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Anhalten, Warten, Durchatmen - Losfahren

Seit ein paar Wochen wird an der Öhringer Straße in Großenhain fleißig gebuddelt. Doch nicht jeder Autofahrer mag der letzte in der Warteschlange sein.

Seit Wochen eine Probe für das Nervenkostüm von Autofahrern und sicherlich auch Anwohnern: Die Baustelle Öhringer Straße in Großenhain.
Seit Wochen eine Probe für das Nervenkostüm von Autofahrern und sicherlich auch Anwohnern: Die Baustelle Öhringer Straße in Großenhain. © Foto: Kristin Richter

Großenhain. Damit hatte der Elsterwerdaer nun nicht gerechnet. Gerade noch frohgemut mit zwei prall gefüllten Einkaufsbeuteln aus der Großenhainer Fleischerei Gawalski auf der Öhringer Straße gekommen, wollten er und seine Frau nun eigentlich nur noch schnell die Heimfahrt antreten. 

Allerdings: Die Nerven des Autofahrers sollen an diesem Dienstagnachmittag auf eine harte Probe gestellt werden. Denn abgesehen davon, dass er aufgrund der Absperrung just vor dem beliebten Laden und zwei weiteren davor parkenden Wagen ohnehin nicht den absoluten Durchblick hat. Obgleich durch Ampeln geregelt, scheint es überdies, als würden sich nicht alle erst dann auf den Weg machen, wenn sie im vorübergehend einspurig geregelten Verkehr tatsächlich fahren dürften. Geradewegs, als der Skodafahrer aufs Gaspedal treten will, weil sich das erste Auto aus Richtung Zschauitz beginnt, in Bewegung zu setzen, taucht plötzlich ein Nachzügler in der anderen Spur auf. "Schauen Sie sich das mal an! Da quetscht sich dieser Lieferwagen jetzt noch durch, obwohl die andere Kolonne aus Richtung Zentrum schon losgefahren ist! Das ist das Allerletzte, der muss doch definitiv Rot haben, die anderen hinter ihm stehen ja auch", schimpft der Familienvater und greift sich kopfschüttelnd an selbigen. 

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Was seine zwei Söhne auf den hinteren Plätzen mit großem Interesse verfolgen, ist jedoch alles andere als amüsant. Seit Wochen müssen sich die Großenhainer und Gäste der Stadt auf der Öhringer Straße nun schon in Geduld üben. Und nicht nur da. Die Sperrung erfolgt immerhin halbseitig mit einer sogenannten drei-Seiten-Ampelregelung. Einerseits eben stadtein- und -auswärts, aber logischerweise auch auf der Mülbitzer Straße. Die Umlaufzeit beträgt laut Rathaussprecherin Diana Schulze etwa 100 Sekunden.

War zunächst schnelles Reagieren beim Anblick der wartenden Autos beziehungsweise der auf rot geschalteten Ampel notwendig, ist auch jetzt eine Portion Geduld und vorausschauendes Agieren angebracht. Denn was der Elsterwerdaer erlebt hat, sei  leider kein Einzelfall. Nicht jeder Autofahrer ist wohl dafür gemacht, mal der letzte in der Schlange sein zu müssen - und braust trotz leuchtendem Rot einfach los. Während noch bis zum 2. Oktober am Straßenrand die Trinkwasserleitung verlegt werde und Arbeiter eilfertig zu Gange sind, versuchen besonders Pfiffige eben noch durchzuschlupfen. Eine teilweise gefährliche Aktion, die mitunter kurzfristiges Ausweichen und Zwischenstopps - wie im Falle des Lieferwagens - verlangt. 

Ein Problem, welches nicht unerkannt geblieben ist. "Aufgrund von Missachtungen des Schildes „bei Rot hier halten“ im Bereich der Nauleiser Straße aus der Fahrtrichtung Zschauitz kommend, muss die Ampel am Mittwoch weiter in Richtung Zschauitz - nach der Einmündung Nauleiser Straße - gestellt werden. Daher verlängert sich die Wartezeit um etwa 30 Sekunden", erklärt Diana Schulze auf SZ-Anfrage. 

Eine Zufahrt auf die Öhringer Straße aus den weiteren einmündenden Straßenzügen „Am Stahlwerk“ und Kupferbergstraße sei indes nicht möglich, da die Sicht zu allen drei Ampeln nicht gegeben wäre. Eine sichere Einordnung in den fließenden Verkehr könne keineswegs gewährleistet werden. Das bedeutet praktisch: am besten einfach das tun, was durch die Beschilderung vorgegeben ist - und gut zwei Minuten einfach mal durchatmen.   

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