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Eine schwierige Erbschaft

Ein Haus in Leutwitz steht seit Jahren leer. Es hat einen besonderen Besitzer.

© Uwe Soeder

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Was wird aus dem Wohnhaus Leutwitz Nr. 4? Das fragt sich mancher, der täglich an dem Haus vorbei kommt, das genau an der Stelle steht, wo die Straße nach Großhänchen eine Kurve macht. Wie ein Schandfleck sieht es auf den ersten Blick nicht aus. Die Fassade wirkt freundlich, das Dach ordentlich, die Gardinen hinter den Fensterscheiben lassen es bewohnt aussehen. Doch auf den zweiten Blick deuten der eingedrückte Zaun und das verwilderte Grundstück darauf hin, dass hier wohl doch niemand mehr wohnt.

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An die vier Jahre steht es jetzt leer, weiß Gödas Bürgermeister Peter Beer (Freie Wähler). Die einstige Besitzerin habe noch einiges am Haus machen lassen und es dann ihrer Tochter überschrieben. Doch die sei gestorben und später auch ihr Lebensgefährte. Dann sei das Grundstück, weil es keine anderen Erben gab, ans Land Sachsen gefallen. Seit August 2011 ist der Freistaat Eigentümer, bestätigt Andrea Krieger, Pressesprecherin des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, der sich um die Liegenschaften des Freistaates kümmert. Doch viel Freude hat er offensichtlich nicht an dem unverhofften Erbe. Weil der Nachlass überschuldet war, hat der Freistaat beim Gericht die Eröffnung eines Nachlassinsolvenzverfahrens beantragt, so Krieger.

Das läuft seit Oktober 2012 – und soll demnächst eingestellt werden. Mangels Masse, wie es aus dem Dresdner Büro des Insolvenzverwalters heißt. Man habe versucht, für das Grundstück einen neuen Besitzer zu finden. Aber es habe sich als unverkäuflich erwiesen. Einige Interessenten hätten es sich angesehen, dann aber Abstand genommen. Zwar sehe das Haus von außen gar nicht so schlecht aus, aber drinnen sei sehr viel zu modernisieren. Außerdem habe es nur relativ wenig Wohnfläche und sehr niedrige Decken.

Somit falle die Immobilie nun wieder an den Freistaat zurück. Was der nun damit macht, bleibt vorerst offen. Man wolle erst abwarten, bis das Grundstück vom Insolvenzverwalter tatsächlich freigegeben ist, so Andrea Krieger.