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Eine Miet-Toilette erhitzt die Gemüter

Radeberg. Auch wenn das Radeberger Altstadtfest schon einige Zeit zurück liegt, ein für die Festbesucher aufgestelltes Miet-Toiletten-Häuschen beschäftigt die Stadt offenbar noch immer. Jetzt wurde das eigentlich stille Örtchen sogar zum lauten Diskussions-Thema des Radeberger Stadtrats.

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Von Jens Fritzsche

Radeberg. Auch wenn das Radeberger Altstadtfest schon einige Zeit zurück liegt, ein für die Festbesucher aufgestelltes Miet-Toiletten-Häuschen beschäftigt die Stadt offenbar noch immer. Jetzt wurde das eigentlich stille Örtchen sogar zum lauten Diskussions-Thema des Radeberger Stadtrats. Und so kam es dazu: Während des Stadtfestes hatte sich ein Geschäftsinhaber auf der Oberstraße empört darüber geäußert, dass besagtes Miet-Klo vor seinem Laden platziert wurde und mit seinem Gestank die Kunden vertreibt. Deshalb, so die Reaktion des Geschäftsmannes, hatte er seinen Laden geschlossen und seinem Unmut auf einem großen Plakat im Schaufenster Luft gemacht. Das wiederum gefiel dem Gewerbeverein der Stadt ganz und gar nicht, schließlich sollte das Stadtfest ja auch als Werbung für Radeberg und seine Geschäfte genutzt werden. Und da passt ein solches Plakat nicht gerade gut ins Bild. Was Gewerbevereins-Chef und Stadtrat Detlev Dauphin dazu veranlasste, sich in der jüngsten Stadtratssitzung noch einmal ganz offiziell „von der Vorgehensweise dieses Händlers zu distanzieren“, wie er sagte. Bürgermeister Gerhard Lemm (SPD) konnte die Aufregung um das Toilettenhäuschen sowieso nicht ganz verstehen. „Wir haben schon während des Altstadtfestes nachgemessen, die Toilette stand gut fünf Meter weg vom Laden, nämlich vorm Einwohnermeldeamt und eine Geruchsbelästigung hat es auch nicht gegeben“, stellte das Stadtoberhaupt klar. Im Gegenteil, so Lemm weiter, der Ladenbesitzer sollte hingegen froh sein, dass die Stadt ausreichend Toiletten aufgestellt habe, „sonst wäre die Geruchsbelästigung unter Umständen viel schlimmer gewesen, weil die Leute dann vielleicht die Häuserwand neben der Ladentür genutzt hätten“, machte der Bürgermeister seinem Ärger über die Debatte hörbar Luft.

Übrigens: Zum Altstadtfest im kommenden Jahr dürfte es auf der Oberstraße zu keinen Sorgen in Sachen Toilettenstandort kommen. Dann wird ja das neue öffentliche WC hinter dem nahen Rossmann-Markt fertig sein...