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Einblicke in die Gedenkstätte Bautzner Straße

Die frühere Stasi-Behörde wurde vor 22 Jahren von Demonstranten besetzt. Am Montag wird daran erinnert.

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Am 5. Dezember lädt die Gedenkstätte Bautzner Straße von 10 bis 21 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Vor 22 Jahren, am 5. Dezember 1989, besetzten Demonstranten die Dresdner Bezirksverwaltung und die dazugehörige Haftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit und stoppten so die Aktenvernichtung. Dieser für Dresden so wichtige Tag in der Zeit der Friedlichen Revolution 1989 ist Anlass für den alljährlichen Tag der offenen Tür, teilte die Gedenkstätte mit. Von 10 bis 19 Uhr können die Besucher am Montag an Führungen durch das Haftgebäude teilnehmen. Auch die verschiedenen Ausstellungen können besichtigt werden. Zudem beraten Mitarbeiter der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen über die Antragstellung auf Akteneinsicht. Außerdem besteht die Möglichkeit, ins Gespräch mit Zeitzeugen zu kommen.

Die Ausstellung „November ’89“ des Slowakischen Instituts Berlin wird 15 Uhr durch Konrad Felber, Leiter der Außenstelle Dresden des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen, eröffnet. Um 19 Uhr beginnt der Vortrag „Nicht geständig – Der Plakatprotest gegen die Sprengung der Leipziger Unikirche“ von Dietrich und Eckehard Koch mit anschließender Diskussion.

„Schüler ab der 7. Klasse stehen am Tag der offenen Tür in unserem besonderen Fokus“, betont Uljana Sieber, Leiterin der Gedenkstätte. Im Hafthaus wird das Theaterstück „Noch mal Glück gehabt …?!“ von Schülern der Klassenstufe 13 des Beruflichen Schulzentrums „Ernst Lößnitzer“ um 13, 14.30 und 16Uhr aufgeführt. Auf Grundlage selbst geführter Interviews schrieben und inszenierten die Jugendlichen ein Stück, das ihren heutigen Blickwinkel auf die DDR zeigt. Entstanden ist eine 15-minütige Performance, die auch beim Jugendgeschichtswettbewerb gesiegt hat. Uljana Sieber ist überzeugt, dass dieses Projekt auch andere Schüler ansprechen wird.

Die ehemalige Untersuchungshaftanstalt ist seit 1993 der Öffentlichkeit zugänglich und in dem Zustand erhalten, wie sie 1990 von der Staatssicherheit verlassen wurde. In den Kellerräumen sind auch Haftzellen zu besichtigen, die von 1945 bis 1955 vom sowjetischen Sicherheitsdienst für politische Häftlinge genutzt wurden. Bis zur Besetzung waren in der Untersuchungshaftanstalt etwa 12000 bis 15000 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert. Sie hatten beispielsweise die DDR verlassen wollen oder sich kritisch über die Partei- und Staatsführung geäußert. (ih)

www. bautzner-strasse-dresden.de