Die Baukosten entwickeln sich rasant." Beim Freistaat hatte man seinerzeit noch gehofft, dass der Bau durch die Verschiebung günstiger werden könnte, weil Baufirmen niedrigere Gebote abgeben. Die Hoffnung jedenfalls ging nicht auf. 

Ein zweiter Grund für steigende Baukosten seien Überraschungen, die immer drohten, wenn man in einem Altbau eingreift. "Das Riesaer Hallenbad ist mittlerweile 43 Jahre alt", sagt Reiner Striegler. 

Ein Autokran hat am Dienstag die neue Lüftungsanlage für das Springerbecken angeliefert. Weil sie nicht mehr in den Keller passt, wird die Technik dauerhaft außen installiert.
Ein Autokran hat am Dienstag die neue Lüftungsanlage für das Springerbecken angeliefert. Weil sie nicht mehr in den Keller passt, wird die Technik dauerhaft außen installiert. © Sebastian Schultz
Die Pumpenanlagen mussten nach zwei Jahrzehnten Dauerbetrieb komplett ausgetauscht werden.
Die Pumpenanlagen mussten nach zwei Jahrzehnten Dauerbetrieb komplett ausgetauscht werden. © Sebastian Schultz
Auf der Rückseite entsteht ein Anbau als zentrales Lager für Schwimmhilfen und Chemikalien.
Auf der Rückseite entsteht ein Anbau als zentrales Lager für Schwimmhilfen und Chemikalien. © Sebastian Schultz

Zusätzlichen Sanierungsbedarf gab es aber auch im Bereich des Springerbeckens, das erst halb so alt wie der Rest des Bades ist. Dort hatte es zuletzt Spannungen im Fußbodenaufbau gegeben, so dass sich immer mehr Fliesen ablösten. Diese wurden bei der Gelegenheit gleich mit erneuert. Allerdings hat das Fliesenstemmen ordentlich Staub in der Halle gemacht, der sich jetzt als ein dünner Film auf dem Wasser des Schwimmerbeckens absetzt - so dass die Oberfläche aussieht, als läge eine leicht staubige Glasplatte drauf.

"Das Wasser muss auch während der Bauarbeiten drin bleiben - aus statischen Gründen", erklärt Reiner Striegler. Nur das Springerbecken selbst ist derzeit leer, so dass die Edelstahlwände bald mit dem Kärcher gereinigt werden können.

 Direkt oben drüber wurden Teile der Dachverkleidung ausgewechselt, die schon angerostet waren. Damit die künftig länger hält, wird gleichzeitig auch die Belüftung des Hallenbads verbessert. Die hohe Luftfeuchtigkeit war vor allem Besuchern auf der Empore aufgefallen. Das sorgte nicht nur für beschlagene Fensterscheiben, sondern griff auch das Gebäude selbst an.

Eine Staubschicht hat sich auf dem Wasserbecken gesammelt. Das muss aus statischen Gründen auch beim Umbau gefüllt bleiben.
Eine Staubschicht hat sich auf dem Wasserbecken gesammelt. Das muss aus statischen Gründen auch beim Umbau gefüllt bleiben. © Sebastian Schultz
Die Technik im Untergeschoss wurde komplett ausgetauscht. Die neue Lüftung soll dafür sorgen, dass im Bad die Luftfeuchtigkeit geringer ist.
Die Technik im Untergeschoss wurde komplett ausgetauscht. Die neue Lüftung soll dafür sorgen, dass im Bad die Luftfeuchtigkeit geringer ist. © Sebastian Schultz
Das Springerbecken ist derzeit leer und wird demnächst komplett mit Hochdruck gereinigt.
Das Springerbecken ist derzeit leer und wird demnächst komplett mit Hochdruck gereinigt. © Sebastian Schultz

Deutlich mehr nach Umbau sieht es nebenan im Umkleidebereich aus, wo statt der gewohnten Kabinen nur noch ein hallengroßer Raum mit kahlen Betonsäulen drin zu sehen ist. "Hier wurde der Fußboden erneuert und eine neue Fußbodenheizung eingebaut", sagt Katja Sieber. "Die Aufteilung der Umkleidebereiche wird an die geänderte Besucher-Zusammensetzung angepasst und farblich neu gestaltet."

Noch Ende der 90er Jahre kamen vor allem individuelle Gäste ins Hallenbad. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass immer mehr Gruppen - wie Schulklassen oder Sportvereine - das Bad nutzen. Entsprechend soll es mehr Gruppenumkleiden geben, auch die Fön-Bereiche werden angepasst.

Das Bad selbst wird sich nach dem monatelangen Umbau optisch kaum verändert dem Besucher präsentieren. Denn der größte Teil der Arbeiten läuft im Untergeschoss, wo das Herz der technischen Anlagen liegt: Pumpen, Lüftung, Heizung waren nach mehr als 20 Jahren so abgenutzt, dass sie komplett ausgetauscht werden mussten. Und die neuen Anlagen samt Leitungen in einem bestehenden Gebäude unter zu bekommen, war ein Geduldsspiel für die Planer.

Die Fassade wird neu gemacht, behält aber ein ähnliches Ocker wie bisher. Dazu kommen noch Silhouetten von Menschen dran, die im Wasser Sport machen. "Damit die Schwimmhalle auch von weiter weg als solche schon zu erkennen ist", sagt Reiner Striegler.

Trotz der Mehrarbeiten soll die Sanierung des Hallenbads noch im Herbst abgeschlossen werden. Die Wiedereröffnung ist für September/Oktober geplant. Ein genauer Termin wird noch bekannt gegeben.

Mit Sicherheit wird es aber außen noch Restarbeiten geben, wenn die Halle schon wieder geöffnet ist. Und auch nächstes Jahr und 2022 wird weiter gearbeitet. "Wir werden noch eine weitere Fassade neu gestalten", sagt Katja Sieber.

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