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Einbrecher steigen häufiger in Firmen ein

Im Raum Dürrröhrsdorf hat sich die Zahl der Diebstähle in einem Jahr verdreifacht. Es gibt noch andere Schwerpunkte.

© ZB

Von Katarina Lange

Erst in dieser Woche ist es passiert. Unbekannte sind in den Bauhof von Dürrröhrsdorf-Dittersbach eingedrungen. Aus einer Garage nahmen die Diebe Werkzeuge und eine Kettensäge mit. Zwei ähnliche Fälle ereigneten sich seit April auch in Porschendorf. Dort gingen Einbrecher in einem Betrieb auf Beutezug. Leider erfolgreich. Die Zahl der Diebstähle und Einbrüche, vor allem in Firmen, ist im letzten Jahr gestiegen. Das zeigt ein Blick auf die Statistik der Sebnitzer Polizei. Die Beamten registrierten 2013 im Revierbereich Sebnitz 2 206 Straftaten. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 155 Fällen. Vor allem bei Diebstählen und Betrügereien häuften sich die angezeigten Vorkommnisse.

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Ein gegensätzlicher Trend konnte hingegen bei Autodiebstählen und Drogendelikten, den polizeilichen Dauerbrennern im Altkreis Sebnitz, festgestellt werden. Deren Zahl ging – wie schon im Jahr davor – weiter zurück. Ob die Rauschgiftkriminalität jedoch tatsächlich abgenommen hat, das wagt Steffen Ettrich, Leiter des Polizeireviers Sebnitz, zu bezweifeln. Denn nur bei Kontrollen kämen diese Delikte ans Licht. Und je mehr die Polizei kontrolliere, desto mehr Kriminelle würden entdeckt.

Mehr Diebstähle und Einbrüche

wurden 2013 registriert

Sie kommen meist im Dunkeln. Im Schutze der Nacht steigen sie in Garagen, Gärten und Häuser ein. Meist haben sie es auf Werkzeuge, aber auch auf Elektronik und Technik abgesehen. Die Zahl der Diebstahlsdelikte, zu denen auch Einbrüche zählen, ist von 744 im Jahr 2012 auf 807
2013 gestiegen. Ein Großteil der Fälle ist jedoch Ladendieben zuzuschreiben.

„Die meisten Diebstähle passieren in Neustadt und Sebnitz“, erklärt Steffen Ettrich. In beiden Städten gibt es größere Einkaufszentren. In Neustadt wurden 2013 aber auch 144 schwere Diebstähle (meist mit Einbruch) festgestellt, ein Jahr zuvor waren es noch 111. In Sebnitz ist die Zahl mit 119 fast genauso hoch wie zuvor. Ein rapider Zuwachs wurde in Hohnstein festgestellt. Hier gab es mit 40 Diebstählen elf mehr als im Vorjahr. Revierleiter Ettrich erklärt das aufgrund der Lage. „Die Täter, die in Hohnstein unterwegs sind, sind meist nur auf der Durchreise“, vermutet er.

Auffällig hoch ist die Zahl auch in Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Sie verdreifachte sich auf 27. Ein Großteil der Fälle waren Einbrüche in Firmen, also schwere Diebstähle. Die Polizei konnte allerdings mutmaßliche Täter festnehmen, sodass die nun ausgeschaltet sind..

Eine positive Entwicklung sehen die Ermittler in Bad Schandau. Dort sank die Diebstahlszahl von knapp 100 auf 63. Das hat einen Grund: Vor etwa zwei Jahren machte die Polizei eine Einbrecherbande dingfest. „Wir haben offensichtlich die Richtigen erwischt. Denn die Täter kamen nicht wieder“, sagt Steffen Ettrich.

Autodiebe konzentrieren sich

mehr auf Großstädte

Aus den Kommunen im Revierbereich Sebnitz verschwanden im letzten Jahr 32 Autos, das sind zwölf weniger als noch 2012. Die Polizei geht trotzdem nicht davon aus, dass die Täter weniger aktiv sind. Vielmehr verlagern sich diese Straftaten mehr und mehr in die sächsischen Großstädte. Wurden in den letzten Jahren noch viele Fahrzeuge aus den grenznahen Gebieten gestohlen, schlagen die Diebe nun häufiger in Dresden oder Leipzig zu.

Betrügereien per Computer

nehmen deutlich zu

Die Polizei muss sich in jüngster Zeit mit einer ganz neuen Form der Kriminalität beschäftigen: dem Betrug per Internet. Die Fälle hätten deutlich zugenommen. Die am häufigsten verbreitete Masche sei dabei, Produkte bei einem Onlinehändler zu bestellen, aber nicht zu bezahlen. „Diese PC-Kriminalität wird ein Schwerpunkt unserer Arbeit“, sagt Ettrich. Das Sebnitzer Revier hat Ermittler speziell für diese Fälle schulen lassen. Denn ohne Spezialwissen sei diese Kriminalität nicht beherrschbar.

Aufklärungsrate der Sebnitzer Polizei toppt das Vorjahr

Das Revier Sebnitz konnte vergangenes Jahr 67,1 Prozent aller Straftaten aufklären. Die Ermittler konnten sich damit im Vergleich zum Vorjahr um fast vier Prozentpunkte steigern. Für Steffen Ettrich ist die gute Quote ein Zeichen dafür, dass die Kollegen sehr gute Arbeit leisten. „Dieses Ergebnis werden wir aber kaum halten können“, vermutet er. In diesem Jahr beginnt der Stellenabbau in seiner Mannschaft. Ab Juli verliert das Sebnitzer Revier zwei Stellen, im nächsten Jahr noch einmal so viele. Heute sind es 68 Bedienstete.