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Eine Oase der Ruhe

Die Bewohner des Diakonischen Altenzentrums Graupa feierten unlängst den sechsten Geburtstag ihrer Einrichtung. „Dass sie seit Wochen Baugeschehen vor der Haustür erleben, bringt sie Gott sei Dank nicht aus der Fassung“, sagt Heimleiterin Maja Weigoldt erleichtert.

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Von Erika Schiedt

Die Bewohner des Diakonischen Altenzentrums Graupa feierten unlängst den sechsten Geburtstag ihrer Einrichtung. „Dass sie seit Wochen Baugeschehen vor der Haustür erleben, bringt sie Gott sei Dank nicht aus der Fassung“, sagt Heimleiterin Maja Weigoldt erleichtert. „Im Gegenteil, sie sind interessiert und gespannt darauf, was in ihrer unmittelbaren Umgebung geschieht.“ Und da passiert allerhand. Bei der Einweihung des großzügigen Neubaus im September 1997 war das Schicksal des plötzlich verlassenen Klinkeraltbaus an der Graupaer Kastanienallee noch unklar. „Fest stand jedoch, dass es die Diakonie später zweckbestimmt in das Altenzentrum integrieren wollte. Gedacht war an die Schaffung altersgerechter Mietwohnungen und die Einrichtung von Kurzzeitpflegeplätzen“, sagt Pirnas Diakonie-Geschäftsführer Volkmar Fabian rückblickend.

Als im vergangenen Jahr schließlich die Finanzierung des Vorhabens geklärt war, konnte dieses Jahr im März der Abriss von nicht mehr benötigter Bausubstanz im hinteren Teil des Areals beginnen. Rund 2,3 Millionen Euro sind für die Sanierung des Altbaus und den Anbau mit Aufzug geplant, der derzeit in die Höhe wächst. Während der Bau der Mietwohnungen von der Diakonie finanziert wird, kommt ein Konsortium aus Pflegebund, Freistaat und Landkreis für die Kurzzeitplätze auf. Bis zu zehn neue Arbeitsplätze entstehen durch den Erweiterungsbau, sagt Fabian.

Der Entwurf des Pirnaer Architekturbüros Borchers, Klingner und Lattke fügt sich optisch gut in die bestehende Bausubstanz ein. Er lässt auch Freiraum für die Außenanlagen, eine Oase mit viel Grün. Der denkmalgeschützte Altbau wurde bisher nur entkernt. Nach der öffentlichen Ausschreibung beginnt dann der Ausbau mit der losweisen Vergabe von Aufträgen auch an Firmen aus der Region. „Ende Oktober soll Richtfest gefeiert werden. Die offizielle Einweihung ist für August 2004 geplant“, sagt Fabian. Dann verdiene das Ensemble wirklich den Namen Altenzentrum: mit 75 Plätzen vollstationärer Pflege im vorhandenen Neubau, der ambulanten Pflege in der nahen Sozialstation Pirna-Copitz sowie der Kurzzeitpflege und den altersgerechten Wohnungen im Anbau.

Ins Hochparterre des neuen Gebäudekomplexes sollen zwölf Plätze für Kurzzeitpflege kommen – jeweils sechs Einbettzimmer im Alt- sowie im Neubau. Während in den Obergeschossen 16 moderne, altersgerechte Ein- und Zweiraum-Mietwohnungen zwischen 35 und 75 Quadratmetern Größe entstehen. Zum Komfort gehören Gemeinschaftsbalkons mit Blick ins Grüne und Waschmaschinenstellplätze im Keller. Der Vorteil künftiger Mieter: Sie können die Angebote des Altenzentrums nutzen – vom Essen bis hin zu Kulturprogrammen oder Gottesdiensten.

Zudem entstehen im Areal drei Kleinstwohnungen für Zivis oder kurzzeitige Besucher von Heimbewohnern. „Wir planen sozial verträgliche Mieten“, sagt Fabian, will sich aber noch nicht auf einen Preis festnageln lassen. „Es gibt schon viele Interessenten“, verrät Heimleiterin Weigoldt, die die Voranmeldung koordiniert. „Wir sind gesprächsoffen für weitere Anwärter, die nicht zwingend konfessionell gebunden sein müssen“, fügt sie ausdrücklich hinzu. Denn die Diakonie arbeitet nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung aller Menschen, gleich welcher Konfession oder Nationalität.

Frau Weigoldt ist froh, dass der Bau neben dem laufenden Betrieb im Altenheim bisher reibungslos vonstatten geht. Sie führt das auf gute Planung und umsichtige Unterstützung aller Mitarbeiter zurück. Trotzdem hat sie auch schon schlaflose Nächte gehabt. Zum Beispiel, als am 6. August im Zuge des Bauablaufs der Strom mal für eine Stunde ganz abgestellt werden musste. „Da war ich nachts um Zwei hier, dass mit dem Notstrom ja nichts schief läuft.“

Dankbar ist die Heimleiterin zudem für die Unterstützung ehrenamtlicher Helfer auch aus der Graupaer Kirchgemeinde. Oder von Kerstin Schweigert aus Cotta, einer Hobby-Gärtnerin aus Leidenschaft, die das Haus mit Früchten, Blumen und Pflanzen beschenkt. „Solches Erleben gibt Kraft für die Arbeit im Altenheim, bei der Freude und Leid eng beieinander liegen“, weiß Maja Weigoldt.