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Eine Baustelle voller Kinder

Die lang ersehnte Sanierung des „Zwergenlandes“ in Hagenwerder beginnt demnächst – allerdings bei laufendem Betrieb, denn es gibt kein Ausweichquartier.

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Von Daniela Pfeiffer

Mittagsschlaf ist Mittagsschlaf. Da werden in den kommenden Wochen und Monaten Hämmer und Sägen schweigen. Davor und danach aber nicht, denn die große Sanierung im „Zwergenland“ Hagenwerder geht los. Endlich. Nach drei Jahren Provisorium, nach drei Jahren Fluchen und Hoffen.

Denn die Kindereinrichtung im Gemeindezentrum, zu der Krippe, Kindergarten und Hort gehören, war bei der Flut vor drei Jahren schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Erdgeschoss war seitdem nicht mehr benutzbar. Dieses wird nun, da die Fördermittel endlich bewilligt wurden, als erstes zur Baustelle. Hier entsteht wieder ein Teil des Krippenbereiches – der für die Allerkleinsten, die noch keine Treppen laufen können. Auch Toiletten und Gaderoben bekommt das Erdgeschoss, dazu noch einen Kinderwagenraum sowie die Verteilerküche. „Die Strukturen werden im Wesentlichen bleiben, wie sie waren, damit wir kostengünstig bleiben“, sagt Kerstin Poost vom städtischen Hochbauamt.

Ist das Erdgeschoss fertig, wird der gesamte Kindergarten runterziehen, damit oben gebaut werden kann. „Leider haben wir kein Ausweichquartier gefunden, sodass wir bei laufendem Kindergartenbetrieb bauen müssen“, sagt Kerstin Poost. „Das bringt sicher Schwierigkeiten auf beiden Seiten mit sich, aber die Kinder und Erzieher hier sind ja schon erprobt, auf engstem Raum zusammen sein zu müssen.“

Und so hat auch die Leiterin der ASB-Einrichtung, Petra Lange, nicht wirklich ein Problem damit: „Klar, bei 80 Kindern wird das nicht einfach. Aber ich will nicht jammern, bei uns überwiegt die Freude, dass es endlich losgeht“, sagt sie. „Natürlich wird viel Räumerei auf uns zukommen, aber da hoffe ich auf die tatkräftige Unterstützung unserer Eltern.“

Ein paar Quadratmeter werden die Kinder verlieren, da gleich nebenan inzwischen ein Zahnarzt aus dem Ort eingezogen ist. „Vorher hatten wir Gruppen- und Schlafräume separat“, sagt Petra Lange. „Jetzt werden es gemeinsame Räume, aber wir leben ja ohnehin schon eine Weile so.“

Beginnen sollen die Bauarbeiten Anfang September. „Im Moment laufen noch die Ausschreibungen und wenn wir die Angebote haben, wissen wir, wo wir finanziell stehen“, so Poost. Die Zuschläge an die Firmen sollen Ende August erteilt werden. Insgesamt kostet der Bau 333 260 Euro, davon kommen 269 940 Euro aus dem Hochwassertopf des Freistaates. Etwa vier Monate soll die Sanierung dauern.