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Eine verrückte Stepptanz-Weltmeisterschaft

Mit eindrucksvollen Auftritten räumen die Schweiz und England richtig ab. Und es wird ein Video für die Welt gedreht.

Von Kevin Schwarzbach

Als die fünf jungen Männer der englischen Stepptanzgruppe „Tap Attack“ zur offenen Wertung in der Kategorie „Kleine Gruppen“ den sieben Wertungsrichtern gegenübertreten, schnellen sieben Karten mit groß gedruckten Einsen in die Höhe. Es ist eine Weltpremiere – ein Triumph, den Riesa in dieser Art noch nicht erlebt hat. Die fünf jungen Engländer haben die Wertungsrichter mit ihrer Choreografie „Jump“ dermaßen verzaubert, dass diese einstimmig für den ersten Platz plädieren: Dieser Auftritt verdient den Weltmeistertitel. Das empfinden auch die Zuschauer so – die Arena bebt. „Das gab es noch nie. Von allen Wertungsrichtern auf den ersten Platz gewählt, das ist einmalig. Eine Sternstunde des Stepptanzes“, freut sich Michael Wendt, Vizepräsident der International Dance Organization und Veranstalter der Tanzweltmeisterschaften. „Das sollte Anlass für eine weitere Weltpremiere sein. Wir werden erstmalig bei den kleinen Gruppen einen Siegertanz machen. Diesen famosen Auftritt müssen wir einfach noch einmal sehen“, erklärt Wendt begeistert.

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Die Messlatte im Finale der kleinen Gruppen ist enorm hoch. Doch die fünf jungen Männer aus England überspringen sie mit Leichtigkeit und werden Weltmeister.
Die Messlatte im Finale der kleinen Gruppen ist enorm hoch. Doch die fünf jungen Männer aus England überspringen sie mit Leichtigkeit und werden Weltmeister.
© Marko Drasdo

In der vergangenen Woche steckte Riesa wieder voll im Stepptanzfieber. Die besten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen aus aller Welt ließen ihre Schuhe auf der Bühne in der Erdgasarena um die Wette klackern. Jeder wollte sich einen Weltmeistertitel ersteppen. Am vergangenen Samstag traten dann im Finale die Besten der Besten in den sechs Erwachsenen-Kategorien gegeneinander an. Das Niveau hätte höher kaum sein können. Dafür waren auch die zahlreichen Zuschauer verantwortlich, die die Tänzer mit lautstarken Anfeuerungen zu Höchstleistungen trieben. Auch wenn die Ränge etwas lichter als beim Finale der Showtanzweltmeisterschaft waren, war die Arena gut gefüllt. „Fast 3 000 Zuschauer haben das Finale der Stepptanz-Weltmeisterschaft live in der Erdgasarena verfolgt“, erklärt Marko Drasdo, Pressesprecher der städtischen Förder- und Verwaltungsgesellschaft (FVG). Bei so viel Unterstützung scheinen die Stepptänzer komplett durchzudrehen. Ein Gros der Auftritte zeigt verrückte Tänzer am Rande des Wahnsinns. Auch wenn natürlich alles nur Teil der Choreografie ist, rufen die eindrucksvollen Darbietungen Gänsehaut hervor. Voller Akribie und Hingabe widmen sich die Stepptänzer ihren Rollen. Selbst bei der Verbeugung und beim Verlassen der Bühne spielen sie noch perfekt ihre Rolle. Auftritte auf einem so hohen und ebenbürtigen Niveau, das kaum zu unterscheiden ist, wer den Sieg mehr verdient.

Doch trotz aller Ausgeglichenheit und Duelle auf Augenhöhe sind die großen Gewinner dieser Stepptanz-Weltmeisterschaften die Schweiz und England. Denn die Engländer siegen mit „Tap Attack“ nicht nur bei den kleinen Gruppen, sondern auch bei der Formation – natürlich mit einem verrückten Auftritt. Mit drei Weltmeistertiteln stehen die Schweizer dem jedoch in nichts nach. Besonders beeindruckend tritt dabei das Schweizer Brüderpaar Costel und Dorel Surbeck auf. Erst gewinnen sie das Duo, mit weiblicher Unterstützung dann auch noch das Trio. „Das sind unsere ersten beiden Weltmeistertitel seit drei Jahren, das ist unglaublich. Dieses Gefühl, es wieder geschafft zu haben, ist wundervoll“, freuen sich die Brüder.

Und auch der Schweizer Superstar Daniel Leveille lässt keine Zweifel offen und fährt souverän den Titel im Solo der Männer ein. Leveille gehört zu denen, die schon von Kindesbeinen an bei den Weltmeisterschaften mitsteppen. „Ich bin jetzt bereits zum elften Mal hier in Riesa dabei. Es ist immer wieder toll, hier zu sein. Und dieser Titel bedeutet mir wirklich viel“, erklärt er.

Tanzvideo soll um die Welt gehen

Und weil er quasi zum Inventar gehört, macht er sich auch ständig Gedanken, wie die Stepptänzer noch bekannter werden können. Dabei kam ihm die Idee, ein Video auf der Bühne in Riesa zu drehen. Gesagt, getan. Eine Stunde vor Beginn der Weltmeisterschaft sammelten sich Dutzende Tänzer aus aller Welt und studierten eine Choreografie ein. „Dieses Video wird um die Welt gehen“, meint Michael Wendt, als das Video im Kasten ist. Gleichzeitig wird es auch eine Erinnerung an die zwei Wochen Tanzweltmeisterschaften 2013 in Riesa sein. Diese sind seit Samstagabend Geschichte.

„Ich danke allen Tänzern, Zuschauern und Verantwortlichen, dass wir wieder zwei traumhafte Wochen in Riesa verbringen konnten. Ich liebe es, hier zu sein“, sagt Bill Fowler, Ehrenpräsident der IDO. Doch Gerti Töpfer richtet den Blick noch einmal auf den Mann, ohne den die Tanzweltmeisterschaften wohl unmöglich wären. „Ich möchte mich im Namen aller Riesaer bei Michael Wendt bedanken. Er hält die Tanzweltmeisterschaften zusammen und bereichert sie mit seiner charmanten Moderation“, erklärt Töpfer. Da hat Wendt nur noch eins hinzuzufügen: „Bis nächstes Jahr, wenn die besten Tänzer aus aller Welt uns wieder in Riesa verzaubern werden.“