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Eine neue Bar für die Villa Ephraim

Die Alte Herberge schreibt dank vieler Veranstaltungen erstmals schwarze Zahlen. Die Betten aber sind längst nicht ausgebucht.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Ingo Kramer

Die neue Bar kann sich sehen lassen. Hier bewirtet Andreas Zimmermann mit seinen drei Mitarbeiterinnen jetzt die Gäste der Villa Ephraim an der Goethestraße. Damit die sich richtig wohlfühlen, hat die städtische Tochtergesellschaft Kommwohnen, zu der die frühere Jugendherberge gehört, auch 2015 wieder einiges investiert.

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„Im Erdgeschoss haben wir nicht nur die Bar gemacht, sondern auch das Parkett weiter aufgearbeitet und die Toiletten komplett erneuert“, sagt Geschäftsführer Arne Myckert. Außerdem sind die Veranstaltungsräume um zwei Außenterrassen erweitert worden, die im Sommerhalbjahr mit Gartentischen und -stühlen möbliert und gern genutzt werden. „Und trotz all dieser Investitionen haben wir im Jahr 2015 erstmals ein ganz knappes Plus erwirtschaftet“, freut sich Myckert.

Das liegt einerseits daran, dass die Herberge nur noch dreieinhalb statt früher fünf Mitarbeiter hat, die Personalkosten also gesunken sind. Andererseits aber werden die Räume im Parterre immer besser angenommen und sowohl für Familienfeiern als auch für Firmenanlässe gebucht. Voriges Jahr hat sogar Kommwohnen selbst erstmals seine Firmenweihnachtsfeier in der Villa organisiert. „Eine tolle Atmosphäre“, schwärmt Myckert noch heute.

Genaue Auslastungszahlen kann er aber nicht nennen. „Das geht auch gar nicht, denn beispielsweise bei Seminaren haben wir teilweise sogar Parallel-Veranstaltungen in benachbarten Räumen“, sagt er. Auch für 2016 sei die Buchungslage schon wieder ganz gut. Ein paar freie Wochenendtermine für den Sommer gibt es aber noch. „Wer einen Termin will, sollte sich auf jeden Fall beeilen“, sagt Myckert.

Gebaut werden soll auch dieses Jahr wieder – bei laufendem Geschäftsbetrieb. Vor allem soll die Heizung im Parterre teilweise erneuert werden. Das passiert dann immer an den Tagen, an denen gerade keine Veranstaltungen anstehen.

Weitaus weniger gut ist die Auslastung der Zimmer in den oberen Etagen sowie im benachbarten Bettenhaus-Neubau. In der Villa gab es 2015 sogar einen kleinen Rückgang von etwa zwei Prozent. Insgesamt lag die Auslastung der Betten in beiden Gebäuden bei knapp 15 Prozent. Zum Vergleich: Nach den städtischen Monatszahlen lag die durchschnittliche Auslastung der angebotenen Betten in Görlitz zwischen Januar und Oktober 2015 bei 37,2 Prozent. Myckert machen die Zahlen der Herberge trotzdem keine Sorgen. Zum einen seien die Räume im ersten Stock der Villa kaum zu vermieten, wenn im Parterre eine laute Feier stattfindet. Zum anderen gebe es nach wie vor viele Zimmer mit vielen Betten. Die seien nun mal nicht so gefragt. Für dieses Jahr hofft er trotzdem auf Steigerungen: „Wir wollen auf Buchungsplattformen im Internet aktiver werden.“ Vom Anbieter booking.com werde die Villa gerade geprüft: „Dort warten wir auf die Freigabe.“

Da die Veranstaltungen so gut laufen, will Myckert dieses Geschäft noch weiter ausbauen – und setzt deshalb bei der Sanierung erst einmal auf die Parterreräume. Wann genau die oberen Etagen angegangen werden, steht noch nicht fest. Sicher hingegen ist, dass dann die Zahl der Betten pro Zimmer reduziert wird: „Und wenn weniger Betten da sind, wird die Auslastung steigen.“ Parallel zu alledem läuft die Umbenennung. Momentan verwendet Kommwohnen beide Begriffe, also „Villa Ephraim“ und „Alte Herberge“. Der Letztgenannte aber wird mit fortschreitender Sanierung nicht mehr passend sein – und irgendwann wegfallen. Einen genauen Zeitplan gibt es dafür bisher noch nicht.