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Eine Friedrichstädter Ruine weniger

Nach jahrelangem Verfall wird das denkmalgeschützte Haus an der Wölfnitzstraße saniert. Zum Projekt gehört auch ein Neubau.

Von Linda Barthel

Lange tat sich an der markanten Villen-Ruine an der Ecke Wölfnitzstraße/Löbtauer Straße nichts. Das denkmalgeschützte Gebäude verfiel über die Jahre immer mehr. Bis jetzt. Mittlerweile arbeiten täglich mehrere Bauleute in dem mehr als 100 Jahre alten Haus, um es wieder bewohnbar zu machen. Bereits Ende dieses Jahres soll die Sanierung abgeschlossen sein. Dann wird auch der Neubau im Garten fertig sein, der die Villa ergänzt. Knapp drei Millionen Euro investiert der neue Eigentümer, die Ventar Immobilien AG, insgesamt in das Projekt.

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Die Villa: Denkmalgeschütztes Haus muss komplett saniert werden

In der fünfgeschossigen Villen-Ruine entstehen 14 Wohnungen. „Ich habe das Haus über Jahre hinweg immer wieder gesehen, wenn ich nach Löbtau gefahren bin“, sagt Ventar-Geschäftsführer Uwe Herrmann. Schließlich habe er es gekauft. „Zu dieser Zeit haben sich nur wenige Leute für die Friedrichstadt interessiert.“ Das hat sich mittlerweile geändert. Der Stadtteil legt sein Schmuddel-Image mehr und mehr ab und wird für viele Investoren immer attraktiver.

Als Herrmann einem Privatmann 2011 die knapp 1 000 Quadratmeter große Villa an der Wölfnitzstraße abkaufte, war sie in einem sehr schlechten Zustand. „Das Haus ist fast zusammengebrochen“, sagt er. Das Dach wurde bereits ausgetauscht, und auch alle Balken im Inneren sind ersetzt. Nach der Sanierung wird sich das Gebäude zudem nicht mehr in tristem Braun, sondern in hellen Farben präsentieren. „Das ist alles mit dem Denkmalamt abgestimmt“, so Herrmann. „Das Gebäude wird herausstechen, weil es hier auch so frei steht.“ Die Zwei- und Dreiraumwohnungen seien zwischen 50 und 90 Quadratmetern groß und kosten 7,50 Euro pro Quadratmeter.

Der Neubau: Zusammengestürzte Keller bei Grundstückserschließung gefunden

Hinter der Villa wird parallel zu den Sanierungsarbeiten ein dreigeschossiger Neubau mit weiteren vier Wohnungen errichtet. Bei der Rodung des insgesamt 1 700 Quadratmeter großen Grundstücks gab es eine Überraschung. „Wir haben alte Keller gefunden“, sagt Herrmann. „Ein Nachbar hat uns dann gesagt, dass hier früher schon mal etwas stand.“ Die anschließende Recherche im Archiv blieb jedoch erfolglos, da keine alten Baupläne zu finden waren. „Auf das Gebäude ist früher sicher eine Bombe gefallen“, so der Ventar-Geschäftsführer.

Die Keller seien fast alle zusammengestürzt. Die Bauarbeiter zerstören sie nun noch komplett, damit Wasser hier wieder problemlos ablaufen kann. Denn neben einer Grünfläche sind zwischen Villa und Neubau auch Parklätze geplant. „Die darf es später nicht wegschwemmen“, sagt Herrmann. So etwas sei bei einem Bauprojekt in Reick sogar schon einmal passiert.

Das Nachbarhaus: Auch verfallenes Pflegeheim wird zum Wohnhaus

Seit Jahrzehnten bietet auch das nur wenige Meter von der Villa entfernte ehemalige Pflegeheim an der Löbtauer Straße einen trostlosen Anblick. Das soll sich nun ebenfalls ändern. Auch diese Ruine wird die im schwäbischen Böblingen ansässige Ventar AG zu einem Wohngebäude umbauen. Daneben – in Richtung Kesselsdorfer Straße – ist außerdem ein Neubau geplant. Im Sommer sollen die Arbeiten beginnen.

Bereits vor knapp zweieinhalb Jahren kaufte Herrmann das Grundstück neben der Pflegeeinrichtung „Haus Löbtau“. Es war damals von der Stadt ausgeschrieben. Insgesamt entstehen hier 54 altersgerechte Wohnungen auf 3 500 Quadratmetern. 10,5 Millionen Euro werden in das Projekt investiert. Dieses macht die Friedrichstadt – ebenso wie die Sanierung der Villa auf der Wölfnitzstraße – wieder ein Stück weit attraktiver.