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Eine Nacht in Mailand

Die Zahl der Vier-Sterne-Hotels erhöht sich von vier auf sieben. Und es gibt Pläne für weitere. Zu viel für Görlitz?

Von Daniela Pfeiffer

Das wird Görlitz-Besucher freuen! Die Auswahl der Hotels an der Neiße wird auf einen Schlag größer und damit die schöne Qual der Wahl. Gleich drei Hotels der Vier-Sterne-Kategorie eröffnen in den nächsten Wochen.

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Kevin Hadert ist Geschäftsführer des Hotels Italia auf dem Obermarkt. Hier steht er im Zimmer „Milano“.Foto: Pawel Sosnowski
Kevin Hadert ist Geschäftsführer des Hotels Italia auf dem Obermarkt. Hier steht er im Zimmer „Milano“.Foto: Pawel Sosnowski © Pawel Sosnowski/80studio.net
Noch viel zu tun bis zur Eröffnung: Paul Otto in seinem künftigen gleichnamigen Hotel in der Altstadt.Fotos: Nikolai Schmidt (2)
Noch viel zu tun bis zur Eröffnung: Paul Otto in seinem künftigen gleichnamigen Hotel in der Altstadt.Fotos: Nikolai Schmidt (2)

Den Anfang macht am 18. April das „Hotel Italia“ am Obermarkt mit 15 Zimmern. Und was für welche! Riesige Räume, riesige Bäder. Absolute Hingucker in den meisten Zimmern sind alte Holzbalkendecken mit Bemalung etwa von 1600. Geschäftsführer des Hotels ist Kevin Hadert, Inhaber der Italiener Gaetano Barbato, dem in der Nähe auch die Pension Nino und das Restaurant La Taverna gehören.

Er bringt auch in sein neues Hotel mediterranen Stil – mit edlen blauen Teppichen, schweren Vorhängen und Möbeln aus Italien. Jedes Zimmer ist nach einer anderen italienischen Stadt benannt: Milano, Torino, Venezia. „Hier waren früher alles Wohnungen“, sagt Kevin Hadert (30). Und manche der damaligen Bewohner seien nun auch die ersten, die sich im neuen Hotel eingebucht haben. „Eine Dame konnte mir noch ganz genau die Ecke zeigen, in der mal ihr Kinderbettchen gestanden hat.“

Im Erdgeschoss gibt’s neben Frühstücksraum und Sauna/Solarium auch bald einen Seminarraum. „Nur von Touristen allein kann man im Winter nicht leben“, findet Kevin Hadert. Und ein kleineres Seminarhaus fehle der Stadt. Mit Größenordnungen von weit über 100 Seminarplätzen, wie sie das Hotel Mercure anbietet, hat das aber nichts zu tun.

Keine Angst vor der Konkurrenz

Kaum fünf Gehminuten entfernt baut der wohl jüngste Hotelier von Görlitz an seinem Traum. Die Eröffnung des Hotels „Paul Otto“, das der 27-jährige Bauherr nach sich selbst benannt hat, ist noch ein Weilchen hin. Trotzdem tobt das Leben hier auf der Baustelle. Um die 25 Leute arbeiten hier täglich. In der künftigen Lobby, die von der Nikolaistraße zugänglich sein wird, genauso wie in der künftigen Bar, in den Zimmern und im Dachgeschoss, wo Paul Otto selbst wohnen will. Dann kann er sowohl im Hotel vor Ort sein, als auch schnell im angrenzenden Restaurant und Pension Destille, die er ebenfalls betreibt. Nun also noch ein Vier-Sterne-Hotel mit 20 Zimmern. Bange vor zu viel Konkurrenz ist ihm nicht. „Ich habe hier eine gute Lage. Für mein Restaurant und die Pension bekomme ich tolles Feedback“, sagt der gelernte Koch. Auch er hat in einem Zimmer alte Stuckdecken und Malereien. Deren Zustand macht ihm allerdings Sorgen. Zu viele Farbschichten wurden hier über die Jahre übereinander gemalt. Dieses Zimmer wird deshalb zur Eröffnung Ende Juni noch nicht fertig sein, schätzt Otto.

Im Mai soll das Hotel „Best Western Via Regia“ auf der Jauernicker Straße eröffnen. Auch hier herrscht derzeit emsiges Treiben, Fliesenleger, Elektriker, Maler geben sich die Klinke in die Hand. „Der genaue Eröffnungstermin hängt nur noch vom Einbau der Türen ab“, sagt Roland Pfau, der mit einem Geschäftspartner zusammen Bauherr ist. Geräumige Familienzimmer – das ist ihr Konzept. Pfau weiß als Vater von drei kleinen Kindern nur zu gut, dass es oft nicht einfach ist, mit fünf Personen in einem Hotel unterzukommen. Im „Via Regia“ werden deshalb einige der 43 Zimmer zwei Schlafzimmer haben. Um noch familienfreundlicher zu sein, soll im Innenhof auch ein Spielplatz gebaut werden. „Städtetourismus ist für Familien geeignet und wir schaffen ein Angebot dafür“, sagt Pfau, dessen Frau Innenarchitektin ist und die Einrichtung des Hotels geplant hat. Ein Thema, das dabei eine wichtige Rolle gespielt hat, ist die Via Regia, nach der das Hotel auch benannt ist. „Wir werden in jedem Zimmer einen Punkt der Via Regia aufgreifen. Auch auf den Fluren findet sich das gestalterisch wieder.“

Die Konkurrenz fürchtet auch Frank Pfau nicht. „Wir stellen uns dem. Man muss halt immer schauen, dass man seine Nische findet.“ Dass schon jetzt etliche Buchungen vorliegen, gibt ihm recht.

Auch Eva Wittig von der Europastadt Görlitz-Zgorzelec Gmbh (EGZ) findet, dass die jedes neue Hotel das Geschäft ankurbelt. „Hotels im gehobenen Segment sind sowieso immer gefragt. Der Görlitz-Tourist sucht individuellen Schick.“ Und das nächste ist schon in Planung. Denn auch die Landskron-Brauerei überlegt, die alte Braumeister-Villa zum Hotel umzubauen. „Wenn, dann streben wir ein Vier-Sterne-Haus mit 30 Zimmern an“, sagt Geschäftsführerin Katrin Bartsch. Entsprechende Unterlagen liegen beim Bauamt, entschieden sei noch nichts. Auf ein Wort