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Eine neue Grenze für Fischbach

Die Grenze dient dazu, die Bewohner künftig besser vor Hochwasser zu schützen – mithilfe eines langjährigen Verfahrens.

© Thorsten Eckert

Von Nadine Steinmann

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Fischbach. Ein kleines unscheinbares Flüsschen, das mitten durch die Ortschaft Fischbach führt. Idyllisch kommt es an sonnigen Tagen daher und lädt zum Verweilen ein. Doch bei Starkregen wird das Dörnigbornwasser nicht selten zur Gefahr, hat durch die vielen Wassermengen schon oftmals starke Schäden an Straßen und Häusern hinterlassen. Die Fischbacher haben die Situation schon längst satt. Und die Gemeindeverwaltung weiß das, hat deswegen einen Antrag auf ein sogenanntes Flurbereinigungsverfahren gestellt. Dieses wird überwiegend dafür eingesetzt, ländliche Regionen strukturell weiterzuentwickeln. Und im konkreten Falle der Arnsodrfer Ortschaft Fischbach, um Schutzmaßnahmen gegen das häufig auftretende Hochwasser zu ergreifen.

Doch das Verfahren ist kompliziert und aufwendig. Deswegen informierte Jörg Balling, Sachgebietsleiter für den Bereich Flurneuordnung im Landratsamt Bautzen, vor rund einem Jahr die Fischbacher in einer Bürgerversammlung über das Prozedere. Im Anschluss gründete sich eine Arbeitsgruppe bestehend aus dem Fachmann, Fischbacher Bürgern und Landwirten sowie Vertretern der Gemeindeverwaltung und des Ortschaftsrates. Und eben diese Arbeitsgruppe hat nun in einem ersten, wichtigen Schritt das Gebiet festgelegt, in dem das Flurneuordnungsverfahren durchgeführt werden soll. Dieses umfasst circa 666 Hektar und schließt nicht nur Fischbach, sondern auch Teile von Arnsdorf und Seeligstadt mit ein. „Das Verfahrensgebiet orientiert sich ja nicht an politischen Grenzen“, erläutert Arnsdorfs Bürgermeisterin Martina Angermann am Mittwochabend dem Gemeinderat. Denn die ehrenamtlichen Politiker sollten die Grenze des Verfahrensgebietes offiziell bestätigen – was sie auch getan haben. Wie in der SZ-Grafik zu sehen ist, orientiert sich das Gebiet des Flurneuordnungsverfahrens im Süden größtenteils an der Bundesstraße 6, im Westen am Rande des Karswaldes und schließt im Osten noch einige landwirtschaftliche Flächen ein. Im Norden führt die Grenze parallel zur Schwarzen Röder entlang.

Doch wie geht es jetzt nach der Beschlussfassung des Gemeinderates weiter? Die Befürwortung des Verfahrensgebietes wird nun an den Fachmann für Flurneuordnung im Bautzener Landratsamt weitergeleitet. Doch bevor der das Verfahren tatsächlich offiziell anordnet und einleitet, werden die Bürger von Fischbach zeitnah im Rahmen einer weiteren Einwohnerversammlung über die geplante Abgrenzung, die Ziele, mögliche Maßnahmen und geschätzte Kosten informiert.

Erst, wenn auch die Bürger zustimmen, wird das Verfahren ins Rollen gebracht. Insgesamt wird es grob geschätzt 15 Jahre lang andauern. „Es macht viel Arbeit, aber wir werden am Ende froh sein, diesen Weg gegangen zu sein“, ist Arnsdorfs Bürgermeisterin überzeugt. Und schließlich hat die Gemeinde bereits Erfahrungen sammeln können. Denn in Wallroda läuft solch ein Verfahren bereits seit einigen Jahren.