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Eine neue Frau für den Berzdorfer See

Görlitz will die Geschehnisse am See besser koordinieren und stellt dafür zum 1. März extra eine Mitarbeiterin ein.

© nikolaischmidt.de

Von Daniela Pfeiffer und Ingo Kramer

Görlitz/Berzdorfer See. Eine See-Koordinatorin soll ab März dafür sorgen, dass alle Vorhaben rund um den Berzdorfer See koordiniert und begleitet werden. Das kam für viele etwas überraschend, als der Görlitzer OB sie auf seinem Neujahrsempfang auch gleich noch vorstellte. Katharina Poplawski ist eine gebürtige Polin. In den vergangenen 20 Jahren hat sie nach Aussage von Siegfried Deinege viel in Deutschland und Österreich gearbeitet. Sie ist ab 1. März neue Mitarbeiterin der Europastadt Görlitz-Zgorzelec (EGZ). Erst am Tag des Neujahrsempfanges hatte sie ihren Vertrag unterschrieben. Die Tinte war also noch nicht ganz trocken, als sie der OB den Gästen des Neujahrsempfangs präsentierte.

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Überhaupt kamen Siegfried Deineges Worte vergangenen Donnerstag gut an. Weit über eine Stunde hatte er im „Gut am See“ in Tauchritz ein Bild der Stadt gezeichnet – so wie sie gerade ist und so wie sie bald sein könnte. Natürlich stand mit dem Berzdorfer See eine von Deineges Chefsachen im Redemanuskript. „Berzdorfer See bei Görlitz“ nannte ihn der Oberbürgermeister mit Blick auf die aktuelle Debatte um den Seenamen. „Da sind alle zufrieden“, meinte er augenzwinkernd.

Davon sind die Ortschaftsräte in Hagenwerder, Tauchritz, Kunnerwitz und Klein Neundorf nicht überzeugt. Denn diese Ortsteile stellen sich klar gegen die Umbenennung. Doch sie befürchten, von der Stadt nicht für voll genommen zu werden. Anlass war der Besuch der beiden Stadträte Dieter Gleisberg (CDU) und Wolfgang Kück (Bürger für Görlitz) im Ortschaftsrat Kunnerwitz und Klein Neundorf. Sie sprachen mit den Räten über ihr aktuelles Lieblingsthema „Görlitzer See“. Während die Seenamens-Diskussion in Hagenwerder/Tauchritz öffentlich war, gab es dazu in Kunnerwitz nur eine nichtöffentliche Vorlage: „Die Stimmung bei uns ist die gleiche wie in Hagenwerder“, sagt Ortsvorsteher Matthias Roch. Ihn beschäftigt die Frage, wie es mit dem Seenamen generell weitergeht. Sein Vorschlag: „Wenn die Stadträte klug sind, lassen sie das Thema unter den Tisch fallen und suchen andere Wege, den See auch als Berzdorfer See zu vermarkten.“

Einen Versuch unternimmt bereits der Oberbürgermeister. Recht überraschend ließ er zum Neujahrsempfang einen Imagefilm zum See vorführen, der noch ganz frisch und noch nicht offiziell freigegeben ist. Den hätte er als Geschäftsführer der Europastadt Görlitz-Zgorzelec, der er zurzeit ist, eben mal in Auftrag gegeben. Ein Marketinginstrument soll es werden, zuerst will der OB ihn auf eine Fachmesse nach Leipzig mitnehmen.

In dem Streifen kann der Zuschauer den entwickelten See sehen – das machen Animationen von Feriendorf, Hotel, Insel der Sinne oder Campingplatz möglich. Vielleicht kommt nicht alles so, wie dort zu sehen ist. Animation heißt auch Fantasie, findet der OB. Aber vieles sei Realität. Immerhin sind sieben Bauanträge für See-Projekte schon eingereicht. Allein 7,8 Millionen Euro steckt die Stadt in den nächsten zweieinhalb Jahren in die See-Entwicklung. Er sehe den See als einen der wichtigsten Marketingfaktoren für die Stadt. Aber nur, wenn beides im Paket beworben werde – Stadt und See. (mit SZ/sg)