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Eine starke Gemeinde

Die Konfirmation ist bei jungen Steinigtwolmsdorfern gefragt. Warum, erklären zwei Schüler aus dem Ort.

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Von Ingolf Reinsch

Wir sind Papst. Josefine Galler und Felix Bär würden das nicht so ohne Weiteres unterschreiben. Denn sie sind evangelisch, nicht römisch-katholisch. Aber auch sie haben die Papstwahl vor einigen Tagen interessiert verfolgt. „Wir haben in unserer Schule in Schirgiswalde über die Wahl und den neuen Papst gesprochen“, sagt Felix. Ob Papst Franziskus die Kirche etwas moderner machen wird? Darüber rätseln selbst die Experten. „Schlecht wär’s nicht“, sagt Felix und denkt dabei zuallererst an die Jugendgottesdienste in der eigenen Kirchgemeinde. Dort gibt es andere Themen als in den „normalen“ Gottesdiensten. Und es werden andere Lieder gesungen. Das kommt bei den jungen Leuten im Oberland gut an.

Von der ersten Klasse an haben Josefine und Felix die Christenlehre besucht. Jetzt sind sie 14 und freuen sich auf ihre Konfirmation an diesem Sonntag. „Wir sagen Ja zu Gott. Was mit der Taufe unsere Eltern für uns getan haben, bekräftigen wir jetzt“, sagt Felix. „Es ist jetzt unsere eigene Entscheidung, den Glauben anzunehmen und uns von unseren Paten zu lösen“, ergänzt Josefine, die an der Evangelischen Mittelschule in Gaußig lernt.

13 Mädchen und Jungen aus Steinigtwolmsdorf und Weifa gehören in diesem Jahr zur Konfirmandengruppe. Es sind deutlich mehr als in den meisten anderen Orten des Landkreises. So ist es seit Jahren. Pfarrerin Maria Ramsch, die die Konfirmanden betreut, sieht eine Ursache darin, dass in Steinigtwolmsdorf viele noch die traditionellen Bindungen in den Familien und mit der Kirchgemeinde leben. „Die Eltern wurden getauft, und sie lassen auch ihre Kinder taufen und erziehen sie im christlichen Glauben“, sagt sie. Rund 1 300 Gläubige aus Steinigtwolmsdorf und Weifa gehören zur Kirchgemeinde – das sind mehr als 30 Prozent der Einwohner . Damit ist der Anteil evangelischer Christen in beiden Dörfern fast doppelt so hoch wie im sächsischen Durchschnitt. Im Freistaat nehmen sie einen Anteil von circa 18 Prozent an der Bevölkerung ein.

Die Kirchgemeinde in Steinigtwolmsdorf ist nicht nur zahlenmäßig stark. Sie ist auch aktiv. Das bindet. Für Mädchen bis zur achten Klasse gibt es einen wöchentlichen Tanzkreis, für Ältere Rüstzeiten und Jungscharcamps – Zeltlager, in denen sich bis zu 50 Jugendliche für vier Tage aus dem ganzen Kirchenbezirk treffen, mehrmals schon in Weifa. Felix hat bereits an drei dieser Camps teilgenommen, und er schwärmt von den Treffen mit anderen Jugendlichen. Nach ihrer Konfirmation dürfen sich die 14-Jährigen der Jungen Gemeinde anschließen.

Die Konfirmationen beginnen am Palmsonntag, eine Woche vor dem Osterfest. Im Bischofswerdaer Land zwischen Burkau und Steinigtwolmsdorf, Seeligstadt und Demitz gibt es in diesem Jahr insgesamt 65 Konfirmanden. In der katholischen Kirche findet die Firmung aller drei Jahre statt – in Bischofswerda ist die nächste 2014. Dafür gibt es bisher 25 Anmeldungen, teilte die St. Bennogemeinde auf Anfrage mit. Für die Jugendweihe am 7. Mai im Kulturhaus Bischofswerda wurden 79 Jugendliche angemeldet.

Konfirmationsgottesdienst in der Steinigtwolmsdorfer Kirche: Sonntag 9.30 Uhr