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Eine Halle für alle

Die Sporthalle in Zadel wird höher als geplant und kann so auch für Handball und Volleyball genutzt werden.

Von Jürgen Müller

Wenn gut wird, was lange währt, dann muss die Zadeler Sporthalle sehr gut werden. Bereits seit 2008 plant die Gemeinde Diera-Zehren – damals noch unter Bürgermeister Friedmar Haufe (parteilos) – die Halle, die für den Schulsport, aber auch für den Breitensport genutzt werden soll. Nun wird die Halle endlich Realität, allen Widrigkeiten zum Trotz. In der Gemeinderatssitzung am Montagabend stellte Planer Dietmar Hubert das Projekt vor. Wenn alles glatt geht, soll die Halle in fast genau einem Jahr eröffnet werden.

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Gute Nachricht für alle Freizeitsportler, vor allem für Handballer und Volleyballer: Das Konzept wurde noch einmal aktualisiert. Zwar bleibt es bei einer Einfeldhalle, doch die Maße wurden noch einmal geändert. Wichtigste Neuerung: Die Höhe der Halle wird von ursprünglich 5,50 Meter auf jetzt sieben Meter erweitert. Dadurch ist es möglich, dass auch Sportarten wie Handball und Volleyball durchgeführt werden können. Im Gegenzug musste die Grundfläche verkleinert werden. Das Spielfeld hat jetzt eine Größe von 15 mal 27 Metern. „Damit entsteht eine Halle, die den meisten Sportarten genügt“, so der Planer. Außerdem entstehen Sozial-, Sanitär-, Umkleide und Duschräume ebenso wie Räume für den Hallenwart und Trainer sowie eine kleine Küche. Dadurch kann bei Wettkämpfen auch mal warme Bockwurst ausgegeben werden. Die Toiletten sind behindertengerecht konzipiert.

Die Konstruktion des Pultdaches ist ausgelegt für Lasten bis zu 170 Kilogramm pro Quadratmeter. Das reicht aus für eine Schneehöhe von rund 70 Zentimetern. „Das entspricht den Vorschriften, die nach dem Halleneinsturz in Bad Reichenhall vor drei Jahren verschärft wurden. Bei einer höheren Belastung müsste das Dach vorsichtshalber zumindest teilweise von Schnee geräumt werden“, so der Planer.

Beheizt wird die Halle traditionell mit Erdgas und einem modernen Deckenstrahlsystem. Dadurch ist ein Luftwechsel nur aus hygienischen Gründen nötig. Das System hat den Vorteil, dass es die Halle schnell erwärmt und ebenso schnell wieder abkühlt. In den Zeiten zwischen dem Sportunterricht der Schule und dem Breitensport am Nachmittag kann die Heizung also schnell auf Absenkbetrieb umgestellt werden, was Heizkosten spart.

Bei den Gesamtkosten bewege man sich am vorgegebenen Limit, das bei 1,3 Millionen Euro liegt. Die Sächsische Aufbaubank bewilligte Fördermittel aus dem Breitensportprogramm von 650 000 Euro.

Wann der erste Spatenstich stattfindet, steht noch nicht fest. Der war übrigens schon vor mehr als zwei Jahren geplant, wurde aber von Bürgermeister Haufe damals kurzfristig wieder abgesagt. Grund war der verlorene Bürgerentscheid zur Eingliederung nach Meißen. Mit der Fusionsprämie habe man die Halle bauen wollen. Da es keine Fusion gab, gäbe es auch kein Geld für die Halle, hatte der damalige Bürgermeister argumentiert. Eine glatte Lüge, wie sich inzwischen herausstellte. Denn die Gemeinde hatte über Jahre rund 800 000 Euro für den Bau der Halle angespart. Viele Diera-Zehrener sahen Haufes Entscheidung damals als „Bestrafung“ der rechtselbischen Gemeindeteile, in denen mit großer Mehrheit eine Eingliederung nach Meißen abgelehnt wurde.

Anfang dieses Jahres lehnte der Gemeinderat plötzlich den Bau der Halle ab. Argumentiert wurde, dass die Grundschule Zadel nicht sicher sei. Per Bürgerentscheid haben die Diera-Zehrener den Bau der Halle erzwungen.

Bedenken der Zadeler, dass die Halle nicht gebaut worden wäre, wenn sich die Gemeinde teilt, waren übrigens unbegründet. Der per Bürgerentscheid erstrittene Bau hätte auch bei einer Teilung umgesetzt werden müssen, sagt Manfred Engelhard, der Leiter des Rechts- und Kommunalamtes des Landkreises Meißen. Der Bürgerentscheid zum Bau der Sporthalle stehe einem Beschluss des Gemeinderates gleich. Er könne daher nur durch einen erneuten Bürgerentscheid oder nach Ablauf der Sperrfrist durch einen Beschluss des Gemeinderates aufgehoben werden, sofern dies aus objektiven Gründen überhaupt noch möglich wäre.

„Wäre die Gemeinde in eine andere Gemeinde oder Stadt eingegliedert worden, hätte dies keine Auswirkungen auf die Gültigkeit des Bürgerentscheids gehabt. Dessen Umsetzung obläge dem Rechtsnachfolger der Gemeinde. Mit der getroffenen Sachentscheidung zum Bau der Sporthalle sind auch die dafür im Haushalt vorgesehenen Mittel gebunden und stehen nicht mehr für andere Vorhaben zur Verfügung“, so Engelhard.