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Hoyerswerda

Eine knappe Million Euro für drei Aufträge

Es geht auch preisgünstig bei der Sanierung der Grundschule Laubusch. Die Corona-Krise hat die Baustelle erreicht.

Die größte Baustelle der Stadt Lauta ist die Sanierung und Modernisierung des Schulgebäudes am Laubuscher Markt. Nicht nur im Gebäude selbst sind die Arbeiten im Gange, auch die neuen Sportanlagen nehmen bereits Gestalt an.
Die größte Baustelle der Stadt Lauta ist die Sanierung und Modernisierung des Schulgebäudes am Laubuscher Markt. Nicht nur im Gebäude selbst sind die Arbeiten im Gange, auch die neuen Sportanlagen nehmen bereits Gestalt an. © Foto: Ralf Grunert

Laubusch. Die Sorge, dass die Sanierung der Grundschule Laubusch deutlich teurer werden könnte als die dafür veranschlagten 8,3 Millionen Euro, ist angesichts der allgemeinen Entwicklung der Kosten auf dem Bau sicherlich nicht unbegründet. Dass Aufträge aber auch zu günstigeren Preisen vergeben werden können, als dies von den Planern veranschlagt wurde, zeigte sich in dieser Woche im Lautaer Stadtrat.

Die Vergabe der Bauleistungen zur Gestaltung der Freianlagen erfolgte zu einer Angebotssumme von 751.981,87 Euro an das Landschaftsbüro Buder aus Schwarzkollm. Dieser Auftrag umfasst den Schulhof und diverse Nebenanlagen, angefangen bei einem Spielplatz und Fahrrad-Abstellmöglichkeiten bis hin zu einem Gerätehaus. Mit ihrem Angebot blieb die Firma Buder immerhin knapp 128.600 Euro unter der Kostenschätzung. „Das ist ein erfreuliches Ergebnis“, meinte Bürgermeister Frank Lehmann, der daran erinnerte, dass auch der Schulsportplatz von der gleichen Firma gebaut wird. „Und außerdem bleibt das Geld in der Region“, freute er sich.

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Teurer als erwartet war dagegen die Vergabesumme für das Los Schlosser-Arbeiten. Hier lag die Wachauer Firma Metallbau Krahl mit ihrem Angebot um knapp 31.210 Euro über der Kostenschätzung von 42.188,38 Euro. Sie war allerdings auch deutlich preisgünstiger als weitere Firmen. Ein Angebot belief sich sogar auf fast 178.000 Euro, war also um mehr als 100.000 Euro teurer als die Wachauer Firma, die den Zuschlag erteilt bekam.

Deutlich preisgünstiger als die Konkurrenz war auch die Hallesche Bau GmbH mit ihrem Angebot von 78.127,97 Euro für das Los Estricharbeiten. Der Zweitplatzierte folgte mit rund 20.000 Euro Abstand. Allerdings äußerten zwei Stadträte Bedenken, weil die angebotene Summe nur rund die Hälfte der von den Planern ermittelten Kosten ausmachte. „Überall wird es teurer, warum wird es hier so viel günstiger?“, fragte Mathias Matz (Freie Wähler). Und Hubert Förster (Freie Wähler) wunderte sich, dass sogar alle sechs Bieter weit unter dem Betrag geblieben waren, den die Planer in ihrer Kostenschätzung ermittelt haben.

„Die Firmen stehen im Wettbewerb und haben genau das angeboten“, meinte Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke. Und er betonte: „Wir haben keinen Grund zu sagen, der Preis ist nicht auskömmlich.“ Bürgermeister Frank Lehmann wunderte sich über die Skepsis in der Debatte angesichts eines so positiven Ausschreibungsergebnisses. „Wir sollten uns darüber freuen. Das hilft ein Stück, die Mehrkosten in anderen Bereichen zu refinanzieren.“

In Summe schlägt die Vergabe der genannten drei Lose mit 903.507,26 Euro zu Buche. Gegenüber der Planung macht das eine Ersparnis von 174.156,08 Euro. Darüber wird man auch in der Gemeinde Elsterheide nicht unglücklich sein, ist diese doch an der Finanzierung des Grundschulsanierungs-Projektes in Laubusch beteiligt.

Die Arbeiten, die im Oktober gestartet sind, liegen bislang im Plan. Das hat der Bauamtsleiter in der vergangenen Woche im Kreise der Laubuscher Ortschaftsräte erklärt. Mit dem Rohbau sei begonnen worden. Zimmerer und Dachdecker steigen demnächst ein. Mehr als die Hälfte aller Bauleistungen sei inzwischen ausgeschrieben. Spätestens im Juni soll das Ausschreibungsverfahren beendet sein. Alles ist darauf ausgerichtet, dass die Fertigstellung des Schulgebäudes bis April 2021 gelingt.

Allerdings hat in dieser Woche die Corona-Krise auch die Baustelle in Laubusch erreicht. Die Stadtverwaltung wurde von einer der am Bau beteiligten Firmen darüber informiert, dass sie von Dienstag an bis zum 31. März keine Beschäftigen auf die Baustelle schicken wird. Begründet wurde das mit der angespannten Gesundheitslage und der Corona-Ausbreitung, wie Lautas Bauamtsleiter auf TAGEBLATT-Nachfrage erklärte. Diese Zwangspause werde aber im Bauverlauf kompensierbar sein, glaubt er. Zumal die vorbereitenden Arbeiten der betroffenen Firma bereits so weit gediehen sind, dass sich nahtlos geplante Abbrucharbeiten im Kellerbereich anschließen können. Vorausgesetzt, die Abbruchfirma, deren Mitarbeiter zu 85 Prozent aus Polen kommen, wie Wolfhard Persicke sagt, ist in der Lage, das nötige Personal auf die Baustelle am Laubuscher Markt zu bekommen.