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Eine Großfamilie feiert ihren Zusammenhalt

Löbau. Die Leupoltspflegen einen 500 Jahrealten Stammbaum. Zuihren Familientreffen kommen sie bis aus den USA in die Oberlausitz.

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Von Gunther Leupolt

Im Löbauer Hotel „Stadt Löbau“ gab es jetzt ein ungewöhliches Familientreffen: Die Großfamilie Leupolt traf sich zu ihrer achten Zusammenkunft. Im Turnus von zwei Jahren wird dadurch die Zusammengehörigkeit aller Nachfahren des um 1530 in Hartmannsdorf bei Marklissa geborenen George Leupolt I., der als Stammvater der Familie gilt, gefestigt.

Sein Sohn George II. kam 1596 nach Reichenau, wo er sich niederließ und ein Gut erwarb. Von ihm stammen all die Leupolts ab, die entweder bis zur Vertreibung ihren Wohnsitz in Reichenau hatten oder in den verschiedensten Generationen durch mannigfaltigste Umstände (Beruf, Heirat, Vertreibung) in weiten Teilen der Welt eine neue Heimat fanden.

Das besondere Anliegen der Leupolt-Treffen ist es, die in ganz Deutschland und in vielen anderen Ländern verstreut lebenden Namensvettern immer wieder zusammenzuführen, sie mit Stolz auf einen fast 500-jährigen gemeinsamen Stammbaum zu erfüllen und bei ihnen ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl zu wecken.

Um den Leupolts bewusst zu machen, dass der Ursprung der Familie in der Oberlausitz liegt, wurden bisher bis auf wenige Ausnahmen alle Treffen im Oberlausitzer Land durchgeführt. Bisher fanden sie in der zeitlichen Reihenfolge in Berlin als Konstituierungsort der Großfamilie, Zittau/Jonsdorf, Zittau/Reichenau (Bogatynia), Fulda, Grubschütz/Bautzen, Kloster St. Marienthal, Oybin und in diesem Jahr in Löbau statt. Für die nächsten beiden Treffen sind 2007 Waltersdorf und 2009 Görlitz vorgesehen.

Den Auftakt zu jeder Veranstaltung bildet ein Bericht über die neuesten Erkenntnisse in der Familienforschung. Es ist immer wieder verblüffend, mit welchem gewaltigen Arbeitsaufwand das Berliner Ehepaar Marianne und Dr. Martin Leupolt neue Familienmitglieder aufspürt und sie in die verschiedenen Ahnenlinien einordnet. Dazu unternahmen beide sogar Auslandsreisen, unter anderem in die USA mit Nachforschungen im Mormonentempel, nach Kanada, England und Polen, wo sie dort lebende Leupolt-Familien oder deren Angehörige besuchten. So entstand eine Gesamtübersicht der Ahnenlinien, für deren Dokumentation man eine Papierrolle von sieben Metern Länge benötigt. 1999 konnten etwa 2 250 lebende Namensträger einschließlich der Ehefrauen ermittelt werden. Durch eine eigens eingerichtete Webseite www.leupolt.de wurden im Ausland lebende Leupolts auf die Großfamilie aufmerksam. So nahmen an den letzten beiden Treffen Angehörige aus Finnland und Chile teil.

Der Autor, gebürtiger Reichenauer, gehört der Großfamilie an und lebt in Neusalza-Spremberg.