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Eine Schießbahn für Granatwerfer

Im Überblick: wichtige Ereignisse des Jahres 2015 für den Truppenübungsplatz. Und ein Blick in die Zukunft.

© André Schulze

Von Sabine Ohlenbusch

Über den großen Bogen der Weltpolitik habe er seine Präsentation ursprünglich beginnen wollen, erzählt Major René Pierschel. Der Kommandant des Truppenübungsplatzes Oberlausitz hat sich dann aber entschieden, große Themen des Jahres 2015 anzusprechen, wo sie den Platz betreffen. Und vor allem die Menschen, die hier arbeiten. „Sie sind diejenigen, die hier viel leisten“, so René Pierschel. Seine Ansprache zum alljährlichen Neujahrsempfang berührt den Weggang des Energieunternehmens Vattenfall, Umweltschutz und das Thema Flüchtlinge. So werden die Spenden vom Weihnachtskonzert 2015 einer geflohenen Familie im Irak für ein halbes Jahr das Überleben sichern. Militärdekan Thomas Balogh nimmt den Scheck für den Verein Kirche in Not in Empfang.

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Der Truppenübungsplatz empfängt Gäste aus Singapur

Die Vorbereitungen sind 2015 auf Hochtouren gelaufen. Denn durch die letzten Maßnahmen der Umgliederungen der Bundeswehr ist ein großes Kooperationsprojekt vom Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen in die Lausitz umgezogen. Ab diesem Jahr sollen hier Infanteristen und Panzerführer ausgebildet werden. Dazu sind zunächst Panzerübungen im Frühjahr und im Herbst vorgesehen.

Keine Flüchtlinge auf dem Truppenübungsplatz Werdeck

Major René Pierschel erinnert an eine Begehung durch den Landkreis im vergangenen Jahr, die klären sollte, ob der Truppenübungsplatz Flüchtlingen Unterkunft bieten könnte. Doch angesichts einer Panzerübung ist die Geräuschbelastung den Verantwortlichen so

Es sieht also nicht so aus, als solle das Lager in Zukunft Asylbewerber beherbergen. „Nach dem Schießen ist die Unterbringung von Flüchtlingen nur die zweitbeste Nutzung für den Platz“, sagt auch Major Pierschel.

Auslastung des Platzes im Jahre 2015 wieder leicht gestiegen

Die Übersicht über die Belegung des Truppenübungsplatzes zeigt, dass im vergangenen Jahr mehr Soldaten hier ihre Fähigkeiten trainiert haben als im Jahr davor. Die Anzahl ist um rund 1 000 Personen auf 11 310 gestiegen. „Und das, obwohl die Bundeswehr in großem Ausmaß in die Flüchtlingsbetreuung eingebunden gewesen ist“, betont René Pierschel. Von 190 verfügbaren Schießtagen im Jahr 2015 sind 166 tatsächlich genutzt worden.

Neue Schießbahn und viele Übungen in diesem Jahr geplant

Als großes Ereignis in diesem Jahr sieht René Pierschel dem Ausbau des Truppenübungsplatzes mit Partner Vattenfall entgegen. Der Platz wird um die Schießbahn 14 für Granatmaschinenwaffen erweitert, eine Art Granatwerfer.

Auch das Programm für 2016 ist aus seiner Sicht ein guter Start ins Jahr. Bei 184 möglichen Schießtagen stehen bereits 74 Übungstage fest. Neben der singapurischen Armee wird es Gefechtsübungen mit der niederländischen Armee geben. Auch mehrere Hubschrauberregimente werden erwartet, unter anderem mit dem Kampfhubschrauber Tiger. Rund 6 000 Soldaten werden allein an den Großereignissen des Jahres teilnehmen.

Umweltschutz großes Thema für den Truppenübungsplatz

Franz Graf von Plettenberg informiert im Anschluss an die Präsentation von René Pierschel über die Entwicklungen auf und um den Platz, welche die Bundesforstverwaltung durchgeführt hat. Verschiedene Abrisse auf dem ehemaligen NVA-Gelände im Daubaner Wald sind nun abgeschlossen. Die Fläche des Panzerübungsplatzes ist fast vollständig entsiegelt. Totholzpyramiden und Reptilienhabitate als Ausgleichsmaßnahmen für den Ausbau der B115 zwischen Rietschen und Weißkeißel sowie der Niederschlesischen Magistrale helfen die Artenvielfalt zu erhalten. Auch die Umfunktionierung eines Großbunkers in ein Fledermausquartier ist ein solches Projekt.