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Eine halbe Million für die Feuerwehr

Die Stadt Radeberg investiert kräftig in den Brandschutz. Das ist auch nötig.

© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

Nächtliche Freude bei der Radeberger Freiwilligen Feuerwehr. Am frühen Donnerstagmorgen gegen 0.30 Uhr fuhr ein nagelneues Iveco Magirus LF 20 Löschfahrzeug – wie es ganz korrekt heißt – auf den Bruno-Thum-Weg in Radeberg. Am Steuer saß Frank Höhme der Chef der Radeberger Stadtfeuerwehr. Eigentlich hätten Radebergs Feuerwehrleute um diese Zeit brav im Bett liegen sollen. Aber Schlafen konnten nur Wenige und an der Hitze lag es bestimmt nicht. Oberbürgermeister Gerhard Lemm ging es auch so. In der ersten Stunde des neuen Tages war er zu Gange. Über Handy hielt er ständigen Kontakt zur Überführungs-Crew im neuen Fahrzeug.

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„Ein tolles Mannschaftsspiel

Hintergrund: Vor zwei Jahren war bei einem Not-Einsatz ein Unfall passiert. Dabei war ein Totalschaden am alten Fahrzeug entstanden. Mittwoch, nach Feierabend hatte sich das Abhol-Team auf den Weg zum Feuerwehr Ausstatter Firma Magirus nach Ulm gemacht. „Jetzt hat unsere Feuerwehr ihre volle technische Stärke erreicht. Wir danken dem Radeberger Stadtrat, für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel. Die Stadtverwaltung hat sich erfolgreich um die erforderlichen Fördergelder bemüht. Es war ein tolles Mannschaftsspiel“, so Wehrleiter Frank Höhme. Zehn Stunden Reisezeit sind ihm kaum anzumerken. Stärkere Motoren, stärkere Pumpen, das neue Fahrzeug ist auf der Höhe der Zeit. Die Wehrleitung wurde schon Wochen zuvor vom Ausrüster eingeladen. Um die neueste Technik in Augenschein zu nehmen, war die Stadtwehrleitung mit Frank Höhme, Andreas Römelt und Annett Hantschmann in Ulm zu Gast. „Uns wurde die neue Technik vorgestellt. Wir wurden in die Bedienung eingewiesen. Anlässlich unseres Feuerwehrfestes am 1. September, von 10 bis 17 Uhr werden wir das neue Löschfahrzeug der Öffentlichkeit vorstellen“, erzählt Frank Höhme.

Die Motivation ist enorm

Was die Feuerwehren in Radeberg betrifft, geht die Stadt neue Wege. Das Ergebnis war in der Nacht vom Mittwoch zu Donnerstag zu sehen. Die Motivation der freiwilligen Retter ist enorm. Das ist wichtig, die Beanspruchung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte ist nämlich enorm angewachsen. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 199 Einsätze im ganzen Jahr. 2018 liegt die Zahl im ersten Halbjahr schon bei 117 Einsätzen. Fahrzeugbrände haben zugenommen. Es werden aber auch immer mehr technische Hilfeleistungen angefordert, sagt Höhme. Erfreulich ist: Die Zahl der Einsatzkräfte hat weiter zugenommen. Und unter den 64 Feuerwehrleuten sind viele Jugendliche, die ihre Ausbildung bereits bei der Radeberger Jugendfeuerwehr begonnen haben. Radebergs OB weiß diese Kontinuität zu schätzen. Weil er die Herausforderungen in der Region kennt. „Uns alle freut es sehr, dass immer mehr Arbeitgeber das freiwillige Engagement unserer Feuerwehrkräfte anerkennen und unterstützen“, so das Stadtoberhaupt. Wer die Art der Einsätze betrachtet, weiß, was Gerhard Lemm meint. Die Sicherheit der Bierstadt liegt bei den Radeberger Wehren in guten Händen. „Sie sind gut ausgebildet und technisch gut ausgerüstet.“ Beides sei wichtig. Das wurde schon bei zahlreichen Großeinsätzen in der Vergangenheit immer wieder deutlich. Feuerwehrkräfte werden zuweilen aufs Äußerste gefordert. Zahlreiche Brände auf der Radeberger Bahnhofsstraße in der ehemaligen Firma Eschebach sind noch in Erinnerung. Auch bei Wohnungs- und Kellerbränden war es stets die professionelle Arbeit, die Schlimmeres verhinderte. Die Ausrüstung dafür ist nun noch weiter verbessert worden. Deshalb war die Freude am Mittwoch und Donnerstag groß. Da seien die 440.000 Euro für das Fahrzeug gut angelegt, sagt der OB.