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Eine Liebeserklärung an die Oberlausitz

CDU-Kreisvorsitzender Octavian Ursu ruft zu positivem Patriotismus und Selbstverantwortung auf. Und macht es gleich vor.

© nikolaischmidt.de

Von Sebastian Beutler

Ausgerechnet ein Migrant, mittlerweile Deutscher mit dem Geburtsort Bukarest stimmt die Kreis-CDU mitten in der Flüchtlingskrise auf eine Patriotismus- und Wertedebatte ein. Fast auf den Tag zwei Monate nach seiner Wahl zum CDU-Kreisvorsitzenden nutzte Octavian Ursu den Neujahrsempfang seiner Partei am Freitagabend, um der Partei und darüber hinaus Mut zu machen, sich zu einem positiven Patriotismus zu bekennen.

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Zur Illustration gab er seine Beobachtungen von der Gedenkfeier am 17. Juni wieder, mit der dem Volksaufstand 1953 gegen das DDR-Regime jedes Jahr in Görlitz gedacht wird. Immer, wenn zum Abschluss die deutsche Nationalhymne angestimmt werde, kicherten die anwesenden Schüler. Das gemeinsame Singen des Deutschlandliedes sei ihnen offenkundig peinlich. Für Ursu ist das eine Fehlentwicklung, deswegen sein Appell: „Nationale Symbole sollten wir nicht Extremisten und Fußballern überlassen.“ Sowohl Rechtsextremisten als auch Linksradikale müssten gleichermaßen politisch bekämpft werden. Natürlich reagiert Ursu mit diesem Thema auf die Verunsicherung bis weit in die eigenen Reihen, die durch die Einwanderung von Flüchtlingen und Migranten und die folgende Debatte ausgelöst wurde, auf die Polarisierung und drohende Spaltung in der Gesellschaft. Die AfD hat sich zu einer ernstzunehmenden Partei auf dem konservativen Flügel entwickelt, die Oberlausitz war schon vor der Flüchtlingskrise ihre Hochburg in Sachsen. Asylkritische Demonstrationen und Diskussionen in Görlitz und Weißkeißel beeinflussen auch das politische Klima. Selbst wenn, wie der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer feststellt, die Flüchtlinge im Landkreis mit Anstand und Würde untergebracht werden und das Gespräch mit den Asylkritikern in Görlitz gesucht werde.

Doch kann der heutige Landtagsabgeordnete Ursu vor dem Hintergrund seines Lebenslaufs in Rumänien und in Deutschland besonders überzeugend und ohne nationalistische Töne, das Thema Patriotismus ansprechen. Das hatte er schon bei seiner Wahl getan. Am Freitag auch in Verbindung mit seinem zweiten großen Motiv: der Selbstverantwortung. Nicht der Staat ist für alles verantwortlich, jeder Einzelne ist zunächst gefragt. „Das Leben in Freiheit und Demokratie ist nicht nur mit Rechten, sondern auch mit Pflichten verbunden“, mahnt Ursu. Dann, so ist er überzeugt, könnten viele auch in seine Liebeserklärung einstimmen: „Ich liebe unsere Region und bin dankbar, hier leben zu dürfen.“