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Eine Rarität neu aufgelegt

Ein Hosenträger erinnert im Technischen Museum von Großröhrsdorf an ein Großereignis. Das alte Muster erfährt nun eine Renaissance.

© Reiner Hanke

Von Reiner Hanke

Großröhrsdorf. Ein historischer Hosenträger gehört zu den ganz besonderen Raritäten des Großröhrsdorfer Museums der Bandweberei. Das feierte am Wochenende sein 20. Jubiläum mit der Eröffnung von zwei neuen Sonderausstellungen, mit Musik und natürlich mit Bändern. Die konnten die Besucher kaufen. Dabei auch das berühmte Motiv eines Hosenträgers. Das Original von 1839 liegt freilich sicher im Museum. Es erinnert an die Jungfernfahrt des Zuges zur Eröffnung der ersten deutschen Ferneisenbahn von Leipzig nach Dresden.

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Dem Museumsverein gelang es nun, dieses Band erstmals wieder nach dem originalen Muster zu weben. Die Museumsfreunde holten sich dazu auch Unterstützung. Die fanden sie insbesondere bei dem Traditionsbetrieb Franz Schäfer Etiketten GmbH. Drei Jahre Arbeit stecken in dem Motivband. Um das zu weben, richtete der Verein extra einen historischen Jacquard-Webstuhl her. Das Band zeigt eine Dampflok und Waggons voller Menschen. Diese Strecke über 120 Kilometer war eine Sensation, die Menschen waren begeistert. Der Großröhrsdorfer Bandwebereibesitzer Ernst Traugott Boden eilte zu Fuß in vier Stunden nach Dresden, um dem Ereignis beizuwohnen. Er hielt den Zug mit dem Zeichenstift fest. Schon sechs Wochen später kam der erste Hosenträger mit dem Eisenbahnmotiv aus seiner Fabrik in den Handel.

Die Großröhrsdorfer Fachleute brauchten etwas länger für die originalgetreue Kopie. Aber das Ergebnis ist verblüffend echt. Der Absatz des Hosenträgers war damals enorm. 1840 erweiterte Boden, um die vielen Kundenwünsche erfüllen zu können. Andenken waren schon damals ein Renner. Trotzdem gibt es von diesen Hosenträgern kaum noch Exemplare. Bekannt ist derzeit nur ein einziges: das im Technischen Museum der Bandweberei in Großröhrsdorf. Doch nun gibt es ja die originalgetreue Kopie des Motivs. Beim Jubiläumsfest konnte es erworben werden. Über das war von den Gästen nur Positives zu hören und Lob für die Museumsmannschaft. Die bedankt sich ganz herzlich bei allen, die sie dabei unterstützt haben. Wer sich noch keine Kopie des berühmten Motivs sichern konnte, der braucht nur im Museum vorbeizuschauen. Einige Rollen sind dort noch in unterschiedlichen Farben am Lager. Falls die zur Neige gehen, kann der Verein jetzt jederzeit für Nachschub sorgen.