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Eine Holperpiste ins Tal

Der Cunnersdorfer Weg steht seit Jahren in der Kritik. Nun passiert endlich etwas. Doch die große Lösung ist das nicht.

Von Maik Brückner

Seinen Traum vom eigenen Haus hat sich Gert Schröter schon vor 40 Jahren verwirklicht. Der gebürtige Ammelsdorfer hat sich in Glashütte ein Wohnhaus gebaut. Es steht am oberen Ende des Cunnersdorfer Weges. Und damit ist er ganz zufrieden. Denn das Haus steht oberhalb der Stadt, sein Grundstück bekommt viel Sonne ab und Schröter kann jeden Tag auf die Stadt im Prießnitztal blicken. Ein perfektes Haus für den Ruhestand wäre da nicht die Straße ins Tal. Sie ist nicht nur steil, sondern auch in einem sehr schlechten Zustand. „Tiefer gelegte Autos setzen hier auf“, sagt der 63-Jährige und zeigt auch die Dellen auf der Pflasterstraße. Vor 20 Jahren gab es die nicht. Doch dann wurde die Straße geöffnet, um ein Glasfaserkabel zu verlegen. Danach wurde die Straße aus seiner Sicht nicht fachmännisch wieder gepflastert. Deshalb sackte ein Teil der Straße ein und die Dellen entstanden.

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Doch das ist nicht der einzige Makel an der schmalen Straße, die unweit vom Uhrenmuseum am Hang entlang zu einigen Wohnhäusern und Gartengrundstücken führt. Rechts und links stehen Stützwände. Und die im unteren Bereich sehen gar nicht mehr gut aus. Sie beugen sich in die Grundstücke der Anlieger. Einige von ihnen wiesen in der jüngsten Stadtratssitzung auf die Schäden hin und forderten die Stadt zum zügigen Handeln auf.

Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) konnte ihnen aber keine Hoffnung auf einen schnellen Ausbau machen. Der Weg sei relativ unbedeutend, sagte er. Als Gert Schröter das in der SZ gelesen hat, war er sauer. Den Dittersdorfer Weg, der ähnlich sei, habe die Stadt ausgebaut, weil die Uhrenfirma Wempe dort die Sternwarte gekauft und ausgebaut hat. Hier aber wohnen nur wenige Bürger. Deshalb sei man wohl unbedeutend, schimpft er. Dabei verlangt Schröter gar nicht, dass die Straße komplett bis zu seinem Haus saniert wird. Im oberen Bereich ist sie in Ordnung. Dort müsse auch nicht asphaltiert werden, sagt er und zeigt auf die Platten, die er 1975 gemeinsam mit seinem Nachbarn verlegt hat. „Die sind noch stabil.“ Vor ein paar Jahren hat die Stadt hier Abflussrinnen verlegt. Und die haben sich bewährt. Sorgen bereitet ihm und seinen Nachbarn die ersten 600 Meter. Denn nur hier gibt es die Dellen.

Und genau die sollen in den nächsten Tagen vom Bauhof zugeschüttet werden, kündigt Bauamtsleiter Mario Wolf an. Eine langfristige Lösung sei das nicht, räumt er ein. Denn das Problem mit den Stützwänden sei damit nicht gelöst. Wolf weiß, dass die Zeit drängt und die Stadt handeln müsse. Und das werde sie auch tun. Allerdings, und damit bestätigt er die Aussagen des Bürgermeisters, werde es keine schnelle Lösung geben. Denn die Straßenverhältnisse sind sehr kompliziert.

Erste Schritte für eine Sanierung habe die Stadt aber unternommen. Vor einigen Wochen wurde die Straße vermessen. Nun wird in der Verwaltung überlegt, ob die Stadt die Planung im nächsten Jahr in Angriff nehmen soll. Ob bereits 2014 geplant wird, muss aber der Stadtrat entscheiden, sagt Wolf. Denn die sich daran anschließenden Arbeiten werden teuer, da nicht nur die Straße, sondern auch einige Stützwände zu erneuern sind. „Zudem sind gegenwärtig keine Fördermittel in Sicht“, sagt Wolf. Sowohl das Stadtkernsanierungsprogramm als auch das europäische Förderprogramm Integrierte Ländliche Entwicklung (Ile) laufen demnächst aus. Ohne Fördermittel wird es ein Kraftakt selbst für eine Stadt wie Glashütte.

Auf einen konkreten Baubeginn will sich Wolf deshalb nicht festlegen. Die Stadt strebt eine „mittelfristige Lösung“ an.