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Eine Chance für alte Häuser

über neue Wege im Denkmalschutz

Romy Kühr

Unsere Oberlausitzer Vorfahren sind ganz schön pfiffig gewesen. Sie haben ihre Häuser auf Holzständern gebaut, die man auseinandernehmen, wegtransportieren und woanders wieder aufbauen kann. Warum sie das taten, dazu gibt es vielerlei Theorien. Eine davon ist tatsächlich die Möglichkeit, flexibel und mobil zu sein und seinen Standort auch wieder verlegen zu können. Dass die Umstände einen manchmal zum Umdenken zwingen, das wussten die Oberlausitzer also auch in früheren Jahrhunderten schon.

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Diese Flexibilität ist jetzt wieder gefragt. Die Oberlausitz stirbt zwar nicht aus, der Landstrich hat aber zunehmend weniger Einwohner. Entsprechend weniger Wohnraum wird gebraucht, Leerstand von Wohnhäusern ist die Folge. Vor allem Umgebindehäuser trifft das. Zwar wollen viele junge Leute auch wieder traditionell wohnen. Was zählt, ist aber die Lage, das weiß jeder Immobilienmakler. Die ist bei vielen Häusern nicht ideal, sie stehen an der Bundesstraße oder in Überschwemmungsgebieten. Und da will keiner wohnen, wenn er genügend Auswahl hat. Deshalb ist die Idee klasse: Wenn die Menschen nicht zu den Häusern kommen, müssen die Häuser zu den Menschen. Allein aus Kostengründen geht das sicher nicht im großen Stil. Dennoch: Es ist eine echte Chance, die traditionellen Bauwerke zu erhalten. Und es zeigt: Eines haben die Oberlausitzer über die Jahrhunderte nicht verloren: Ihre Pfiffigkeit.