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Eine sichere Bank

Die Volksbank hat den Umbau am Hahnemannsplatz abgeschlossen und bietet jetzt ganz neue Dienste an.

© hübschmann

Von Sebastian Prosche

Es ist ein ungewohntes Bild, das sich dem Betrachter im Heizungsraum der Volksbank Raiffeisenbank Meißen Großenhain am Hahnemannsplatz bietet: Die Heizung hängt einen reichlichen Meter über dem Fußboden. Das hat seinen guten Grund. Da die Bank direkt neben der Triebisch liegt, ist zu befürchten, dass das Hochwasser des vergangenen Junis nicht das letzte für die Bank war. 2002 stand das Wasser 80 Zentimeter in den Räumen, vergangenen Sommer waren es immerhin 60 Zentimeter. Darum sind elektronische Geräte nicht länger auf dem Boden angebracht, sondern an den Wänden befestigt. In Absprache mit dem Architekten und dem Versicherer seien 1,25 Meter als Abstand gewählt worden, um noch einen Puffer zu haben, so Volksbank-Vorstand Claus-Michael Zwiebel.

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In den verschiedenen Arbeitsräumen wurden Fußbodenheizungen installiert, die unter einer Schicht Gussasphalt liegen und somit vom Wasser nicht beschädigt werden können. Weiterhin wurden die Stromkabel in die Decke verlegt und sind somit ebenfalls vor der Flut sicher.

Etwas Positives hatte die Überschwemmung aber doch. Da umfangreich saniert werden musste, hat die Bank den ursprünglich für 2015 geplanten Umbau der Geschäftsstelle Hahnemannsplatz vorgezogen. „Statt der alten Holztüren haben wir Glastüren eingebaut“, so Uwe Richter. Hellere Räume sorgen für eine bessere Arbeitsatmosphäre. Außerdem wurden im Eingangsbereich und in jedem Beratungsraum verschiedene Meißner Bildmotive angebracht, die die Verbundenheit mit der Region symbolisieren sollen. Die größte Veränderung sieht man jedoch sofort beim Betreten der Geschäftsstelle. Musste man früher noch an den linksstehenden Automaten und an den Beratungsräumen vorbei, um zur Kasse zu gelangen, so findet man diese jetzt auf der linken Seite im Eingangsbereich.

„Es war uns wichtig, für die Kunden direkt ansprechbar zu sein“, sagt Claus-Michael Zwiebel. Um Platz für die Kasse zu schaffen, sind die Automaten auf die rechte Seite gerückt. Neben einem Münzrollengeber, einem Münzeinzahler, einem Ein- und Auszahlungsautomaten und einem Kontoauszugsdrucker steht den Firmenkunden auch ein Cash-Safe zur Verfügung. Dieser wird vorrangig von Einzelhändlern genutzt, die nach Ladenschluss ihren Kasseninhalt in den Safe legen können. Der Inhalt wird dann am nächsten Morgen gezählt und dem Konto gutgeschrieben. Auch bei den Selbstbedienungsautomaten wurde die Hochwassergefahr berücksichtigt. Anders als bei den alten Automaten können die neuen im Notfall mit wenigen Handgriffen aus ihren Verankerungen gelöst und nach draußen transportiert werden.

Zudem gibt es einige neue Serviceangebote für die Kunden der Volksbank. „Durch die Finanzkrise ist der Wunsch der Kunden nach alternativen Anlageformen stark gestiegen“, sagt Pressesprecher Uwe Richter. Aus diesem Grunde gebe es seit vergangenem November die Möglichkeit, Edelmetalle als Wertanlage zu nutzen. In der Meißner Filiale am Hahnemannsplatz sind mehrere Münzen sowie Goldbarren zu sehen. Diese können dann in der Radebeuler Filiale auch erworben werden.

Neben Edelmetallen gehören auch Immobilien zum Angebot der Volksbank Meißen. Eine Kooperation mit der ansässigen Immobilienfirma Breitenstein ermöglicht es, Immobilien zu kaufen und anschließend zu vermieten.

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis die Baumaßnahmen in der Meißner Geschäftsstelle abgeschlossen waren. Anfang Juni musste die Filiale für zehn Tage aufgrund des Hochwassers schließen. Anschließend war eine Ausweichstelle auf dem Neumarkt eingerichtet. „So ein Provisorium ist sowohl für unsere Kunden als auch für unsere Mitarbeiter eine ziemliche Belastung“, sagt Claus-Michael Zwiebel. Es hätten im Allgemeinen aber alle mit Verständnis reagiert. Ursprünglich sollte der Umbau noch vor Weihnachten abgeschlossen werden, Lieferengpässe bei der Aufzuganlage verhinderten das aber. Seit dem 31. März sind aber alle Baumaßnahmen abgeschlossen und die Filiale am Hahnemannsplatz ist wieder geöffnet. Die feierliche Neueröffnung fand am Sonnabend statt.

„Wir müssen mit dem Wasser leben“, sagt Claus-Michael Zwiebel. „Deswegen haben wir darauf geachtet, unsere Geschäftsstelle so umzubauen, dass der Betrieb so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden kann.“ Es ist nicht auszuschließen, dass die Filiale erneut von einer Überschwemmung betroffen sein wird. Dann werden die Schäden aber auf ein Minimum begrenzt sein.