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Eine Suchende ist endlich angekommen

26 Jahre jung ist Katja Arnold. Die gebürtige Oschatzerin arbeitet seit Ende August als Gemeindepädagogin in der Kreisstadt.

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Von Bärbel Schumann

Noch nicht alle Umzugskisten sind in der Wohnung von Katja Arnold ausgepackt. „Ich kam erst eine Woche vor Beginn meiner Arbeit in Döbeln von einem einjährigen Einsatz bei der Evangelikalen Stiftung nach Deutschland zurück. Dann musste alles blitzschnell gehen“, sagt die 26-Jährige.

Aus den USA direkt zur Mulde

Als Mitglied der Gruppe „Watermark“, einer fünfköpfigen Musikmissionsgruppe zog sie als Freiwillige durch Teile der USA, war in Rumänien, Polen und zwischendurch auch wenige Wochen in Deutschland unterwegs. Dass sich die junge Frau für diesen missionarischen Einsatz entschied, hat mit ihrem eigenen Weg zum Glauben zu tun.

In Oschatz aufgewachsen, fand sie sozusagen über Umwege zu Gott. „Mit sechzehn Jahren war ich auf der Suche nach meinem Platz im Leben. Ich gehörte wie viele andere in meinem Alter zu Cliquen, die gemeinsam allerhand anstellten. Mit 17 schließlich habe ich mich mit der Sinnfrage stark beschäftigt“, sagt Katja Arnold zurückblickend.

Auf dem Weg zu Gott

Durch eine Riesaer Familie lernte sie Jesus kennen. Sie schloss sich dem Jugendkreis der Kirche in Oschatz an, um sozusagen Gott besser kennen zu lernen. Heute sagt sie salopp darüber, der Heilige Geist habe sie in den Hintern getreten, um in Bewegung zu kommen.

Nach dem Fachabitur wurde sie arbeitslos, absolvierte ein Praktikum bei der Kirche im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Und mit 19 Jahren ließ sie sich an einem Ostersonntagmorgen um 5 Uhr taufen. Bestärkt in ihrer Suche nach einem Lebensziel, stand für die junge Frau fest, unbedingt eine berufliche Perspektive im Einklang mit ihrem Glauben zu suchen.

Katja Arnold fand sie in der Gemeindearbeit mit Kindern und Jugendlichen. Eine Bewerbung an der Moritzburger Fachhochschule für Religionspädagogik und das Studium von 2000 bis 2004 folgten. Dem schloss sich ein Jahr Arbeit bei einer in Chemnitz ansässigen Stiftung zur Unterstützung der Kirchgemeinden als Kinder- und Jugendevangelistin an. Ein Jahr lang war sie so in ganz Sachsen unterwegs, um dort zum Beispiel Bibelwochen für junge Leute zu gestalten oder Hilfe bei der Organisation von Gemeindetagen zu geben. Dann lockte Katja Arnold für ein Jahr die Ferne und „Watermark“.

Bewerbung per Video

Noch auf Tour, schickte sie per Video Bewerbungen als Gemeindepädagogin an verschiedene Kirchgemeinden los. In Döbeln imponierte das. Ohne sich persönlich in der Muldestadt vorstellen zu können, entschied man sich schließlich für die gebürtige Oschatzerin. „Gott hat für mich geplant“, ist sich Katja Arnold sicher.

Inzwischen bestimmt der Alltag einer Gemeindepädagogin ihren Wochenrhythmus: Religionsunterricht an vier Schulen, Vorhaben planen und die Kinder- und Jugendarbeit in der evangelischen Kirchgemeinde und im Kinder-, Jugend- und Familienzentrum.