merken
PLUS Hoyerswerda

Eine erste Handvoll Spargel

Das Stechen auf der Bergener Anbaufläche wird erst nach Ostern richtig durchstarten. In Hoske geht es heute los.

Grazyne Heimowska hält einen Teil der gestrigen mageren Ausbeute des Spargel-Stechens auf dem Feld bei Bergen in der Hand. Grazyne Heimowska und ihr Mann Henryk Borkowski stammen aus Marienburg unweit von Danzig in Polen.
Grazyne Heimowska hält einen Teil der gestrigen mageren Ausbeute des Spargel-Stechens auf dem Feld bei Bergen in der Hand. Grazyne Heimowska und ihr Mann Henryk Borkowski stammen aus Marienburg unweit von Danzig in Polen. © Foto: Gernot Menzel

Von Ralf Grunert und Susann Metasch

Bergen/Hoske. Beim ersten Test-Stechen am Montag kamen magere neun Spargelstangen zusammen. In der Nacht zuvor herrschten allerdings auch noch 2 Grad unter null. Gestern, nach sonnigen Tagen und nicht mehr ganz so kühlen Nächten, waren es schon einige Stangen mehr. Für die Belieferung von Gaststätten oder gar den freien Verkauf reichte es aber bei Weitem nicht aus. Frühestens Mitte der Woche nach Ostern sollte es sich lohnen, an der Verkaufsstelle der Bergener Landwirtschafts-GmbH am Alten Kirchweg vorbeizuschauen, blickt Geschäftsführer Roland Nuck voraus. 

Anzeige
Jetzt zuschlagen und Schnäppchen machen
Jetzt zuschlagen und Schnäppchen machen

Bis zum 23. Mai können Sie bei der SZ-Auktion bis zu 70 Prozent beim entspannten Einkauf von tollen Reisen und Markenprodukten sparen.

Sein Unternehmen hat in diesem Jahr auf einer Fläche von rund 5,5 Hektar insgesamt 63 Spargel-Zeilen angedämmt und mit Folie bedeckt. Auf dem Gros davon zeigt die schwarze Folienseite derzeit nach oben, damit die Sonne den Boden darunter erwärmt und den Spargel zum Wachsen ermuntert. Wenn alle Bedingungen stimmen, schafft das Edelgemüse zehn Zentimeter am Tag, weiß Roland Nuck. Den ersten größeren Ertrag werden die Bergener in den zehn Reihen einfahren, die mit dem Doppeltunnel versehen sind. Hier wurden die Dämme ebenfalls mit schwarzer Folie bedeckt, darüber befindet sich eine transparente Folie, die von Bügeln so in die Höhe gehalten wird, dass zwischen beiden Folien ein Luftpolster besteht. Das hält die Wärme auch in der Nacht über dem Damm und fördert das Spargel-Wachstum. 

Diese Doppeltunnel sind das Einsatzgebiet einer Erntehilfe namens Spargelspinne. Gestern waren zwei dieser Geräte in Aktion zu beobachten. In der Hochsaison stehen fünf Spargelspinnen zur Verfügung, die jeweils von einer Person bedient werden. Das Heben der Folien, um Platz für das Spargelstechen zu schaffen, und das Absenken der Folien bewerkstellig das Gerät selbstständig. Und es steigert die Produktivität enorm. Ein sehr guter Spargelstecher sticht auf herkömmliche Weise bis zu 12 Kilogramm pro Stunde, unterstützt von der Spargelspinne sind es bis zu 20 Kilogramm. Auch der personelle Aufwand sinkt. Zwar hat Roland Nuck in diesem Jahr so viele Anfragen wie seit Jahren nicht mehr erhalten. Momentan schätzt er aber ein, dass die fünf beschäftigen Spargelstecher ausreichen und nur in der Haupterntezeit vielleicht einer oder zwei mehr benötigt werden.

Mit vier Mitarbeitern beginnt heute das Spargelstechen des Bauern- und Gemüsehofs von Matthias Domanja in Hoske. Viel Ertrag erwartet er heute noch nicht, zumal die eigentliche Saison gewöhnlich erst um den 20. April herum startet. Der Hosker Landwirtschaftsbetrieb wird auf rund drei Hektar Fläche Spargel stechen und das Edelgemüse anschließend im Hofladen in Hoske sowie auf verschiedenen Wochenmärkten in der hiesigen Gegend anbieten.

Mehr zum Thema Hoyerswerda