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Eine Straße mit zwei Gesichtern

Die „Neusalzaer Straße“ findet sich in Zittau undin Pethau – mit einem unterschiedlichen Aussehen.

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Neugersdorf, Ebersbach, Oderwitz, Seifhennersdorf: In große Städte und Dörfer führt diese Straße im Zittauer Nordwesten. Sie trägt aber den Namen eines Städtchens, von dem wohl viele Zittauer nicht einmal genau wissen, wo es liegt. Eines Städtchens, das es eigentlich gar nicht mehr gibt. Die 1670 für Böhmische Glaubensflüchtlinge gegründete Stadt Neusalza schloss sich nämlich 1920 mit einem benachbarten Dorf zur heutigen Stadt „Neusalza-Spremberg“ zusammen.

Als der Zittauer Rat 1875 diese Straße benannte, war das Städtchen aber noch selbstständig. Und offensichtlich von Bedeutung.

Im benachbarten Pethau gab es keine Straßennamen. So gibt es, seit Pethau 1970 eingemeindet wurde, die „Neusalzaer Straße“ auch dort – mit vollkommen anderer Gestalt: Ist sie in Zittau eine freundliche planmäßig bebaute Vorstadt-Wohnstraße, ist sie in Pethau eine schnurgerade ansteigende Ausfallstraße mit Gewerbebauten, Wohnhäusern und Verkaufseinrichtungen. Und dazwischen ein Stück „Taiga“, zwischen einem Bahnübergang, den keiner mehr braucht, und einer Bahnbrücke, die für Lkw schwierig zu passieren ist.

Auch für Fußgänger und Radfahrer ist dieser Abschnitt der „Neusalzaer“ (gleichzeitig Bundesstraße96) ein Problem. Straßentechnisch ist dieser Teil Pethaus offensichtlich noch nicht in Zittau angekommen. In Pethau aber auch nicht. Einen Weg vom Pethauer Teil der „Neusalzaer“ nach Pethau gibt es nämlich nicht. (Rß)