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Einbruch bei Wettinern aufgeklärt

Die Diebe hatten zwei Autos ramponiert und fast die gesamten Forstgeräte mitgenommen. Weit kamen sie damit nicht.

Stürme, Hitze, Trockenheit und die Borkenkäferinvasion machen Daniel von Sachsen, dem Betriebsleiter der Wettinischen Forstverwaltung, seit Monaten schon genug Sorgen.
Stürme, Hitze, Trockenheit und die Borkenkäferinvasion machen Daniel von Sachsen, dem Betriebsleiter der Wettinischen Forstverwaltung, seit Monaten schon genug Sorgen. © SZ/Sven Görner

Moritzburg. Was für ein Wechselbad der Gefühle. Am Sonnabend vor zwei Wochen hatte Daniel von Sachsen mit der Familie die Schuleinführung seiner Tochter gefeiert. In der Nacht darauf suchten Unbekannte den Betriebshof der Wettinischen Forstverwaltung auf, deren Leiter der Friedewalder ist. Und schließlich tobte in der Nacht zum Montag ein Gewittersturm, der nun schon zum wiederholten Male seit Herwart im Herbst 2017 Bäume im Friedewald zu Fall brachte und dicke Äste auf Straßen und Wege fallen ließ.

„Die Einbrecher haben alles mitgenommen, was ihnen an Forstgeräten und anderen Werkzeugen zwischen die Finger kam“, sagt der 44-Jährige. Von großen, teuren Profi-Kettensägen über Freischneider für die Pflege von jungen Baumbeständen bis hin zu Spray zum Markieren von Bäumen und Betriebsmitteln. Sogar neue Arbeitshandschuhe gehörten zum Diebesgut.

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Damit nicht genug, ramponierten sie auch noch zwei Firmenfahrzeuge. „Das eine Auto hatten sie offenbar als eine Art Shuttle benutzt, um die Sachen vom Gelände zu ihrem eigenen Fahrzeug zu bringen.“ Zurück blieben an diesem Beulen und Kratzer. Schlimmer traf es das zweite Auto. Mit diesem durchbrachen die ungebetenen Gäste den Zaun des Betriebshofs. Dabei wickelte sich der Draht des Forstzauns um die Antriebswelle des Fahrzeugs. „Das ist wohl ein Totalschaden“, so der Forstmann.

Kürzlich haben Diebe die Firmenfahrzeuge ramponiert. Eines davon benutzen sie, um Sachen vom Gelände zu ihrem Fahrzeug zu transportieren. Zurück blieben Beulen und Kratzer. 
Kürzlich haben Diebe die Firmenfahrzeuge ramponiert. Eines davon benutzen sie, um Sachen vom Gelände zu ihrem Fahrzeug zu transportieren. Zurück blieben Beulen und Kratzer.  © privat
Mit einem zweiten Fahrzeug durchbrachen die ungebetenen Gäste den Zaun des Betriebshofs.
Mit einem zweiten Fahrzeug durchbrachen die ungebetenen Gäste den Zaun des Betriebshofs. © privat
Dabei wickelte sich der Draht des Forstzauns um die Antriebswelle des Fahrzeugs
Dabei wickelte sich der Draht des Forstzauns um die Antriebswelle des Fahrzeugs © privat

Unterm Strich entstand durch die nächtlichen Besucher ein Schaden von rund 50.000 Euro. „Das Schlimme daran war vor allem auch, dass wir im Prinzip lahmgelegt waren. Und das nach dem Sturm.“ Denn nach dem Einbruch war der Forstverwaltung gerade noch eine Motorsäge geblieben. Eine kleine. „Die war uns beim notwendigen Beseitigen der Bäume und Äste keine Hilfe.“ Mehr noch. Die Einbrecher hatten nicht nur die beiden Autos beschädigt und die Forstgeräte mitgenommen, sondern auch die Kassette mit den Schlüsseln für die anderen Fahrzeuge.

„Ehrlich gesagt, habe ich kaum daran geglaubt, etwas von den Werkzeugen zurückzubekommen“, so Daniel von Sachsen. Doch zu seiner Überraschung kam es anders und schon wenige Tage später wurden vier Tatverdächtige ermittelt.

Wie es dazu kam, erklärt Jörg Kretzschmar, Leiter Kriminaldienst des Reviers Meißen, gegenüber der SZ: „Bei uns lagen aufgrund eines anderen Ermittlungsverfahrens bereits Durchsuchungsbeschlüsse seitens der Justiz vor. Insofern waren die Beschuldigten bereits im Fokus der Dienststelle.“ Die Beschlüsse waren in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem Einbruch bei der Wettinischen Forstverwaltung durch das Amtsgericht Dresden erlassen worden.

„Im Rahmen der Durchsuchungsmaßnahmen haben die Beamten auch das umfangreiche Diebesgut aus der Tat zum Nachteil der Wettinischen Forstverwaltung mit aufgefunden“, so der Leiter des Kriminaldienstes. „Darüber hinaus auch Gegenstände sichergestellt, welche aus weiteren Straftaten stammen.“

Aktuell ermittelt der Kriminaldienst des Polizeireviers Meißen gegen vier Beschuldigte aus dem Großraum Meißen. „Das Alter der drei Männer und einer Frau liegt zwischen 18 und 29 Jahren.“ Die Ermittlungen gegen die Beschuldigten dauerten noch an, da ein Tatverdacht zu weiteren Straftaten bestehe. Jörg Kretzschmar: „Die Auswertung von Spuren und der Abgleich mit weiteren Straftaten wird noch Zeit in Anspruch nehmen.“

Daniel von Sachsen ist indes froh, dass ihm die Polizei nach dem schnellen Ermittlungserfolg inzwischen fast das komplette Diebesgut wieder übergeben hat. „Wir sind gerade dabei, alles noch einmal zu überprüfen und zu vergleichen. Ein paar kleinere Werkzeuge würden noch fehlen, das sei bereits sicher. „Die Garagen, wo die Sachen von der Polizei gefunden wurden, waren wohl sehr voll.“

Die Kassette mit den Schlüsseln ist indes auch wieder beim rechtmäßigen Besitzer. Die Schadenssumme kann der Betriebsleiter der Wettinschen Forstverwaltung daher inzwischen nach unten korrigieren. „Es bleiben die Schäden an den Fahrzeugen, die notwendigen Reparaturen und der Einbau neuer Schlösser. Unterm Strich wohl so um die 25 000 Euro.“

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Daniel von Sachsen kann sich nach dem Wechselbad der Gefühle in den vergangenen zwei Wochen nun wieder ganz um seinen Wald kümmern. Denn mit dem Kampf gegen die Borkenkäferinvasion, dem Beräumen des Schadholzes und dem Planen und Ausführen der Wiederbepflanzung der entstandenen Kahlflächen hat der Forstmann auch weiterhin mehr als genug zu tun.

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