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Eine alte Idee neu beleben

Wer erinnert sich nicht an die guten, alten Ferienlager? Für viele Kinder waren sie die einzige Möglichkeit, mal ein bisschen raus zu kommen. Daran will die Sportwelt Radeberg nun anknüpfen.

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Von Andreas Lochner

Auf Inline-Skates kommen sie angerauscht: Schon morgens sind die Kinder aktiv. Um 9 Uhr beginnt ihr „Tagwerk“ im Radeberger Hotel Sportwelt, das momentan ein Sport-Camp für Kinder zwischen 10 und 16 Jahren veranstaltet. Eine Woche lang werden die 24 teilnehmenden Kids so über den Tag weg bis um 15 Uhr betreut.

Geboten wird ihnen einiges: Unter anderem Tennis drinnen und draußen, Squash, Badminton und natürlich Inline-Skaten. Die Kinder können wählen und tun, was ihnen Spaß macht. Dabei werden sie immer fachmännisch betreut, wie René Leske betont. Er ist für die Ballsportarten zuständig und kümmert sich auch um die Organisation. Unterstützt wird er von René Marx und Manuela Beltz (Fitnessbereich) sowie von Jessica Mauksch, die fürs Tennis zuständig ist.

Größeres Konzept im Entstehen

Seit einigen Jahren werden die Sport-Camps angeboten. Bislang gab es allerdings kein Programm mit festen Angeboten. „Jetzt können sich die Kinder in Listen für etwas eintragen. Zwang besteht nicht“, so René Leske. Dadurch sehe man auch, was bei den Kids ankomme. „Wir machen das so jetzt zum ersten Mal“, nachdem ein im Juli geplantes Camp wegen Teilnehmermangels entfallen musste.

In Zukunft soll es ein solches Lager in den Ferien immer geben. Der Status quo ist in den Plänen der Betreuer allerdings schon wieder Vergangenheit. „Wir möchten die Kinder an den Sport heranführen.“ In diesem Zusammenhang erinnern sie an die Ferienlager zu DDR-Zeiten. Da gebe es jetzt nichts Vergleichbares mehr. Die Sportwelt will abhelfen: „Nächstes Jahr soll es ein richtiges Ferienlager geben mit Übernachtungen, einem Sportfest und Wettkämpfen“, lässt sich René Marx in die Karten schauen.

Die Vorstellungen gehen aber über das nächste Lager hinaus: „Wir wollen einen Miniclub für Kinder schaffen.“ Das soll möglichst schon im Herbst anlaufen und bedeutet eine Ausweitung der Campidee auch auf Schultage. Vor allem mit Mundpropaganda soll der Kreis der Kinder vergrößert werden, die sich dann „ohne Festlegung auf eine bestimmte Sportart“ unter Anleitung austoben können. Der Beitrag für diesen Miniclub stehe noch nicht fest, doch meint René Leske, „es wird deutlich niedriger sein, als die 90 Euro für die jetzige Sportwoche.“

Linda (13) aus Radeberg findet die Idee, auch nachmittags nach der Schule eines solches Programm zu haben, nicht schlecht. „Wenn ich die Zeit dafür hätte, würde ich das bestimmt machen.“ Ihre zwölfjährige Freundin Sandra sieht das wohl ähnlich: „Ich will hier anfangen, Tennis zu spielen.“ Bisher fährt sie zum Training immer nach Dresden. Der zwölfjährige Paul aus Ottendorf-Okrilla hat in diesem Camp alles mal ausprobiert. Er findet es jetzt schon gut. „Wenn ich die Möglichkeit habe, mache ich wieder so ein Camp mit“, zeigt er sich zufrieden mit dem Angebot.

Vor allem im Tennisbereich hat man Visionen. Vom 14. bis zum 17. August wird auf dem Gelände des Hotels erstmals der Radeberger Jugend Cup ausgetragen. Zusammen mit dem Sportartikelhersteller Völkl soll auch eine „Micky-Maus-Tennis-Akademie“ eingerichtet werden, die sich an die Kleinsten richten wird.

Voraussetzung für alle Pläne ist natürlich, dass sie entsprechend Zuspruch finden. René Marx betont: „Es ist ein kommerzielles Angebot, aber wir wollen Lebensqualität und Werte vermitteln.“