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Niesky

Eine Entscheidung mit Zukunft

Steffen Gerhardt über das Netz an Bereitschaftspraxen im Landkreis Görlitz

© dpa

Die von der Kassenärztlichen Vereinigung angeschobene Reform mit der Entscheidung, in Sachsen Bereitschaftspraxen zu etablieren, ist ein kluger und weitreichender Schritt in die richtige Richtung.

Sozusagen ein Beitrag zur besseren ärztlichen Versorgung, die besonders der Landbevölkerung zugute kommt. Vorbei ist die Zeit, wo man sich am Wochenende erstmal kundig machen musste, welcher Arzt in welcher Praxis Bereitschaftsdienst hat. Jetzt weiß der Patient, dass er an den Krankenhäusern in Görlitz, Niesky und Weißwasser zu festen Zeiten einen Arzt hat.     

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Dabei hat nicht ganz uneigennützig Niesky die Initialzündung für diese Portalpraxen gegeben. Denn die Zahl der Ärzte im Raum Niesky, die in den Bereitschaftsdienst eingebunden sind, wird von Jahr zu Jahr weniger. Hätte es keine Reform gegeben, so wäre das Dienstsystem  für den Altkreis Niesky unweigerlich in einem Kollabs geendet. Dem wollte und musste man vorbeugen. Nun werden die Dienstpläne zusammen mit den Görlitzer Ärzten von der KVS aufgestellt. Anfangs kein leichtes Unterfangen, denn es gab Befindlichkeiten und Widerstände einiger Kollegen gegen den Sitzdienst, also in der Bereitschaftspraxis tätig zu sein.  

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Was am Nieskyer Krankenhaus erprobt wurde, hat sich auch in Görlitz und Weißwasser fest etabliert. Jetzt wurden teilweise sogar die Sprechzeiten verlängert.

In der Zwischenzeit dürften aber auch die Skeptiker davon überzeugt sein, dass mit den Bereitschaftspraxen ein Modell geschaffen wurde, dass gleichermaßen zum Vorteil für Patienten und Ärzten ist. Allgemeinmediziner Volker Höynck spricht davon, dass sich für alle beteiligten Ärzte seit der Reform die Dienste um die Hälfte reduziert haben. Denn man darf nicht vergessen, dass dieser Bereitschaftsdienst eine zusätzliche Aufgabe für die Ärzte zu den Sprechstunden in ihrer Praxis und den Hausbesuchen ist.