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Warum Gonther von Dynamo nach Aue wechselt

Eine gute Sache für alle Seiten sei der Transfer, sagt er. Sogar eine Ablöse gibt es - doch bei den Dresdnern nun noch eine weitere Baustelle im Kader.

Aue-Präsident Helge Leonhardt (l.) präsentiert stolz den jüngsten Neuzugang der Veilchen: Sören Gonther kommt.
Aue-Präsident Helge Leonhardt (l.) präsentiert stolz den jüngsten Neuzugang der Veilchen: Sören Gonther kommt. © FC Erzgebirge Aue

Noch am Donnerstag absolvierte Sören Gonther das erste Testspiel der Saisonvorbereitung mit Dynamo Dresden. Doch offenbar ahnte der Abwehrroutinier, dass sich seine Einsatzzeit beim Fußball-Zweitligisten in Zukunft im wesentlichen auf solche Partien beschränken dürften. So lassen es zumindest die Worte von Ralf Minge vermuten, mit denen der Dresdner Sportgeschäftsführer den überraschenden Wechsel des 32-Jährigen zum Erzrivalen aus dem Erzgebirge kommentierte. 

Gonther sei mit dem Wunsch nach einem Vereinswechsel an die Vereinsführung der Schwarz-Gelben herangetreten, "auch weil er sich davon zukünftig mehr Einsatzzeiten verspricht", wurde Minge in der Pressemitteilung zitiert.

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Am Donnerstag spielte Sören Gonther (r.) noch mit Dynamo gegen den FSV Wacker Nordhausen. Seit Samstag trägt er das Trikot des FC Erzgebirge Aue.
Am Donnerstag spielte Sören Gonther (r.) noch mit Dynamo gegen den FSV Wacker Nordhausen. Seit Samstag trägt er das Trikot des FC Erzgebirge Aue. © Lutz Hentschel

Die hatte der frühere Kapitän des FC St. Pauli bei den Schwarz-Gelben in den vergangenen beiden Spielzeiten tatsächlich nur in überschaubaren Maßen - was kaum an seiner fußballerischen Qualität lag. Vielmehr hatte Gonther seit seinem Wechsel aus Hamburg vor zwei Jahren mit schweren Verletzungen zu kämpfen. Nach drei Zweitligaspielen für seinen neuen Klub und einer Partie im DFB-Pokal fiel der Innenverteidiger zunächst mit einer Außenbandverletzung aus. 

Nur in 21 von 68 möglichen Ligaspielen dabei

Nach viereinhalb Wochen gab er sein Comeback, das schlechter nicht hätte laufen können. Beim 0:2 gegen Bielefeld im September 2017 leitete er mit einer zu kurzen Kopfballrückgabe die Niederlage ein - und nach dem Spiel erhielt er die Diagnose: Kreuzbandriss. Die Saison war gelaufen und verhinderte auch die gemeinsame Vorbereitung mit den Kollegen auf die neue Spielzeit. 

In der brachte es Gonther auf 17 Spiele, fünf davon bestritt er als Kapitän. Und als es so schien, als habe er den neuen Chefcoach Cristian Fiel von seinen Qualitäten überzeugt, musste er die Saison vorzeitig wegen eines Rippenbruchs beenden. 

Nun also der Neuanfang im Erzgebirge. Wie er im Interview mit seinem neuen Verein erklärte, habe ihn FCE-Coach Daniel Meyer während seines Urlaubs kontaktiert und auch danach immer wieder angerufen. "Er mich mit der Aufgabe eingefangen", so Gonther. In der vergangenen Woche folgte dann noch "ein sehr angenehmes Gespräch mit dem Präsidenten" in Dresden - und am Freitag sei es dann "Schlag auf Schlag" gegangen. Das Ergebnis sei "eine gute Sache für alle Seiten", erklärte der gebürtige Schrecksbacher.

Ähnlich war es auch im vergangenen Sommer. Nach dem Liga-Auftakt gegen den MSV Duisburg, bei dem Pascal Testroet im Spieltagsaufgebot gefehlt hatte, wurde überraschend der Wechsel des Stürmers nach Aue bekannt - für angeblich 300.000 Euro.

Auch der 28-Jährige sah seine Einsatzchancen unter dem damaligen Trainer Uwe Neuhaus als schlecht an und startete im Erzgebirge durch. In 33 Spielen traf Testroet 15-mal und hatte damit einen entscheidenden Anteil am Klassenerhalt des Klubs. Auf einen ähnlichen Formanstieg dürfte auch Gonther hoffen.

Durch Gonthers Abgang tut sich bei den Dresdner nun eine weitere Kaderbaustelle auf. Bislang hatte es geheißen, es sollen mindestens noch ein Stürmer und ein defensiver Mittelfeldspieler kommen. Nun dürfte aber auch in der Innenverteidigung Handlungsbedarf bestehen. 

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Zwar stehen mit Florian Ballas, Jannik Müller, Brian Hamalainen, Marco Hartmann und Kevin Ehlers noch fünf potenzielle Fachkräfte im Kader. Verletzungsfrei kamen die ersten vier nicht durch die Vorsaison, zudem würde Hartmann gerne wieder auf seine einstige Stammposition im defensiven Mittelfeld wechseln. Und beim 18 Jahre alten Ehlers dürfte es trotz allen Talents für regelmäßige Einsätze im Ligabetrieb noch nicht reichen. 

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