SZ +
Merken

Eine ganze Region unterstützt Ironman-Profi Markus Thomschke

Der 27-jährige Triathlet aus Oberlichtenau hat Ziele. Er will bis 2015 auf Hawaii auf‘s Treppchen. Jetzt lud er Sponsoren zum Empfang. Ohne die geht es nicht.

Teilen
Folgen

Von Frank Oehl

Hut ab! Markus Thomschke aus Oberlichtenau hat in diesem Jahr den Schritt zum Profisportler gewagt. Als Langstrecken-Triathlet. Sieht man von einigen Ultrawettbewerben ab, ist dies ganz sicher die größte ernst zunehmende sportliche Herausforderung unserer Zeit. Der 27-Jährige will damit sein Geld verdienen, was eigentlich ein Unding ist, aber noch viel mehr will er seine Leistungsgrenzen erforschen. Das ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Aber ausgerechnet über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einem Marathon an einem Stück? Wer zählt die vielen Athleten, die sich Jahr für Jahr über die Strecken quälen, ohne dass es eine andere Aufmerksamkeit gibt, als die der engsten Freunde und Verwandten? Markus Thomschke jedenfalls braucht nun eine verdammt große Familie. Schließlich kommt er aus der Region und muss vor allem von hier jene Unterstützung erhalten, ohne die es ganz einfach nicht geht.

Jetzt hatte der Triathlet zum Sponsorenempfang nach Oberlichtenau eingeladen. Quasi zum Zwischenbericht. Wo kommt Markus sportlich her, wo steht er jetzt und wo will er hin? Die Antwort auf diese Fragen ist natürlich wichtig, wenn man materielle und finanzielle Hilfe braucht. Wovon lebt denn ein Profisportler, der ohne Bundeswehrsold oder einen Hauptsponsor al la Commerzbank oder „Erdinger alkoholfrei“ auskommen muss? Auch darüber hat Markus in Oberlichtenau in einer interessanten Power-Point-Präsentation freimütig Auskunft gegeben.

Ein paar Fakten zu den Ausgaben eines Triathleten gefällig? Ein ordentliches Trainingsrad kostet 2500 Euro, das Wettkampfrad 5000 Euro, die Helme und die Radschuhe jeweils 300 Euro, und der Neoprenanzug etwa 600 Euro. Markus rechnet mit Laufschuhkosten im Jahr von 800 Euro, bei sonstigen Wettkampf- und Trainingssachen noch mal 500 Euro. Dazu kommen allein knapp 1000 Euro für die Profi-Lizenzen – und die extrem hohen Startgelder oder Reisekosten sind noch nicht mal dabei.

„Ohne ein gut funktionierendes Netzwerk ist das nicht zu stemmen“, sagt Markus. Aufgebaut hat er es sich während des vor einem Jahr abgeschlossenen Studienpraktikums in Hoyerswerda. Freund Ingo Gabriel ist sein Manager, Thomas Weber sein Trainer, Arzt und Triathlet Sven Kunath sein Motivator und Ernährungsberater. Dazu kommt eine Vielzahl von Sponsoren aus der Region. Wie Thilo Scheibe vom Kamenzer Bikehouse. „Wir unterstützen Markus vor allem mit Material.“ Freilich erwarten Sponsoren auch eine Gegenleistung, die der Sportler ja nur durch mediale Aufmerksamkeit erbringen kann. Der Ironman, außer die WM auf Kona, spielt bislang freilich keine große Rolle bei TV-Programmgestaltern. Und in der Tat: Wer schaut sich schon einen Neun-Stunden-Wettkampf im Fernsehen an? Der Hawaii-Lorbeerkranz-Träger allerdings geht um die Welt. Und wer weiß, vielleicht ist Markus ja tatsächlich auf dem besten Weg auf’s Hawaii-Treppchen? Für 2015 hat er es im Visier. Bis dahin freilich braucht es noch viel Unterstützung. Vor allem aus der Region.

Sponsoren vom Markus Thomschke sind: Industrievertretung Ulrich Abt, Seat Autohaus Thomschke, triathlon.de, Vermessungsbüro Bodo Apitz, Bikehouse Kamenz, Runnerspoint Dresden Elbepark, Startblock24, Ostsächsische Sparkasse Dresden, Malermeister Peter Bergmann, Thomschke Baumaschinen Oberlichtenau.

www.markus-thomschke.de